Amazon Appstore: Test Drive-Feature als Alleinstellungsmerkmal?

Amir Tamannai
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Seit ein paar Tagen ist Amazons Android-Appstore für Kunden in den USA nutzbar, über seinen Sinn, seine Legitimation und nicht zuletzt seinen Namen wurde bereits viel diskutiert. Heute nun berichtet engadget.com über ein Feature innerhalb der Android Market-Alternative, das aus meiner Sicht durchaus ein Argument für den Store sein könnte: Über die sogenannte “Test Drive”-Funktion lassen sich Apps vor dem Kauf auf einem virtuellen Handy im Desktop-Browser ausprobieren.

Amazon Appstore: Test Drive-Feature als Alleinstellungsmerkmal?

Die Idee ist nicht neu, Amazon führt sie aber ein bisschen weiter — denn nicht nur lassen sich Apps aus dem Store vor dem Kauf auf einen virtuellen Android-Smartphone ausprobieren, das dargestellte Handy kann in seinem vollen Funktionsumfang bedient werden, als wäre es ganz real. Das bedeutet konkret, dass Browser, Musik Player, Foto Galerie und was sonst noch so auf einem Androiden zur Verfügung steht, tatsächlich geöffnet und genutzt werden können.

Amazon erklärt das Prinzip wie folgt:

“Das Drücken des ‘Test drive now’-Button startet eine Kopie der App auf der Amazon Elastic Compute Cloud (EC2), einem Webdienst der in der Cloud on-demand Rechenkapazitäten für Entwickler zur Verfügung stellt. Die Maus-Eingaben der Nutzer werde über das Internet an die in der Amazon EC2-Cloud laufende Anwendung gesendet — ganz genau so, wie die Eingabe durch den Finger auf dem Smartphone an die App gesendet wird. Unsere Server senden daraufhin Bild- und Tonsignale zurück an den Rechner des Nutzers. Dies geschieht komplett in Echtzeit, wodurch Nutzer jede Applikation ausprobieren könne, als wäre sie auf ihrem Mobilfunkgerät installiert.”

Klingt ja einfach — man stelle sich vor, wir praktisch es grundsätzlich sein könnte, eine virtuelle Kopie des eigenen Smartphones in der Cloud zu haben: Bei Diebstahl oder Verlust wäre zum Beispiel das Remote-Löschen sensibler Daten möglich.

Aber zurück zum Kern von Amazon Test Drive: Ich finde, dass dieses Feature den App Store tatsächlich beflügeln könnte. Wer möchte nicht eine App, die vielleicht 4 – 5 Euro, oder in Anbetracht der zukünftigen Entwicklung noch hochwertiger Anwendungen sogar deutlich mehr kostet, zunächst einmal ausprobieren. Oftmals reicht das 15 Minuten-Limit im Android Market ja gerade mal zum Herunterladen und Installieren aus. Auf den Screenshot des Test Drive-Features ist zwar auch ein Restzeit-Angabe zu sehen, die scheint aber zumindest 30 Minuten zu betragen — und birgt den Vorteil, dass die App zum Testen nicht bereits gekauft werden muss.

Ein gute Idee, die Amazon da hatte. Wir sind gespannt, wie sich das Ganze dann tatsächlich anfühlt, wenn der Appstore endlich auch in Deutschland startet.

Amazon.us

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