BILD.de und Co.: Adblock-Sperre umgehen – so geht‘s

Martin Maciej

Seit gestern, 13. Oktober, sperrt die BILD-Zeitung online User von Adblockern aus. Im Vorfeld versuchten die Betreiber der Seite bereits gerichtlich gegen die Anbieter von AdBlock Plus vorzugehen. Bislang blieben die rechtlichen Schritte allerdings erfolglos, so dass man sich für diesen rigorosen Schritt entschied. Wer auf die Online-Inhalte nicht verzichten kann, erfährt ihr, wie man die Adblock-Sperre bei BILD.de umgehen kann.

BILD.de und Co.: Adblock-Sperre umgehen – so geht‘s
Bildquelle: Screenshot BILD.de

Steuert ihr mit aktivem Werbeblocker die BILD-Seite an, erhaltet ihr keinen Einblick in die Inhalte, sondern einen Hinweis mit der Überschrift „Warum sehe ich BILD.de nicht?“ Die Sperre soll sich auch auf BILD-Plus-Abonnenten auswirken, die bereits für den Zugang zu exklusiven Inhalten bezahlen.

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Winload Adblock Plus für Firefox Video

Adblock-Sperre umgehen: BILD.de und Co. zur Whitelist hinzufügen

Natürlich ist nicht nur die BILD von Werbeblockern im Browser betroffen, immerhin sind auch und vor allem kleinere Blogs auf Einnahmen aus Werbeeinblendungen im Umfeld der eigentlich redaktionellen Inhalten angewiesen. Damit ihr weiterhin kostenlos eure liebsten Inhalte im Netz abrufen könnt, könnt ihr gezielt Webseiten zu euren „Ausnahmen“ im Adblocker hinzufügen. So werden die von euch manuell eingepflegten Seiten mit Werbung angezeigt, werden die Werbesperre für andere Webinhalte weiterhin aktiv bleibt:

adblock-umgehen

  1. In der Regel wird ein aktiver Adblocker im Browser mit einem eigenen Symbol in der Menüleiste über der eigentlichen Webseite angezeigt. Klickt dieses Symbol an.
  2. Hier könnt ihr auswählen, ob die Werbung nur auf einzelnen Seiten wie BILD, GIGA und Co. angezeigt wird, während die Werbesperre durch Adblock auf anderen, unbekannten Seiten aktiv bleibt.
  3. Alternativ könnt ihr auch einstellen, dass der Adblocker nur auf bestimmten URLs deaktiviert wird.
  4. Als dritte Option steht euch zur Auswahl, die Adblock-Sperre vorübergehend komplett auf allen Seiten, die angesurft werden abzuschalten.
  5. Aktualisiert die entsprechende Seite nun, um den gewünschten Inhalt vollständig im Browser lesen und sehen zu können.

BILD.de trotz Adblocker aufrufen – so geht’s

Die Betreiber von BILD.de bieten zusätzlich ein eigenes Modell für alle an, die partout nicht auf den Einsatz von Werbeblockern verzichten möchten. In diesem Fall könnt ihr ein BILDsmart-Abo abschließen. Dieses kostet monatlich 2,99 € und bietet euch wie gewohnt Zugang zu allen Seiten bei BILD.de. Zusätzlich soll Werbung nur noch in einem reduzierten Umfang angezeigt werden.

Alternativ könnt ihr auch auf die Seite kommen, in dem JavaScript vorübergehend in Firefox und anderen Browsern deaktiviert wird. Beachtet, dass die meisten Webseiten im Netz JavaScript voraussetzen. Bei dauerhafter Einstellung kann es daher zu Darstellungsfehlern oder anderen Problemen kommen. (Edit: Diese Möglichkeit der Umgehung besteht nun nicht mehr).

  • Gebt in der Firefox-Adressleiste “about:config” ein und bestätigt die Warnmeldung.
  • Im nächsten Fenster sucht ihr per “Strg”+”F” nach dem Eintrag “javascript.enabled”.
  • Klickt diesen mit der rechten Maustaste an und wählt die Option “Umschalten”. Der Wert wird nun auf “False” gesetzt.
  • Klickt erneut mit rechter Maustaste auf den Wert und wählt erneut “Umschalten”, um die Einstellung rückgängig zu machen.

Die Betreiber selbst geben an, dass es sich bei der aktuellen Adblock-Sperre um einen Test handelt. Bleibt also abzuwarten, ob man dieses Modell dauerhaft aufrechterhalten möchte.

Update: Inzwischen geht der Axel-Springer-Verlag mit Abmahnungen gegen Anbieter bei YouTube und Co.mit Anleitungen zur tatsächlichen Umgehung der Adblock-Sperre, z. B. über Filterbefehle, vor.

Nach der Einführung der Sperre gibt es neues Feuer um die Diskussion um Adblocker. Blogs und Webseitenbetreiber berufen sich auf ihre Einnahmen, Leser und Besucher der Webseiten fühlen sich an vielen Stellen von übertriebenen Werbeeinblendungen gestört. Zusätzliches Konfliktpotential gesellt sich durch die Möglichkeit hinzu, sich bei Anbietern von Adblockern freikaufen zu können. Diese Möglichkeit nimmt teils erpresserische Züge an.

An vielen Stellen wird die neue Adblock-Sperre bei BILD sogar mit Freude aufgenommen:

Bild: keport

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