645 PRO

Ob die iPhone-Kamera als Ersatz für die kompakte Digi-Knipse aus der Hosentasche taugt, wurde bereits zur Genüge diskutiert. Das Ergebnis (wie üblich): Es kommt darauf an. Mit seinem verlustfreien TIFF-Output will die App 645 PRO den Anforderungen ambitionierter Amateure jetzt näher kommen.

Mit einem Preis von 2,39 Euro ist 645 PRO von jag.gr im oberen Mittelfeld der Foto-Apps angesiedelt. Das Geld ist aber gut angelegt, sucht man nach einem frischen Ansatz fürs Fotografieren mit dem iPhone. Gleich beim ersten Öffnen fällt auf: Hier geht es professioneller, aber auch komplexer zu.

Doppelt und dreifach belegte Schaltflächen, eine LCD-Anzeige, die an Zeiten moderner analoger Spiegelreflexkameras gemahnt und ein Schnittbildindikator, der als virtueller Horizont fungiert — gut, dass es eine 32-seitige Bedienungsanleitung gibt.

Ebenso wie diverse andere Funktionen ist diese erreichbar, wenn man eine der 11 Bedienelemente etwa eine Sekunde lang gedrückt hält. Hinter den übrigen Schaltern verbergen sich praktische Dinge wie Weißabgleich-, Fokus- und Belichtungsmesser-Sperre, ein variabler Selbstauslöser-Timer und mehr.

Bei der Belichtung kann so zwischen Spot- und Mehrfeldmessung gewählt werden. Ebenso möglich: Die Wahl zwischen zwei verschiedenen „Gitterscheiben“ sowie, mit etwas Geduld und ruhigem Finger, ein Durchlauf der verfügbaren Entwicklungsoptionen.

Ganz richtig, die App bietet drei verschiedene Modi. Je nach Bedarf können zwei JPEG-Qualitätsstufen („HI“ und „MAX“) mit einem ominösen „dRAW“-Format kombiniert werden. Dabei handelt es sich um TIFF-Dateien, die dem iPhone vor der JPEG-Komprimierung abgeluchst werden. Das soll eine höhere Qualität garantieren – auch bei den komprimierten Dateien. Der Unterschied ist, wie in den Beispielfotos (hier und hier) zu sehen ist, erkennbar — aber gering. Die zusätzlichen 5-7 Megabyte, die dank des voluminösen TIFF pro Bild entstehen, kann man sich also sparen.

Dennoch bleibt die App interessant, allein wegen ihrer zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten. Fünf verschiedene Formate, von Quadratisch über 3:2 bis hin zum Panorama-Format 2,83:1 ist für jeden Anlass etwas dabei. Was 645 PRO an JPEG-Dateien ausspuckt, kann zudem in einer von 7 Bildvarianten „entwickelt“ werden. Drei Schwarz-Weiß- und vier Farb-Modi bieten verschiedene Kontraste und Körnungen.

Ein Live-Histogramm informiert in Echtzeit über die Verteilung der Farbwerte im aktuellen Ausschnitt. Mithilfe eines Nachtmodus können im Dunkeln (und im besten Fall unter Zuhilfenahme eines Stativs) Aufnahmen mit bis zu einer Sekunde Belichtungszeit gemacht werden.

Die getestete Version 1.0 wurde bereits mit ein paar Verbesserungen und Ergänzungen auf 1.10 erhöht und liegt Apple zur Prüfung vor. Laut Hersteller bringt das Update unter anderem die Möglichkeit, die Oberfläche um 180° zu drehen. Außerdem wurde die Tipp-Fläche der Buttons vergrößert, so dass es auch mit weniger grazilen Fingern leichter wird, sie zu treffen.

* ist für 2,39 Euro im App Store zu haben.

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