First Look - Android 3.0 Honeycomb

Leserbeitrag

Seit dem Release des iPads kommen immer mehr sogenannte Tablets auf den Markt. Mittlerweile sind Tablets kein Unterprodukt von Netbooks mehr,

sondern stellen eine neue eigene Sparte im Technologie-Markt dar. Jedoch wird dieser bisher durch das Apple iPad regiert. Mit einem Marktanteil von rund 95% (Q3 2010) kann die Konkurrenz dem Mobilen Gerät anscheinend nicht das Wasser reichen.  Ein Grund für den unglaublichen Erfolg wird vermutlich das Betriebssystem iOS sein, welches sich aufgrund des großen Angebots seines App-Stores und der gelungenen Benutzeroberfläche, sehr großer Beliebtheit erfreuen kann.

Nun versucht es aber Google doch noch einmal das iPad von seinem hohen Thron

zu stürzen und stellte auf der CES (Consumer Electronics Show) die neue Version seines Smartphone-Betriebssystem Android vor, welches extra für Tablets optimiert wurde. Die Version 3.0, welche auch unter dem Namen Honeycomb bekannt ist, ist zwar noch nicht ganz fertig jedoch konnte man sich auf der CES ein recht gutes Bild davon machen wie in Zukunft Googles Betriebssystem aussehen wird.

Auf den ersten Blick sieht die Benutzeroberfläche von Honeycomb sehr gelungen aus. Das Design wirkt durchdacht und zeigt dem Nutzer bereits auf dem

Startbildschirm die wichtigsten Informationen, wie z.B. neue E-Mails oder Youtube-Videos, auf. Mit iOS hingegen begrüßt das iPad den Nutzer nur mit einer Auflistung der gesamten Apps. Google gibt dem Nutzer aber die Möglichkeit neben den vorhandenen Apps auch sogenannte Widgets, wie sie z.B. bei Windows bekannt sind, auf dem Desktop zu platzieren, um möglichst schnell die wichtigsten Informationen zu erhalten. Eingerahmt wird das Ganze von je einer Leiste oben und unten. Diese enthalten neben einer Such-Funktion alle wichtigen Angaben zum Gerät (WiFi-Status, Uhrzeit, Home-Button usw.). Auch Optionen zum Anpassen des Heim-Bildschirmes, wie z.B. eine Funktion zum hinzufügen von Apps oder eine um das Wallpaper zu ändern, lassen sich hier finden.

Neben dem grundlegenden System stellte Google auch einige Applikationen vor.

So wird Android 3.0 auch wieder eine Maps-Version enthalten, die auf dem, im Web erreichbaren, Service basiert. Bei der Präsentation wird ein weiterer Part aus dem Design-Konzept Googles klar. So verändert sich, wie in MacOS die obere Leiste beim Öffnen einer App. Diese  stellt dann im Folgenden ein wichtiges Bedienelement in der jeweiligen Applikation dar. Bei Maps beherbergt diese so zum Beispiel eine Ortssuche.

Wer bereits das Mail-Programm vom iPad oder dem Galaxy Tab kennt, kann bei

den neuen Android-Geräten nicht mehr erwarten. Wie auch bei der Konkurrenz setzt man hier auf ein 2-Spalten Layout. Dort findet man in der linken Spalte das Postfach und in der rechten Spalten dann die spezifische Nachricht. Auch wenn sich das jetzt gerade nicht so angehört hat, wirkt die Applikation sehr durchdacht und ist nicht, wie zunächst vermutet, ein billiger Abklatsch von der Konkurrenz.

Die Video-Telefonie ?Facetime? ist aktuell mit dem iPad noch nicht möglich. Gerüchten nach soll aber der Nachfolger dieses Feature unterstützen. Android 3.0 wird den Nutzern nun auch endlich Videotelefonie ermöglichen. Das Menü setzt genauso wie das Mail-Programm auf 2 Spalten.  Dort ist dann auf der linken Seite die Kontaktliste zu finden. Genau wie beim Vorbild ?Facetime?, kann der Nutzer zwischen einer Front und Rückkamera umschalten.

Zu guter Letzt beherbergt Honeycomb natürlich auch

wieder einen Browser. Dieser scheint keine großen Unterschiede zu seinem großen Bruder auf dem Computer zu haben. Tabbet Browsing, ein privater Modus und Lesezeichen sind üblicherweise implementiert ? also nichts Weltbewegendes.

Insgesamt scheint Android 3.0 den richtige Weg eingeschlagen zu haben. Die

User-freundliche Navigation und das übersichtliche Design lassen mich hoffen, dass Google einen vernünftigen Gegner zu iOS stellen wird.  Es bleibt jedoch die Frage offen, ob auch der Android App-Store gegen den großen Konkurrenten Apple ankommen kann. Hier wird sich entscheiden, ob Honeycomb eine Chance auf den Tablet-OS-Olymp hat. Desweiteren bin ich sehr auf die Smartphone-Umsetzung des Betriebssystems gespannt.

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