Ein drahtloses Netzwerk sollte normalerweise eine stabile Verbindung zum Internet und den an die Basisstation angeschlossenen Geräten bereitstellen. Doch viele Faktoren von außen können dazu beitragen, dass es zu langsamen Verbindungen oder gar zu Verbindungsabbrüchen kommt.
Frequenzbereiche
Drahtlose Netzwerke nutzen in Europa Frequenzen im 2,4-GHz-Bereich. Es stehen 13 Kanäle bereit, die alle um 5 MHz versetzt auf einer anderen Frequenz des Frequenzbandes arbeiten. Nur das schnellste Wireless-Protokoll IEEE 802.11n verwendet zusätzlich auch Frequenzen ab 5,15 GHz. Nur das iPad unterstützt – im Gegensatz zum iPod touch und allen iPhones, die beide auch im 802.11n-Modus nur über das 2,4-GHz-Band funken – auch das 5-GHz-Band.
Über einen ähnlichen Frequenzbereich wie das 2,4-GHz-WLAN verfügen jedoch viele Geräte, die im Haushalt verbreitet sind. Dazu gehören beispielsweise Mikrowellenherde, manche schnurlosen DECT-Telefone, Babyphones oder auch Bluetooth. Wenn man nun sein WLAN in der Nähe solcher Geräte betreibt, treten gelegentlich Beeinträchtigungen der Sendeleistung auf. Schlimmstenfalls verwendet dann auch noch der neu zugezogene Nachbar für seine drahtlose Basisstation den gleichen Sendekanal wie Sie. Wer das nicht weiß, schiebt die Schuld vorschnell auf seinen Internet-Provider.
Falls es sich um sichtbare Netzwerke handelt, erfährt man den Kanal der benachbarten Funknetze über das AirPort-Menü. Man verweilt etwas mit der Maus über den jeweiligen anderen Netzwerknamen, dann erscheint links daneben ein gelbes Info-Feld, das Auskunft über den Kanal und die Signalstärke gibt. Wenn man dabei feststellt, dass der bisher verwendete eigene Kanal auch beim WLAN in der Nachbarschaft zum Einsatz kommt, dann ist die Ursache für die akuten Störungen eingegrenzt.
Wer mehr Übersicht wünscht, kommt mit dem Open-Source-Tool iStumbler schneller ans Ziel, da hier alles übersichtlich in einem Fenster angeordnet ist.
Die meisten WLAN-Router können das Problem durch einen Neustart lösen und weisen sich dann eigenständig einen anderen freien Kanal zu. Im AirPort-Dienstprogramm können Sie der AirPort-Basisstation aber auch selbst einen neuen Kanal zuweisen. Bei anderen Geräten (Speedport, Fritzbox) funktioniert die Konfiguration über einen Webbrowser.
Jeder 2,4-GHz-Kanal besitzt eine Bandbreite von 22 MHz. Das bedeutet, dass sich direkt nebeneinanderliegende Kanäle auch um rund 17 MHz überschneiden. Um jegliche Probleme mit den WLANs im Umkreis zu vermeiden, sollte man einen Abstand von mindestens 5 Kanalnummern (in der Summe 25 MHz) einhalten. Ist nun Kanal 2 bereits belegt, wählt man für sich am besten einen freien Kanal zwischen 7 und 13.
Weitere Gewissheit schafft erst die Analyse der sichtbaren benachbarten Netze. Im 5-GHz-Block bei IEEE 802.11n sind die Kanäle großzügiger und daher völlig überlappungsfrei angeordnet. Man kann die Kanalnummer deshalb auch nicht selbst wählen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man den Kanal für sich allein nutzt. Man sollte zudem die Basisstation möglichst so aufstellen, dass sich im Umkreis von rund drei Metern kein weiteres elektronisches Gerät befindet, um Strahlungseinflüsse von vornherein zu minimieren.
Störunempfindlichkeit
Im 2,4-GHz-Band bietet das AirPort-Dienstprogramm eine Option gegen Störquellen in der Umgebung an, wodurch die sich die Größe der versendeten Pakete dynamisch anpasst, die Übertragungsgeschwindigkeit insgesamt aber verringert. Klicken Sie im AirPort-Dienstprogramm in der Symbolleiste auf AirPort und wechseln Sie zum Reiter Drahtlos. Unter Optionen für drahtlose Netzwerke setzen Sie den Haken vor Störunempfindlichkeit aktivieren.
Reichweite erweitern
Bei entfernungsbedingter Signalschwäche kann die Reichweite des kabellosen Netzwerks vergrößert werden. Wir erläutern dies wieder am Beispiel von Apple-Hardware. Mit anderen Routern führt man die Konfiguration nach der Anleitung des jeweiligen Herstellers durch. Besser ist es, wenn man bei einem Hersteller bleibt, um nicht auch noch unnötig Zeit mit einer abweichenden Konfiguration zu verlieren.
Man benötigen eine zweite AirPort-Station. Je nach Einsatzgebiet genügt da bereits die günstige AirPort Express. Die bisherige Station werkelt weiterhin als Hauptstation und bleibt direkt mit dem Internet verbunden, während die neue Station als Repeater eingerichtet wird. Basisstation und Repeater sind über WLAN miteinander verbunden.
Bei IEEE 802.11n klappt die Konfiguraton sehr einfach: AirPort-Dienstprogramm starten und auf den Button Manuelle Konfiguration klicken. Dann links das Gerät auswählen, das als Hauptstation mit dem Internet verbunden ist. Unter AirPort und Drahtlos den Haken vor Erweiterung des Netzwerks erlauben setzen. Jetzt das Gerät auswählen, das als Repeater eingesetzt werden soll, und erneut auf Manuelle Konfiguration gehen.
Im Ausklappmenü Drahtloser Modus muss Ein drahtloses Netzwerk erweitern ausgewählt werden. Man sucht sich nun im Ausklappmenü Netzwerkname das zu erweiternde Netzwerk aus und bestätigt mit dem Kennwort für das Netzwerk und dem Gerät-Kennwort, falls vorhanden.
Die beschriebene Methode funktioniert nur mit denjenigen AirPort-Modellen, die IEEE 802.11n unterstützen. Andernfalls muss das Gerät WDS beherrschen und entsprechend konfiguriert werden. Und auch sonst sind Abstriche beim Komfort unvermeidbar, so muss man zum Beispiel die AirPort-ID (auf der Gehäuseunterseite) manuell eingeben. Die Hauptstation wird auf dem Drahtlos-Reiter als Teil eines WDS-Netzwerks eingerichtet.
Unter dem Reiter WDS wird als WDS-Modus WDS-Hauptstation ausgewählt, darunter die ID der entfernten Basisstation mit Klick auf das Pluszeichen angegeben. Auf dem Reiter Drahtlos wählt man unter Drahtloser Modus für den Repeater Teil eines WDS-Netzwerks aus und unter dem Reiter WDS den WDS-Modus Entfernte WDS-Basisstation.
Umgekehrt muss hier nun die AirPort-ID der Hauptstation eingetragen werden. Beide Stationen müssen denselben Netzwerknamen (SSID) verwenden. Die neu als Repeater hinzugekommene AirPort-Station kann man aber auch mit dem Assistenten konfigurieren und dort Netzwerk erweitern aufrufen.
Über den Repeater kann die Basisstation nun auch noch solche Computer erreichen, die sich zuvor noch außerhalb ihrer Reichweite befanden. Bis zu fünf Basisstationen lassen sich auf diese Art und Weise in einem Netzwerk zusammenfassen.
