Android 3.0 Honeycomb: Erste Eindrücke von Googles Tablet-OS

Amir Tamannai
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Gestern haben wir das erste Review zu Motorolas Xoom gelesen, heute wollen wir uns nun eingehender mit der auf dem Tablet installierten Android-Version beschäftigen: Honeycomb macht alles neu — aber macht es auch alles besser? Lassen sich Xoom und künftig auch Flyer, Galaxy Tab oder Optimus Pad mit Ausgabe 3.0 von Googles Mobil-Betriebssystem intuitiv, flüssig und effektiv bedienen? Chris Burns von androidcommunity.com ist diesen Fragen auf den Grund gegangen.

Android 3.0 Honeycomb: Erste Eindrücke von Googles Tablet-OS

Das Wichtigste vorweg: Android 3.0 Honeycomb ist nicht einfach nur eine Weiterentwicklung von 2.0 “Eclair”, 2.2 “Froyo” und 2.3 “Gingerbread”. Honeycomb ist anders. Es wurde neu kreiert — zwar nicht von Grund auf, aber doch so weit, dass es an der Oberfläche nicht mehr viel mit seinen auf Smartphones beheimateten Vorgänger-Versionen zu tun hat.

Dabei ist Android 3.0 nicht etwa kompliziert oder schwer zugänglich — genau das Gegenteil ist der Fall. Allerdings nur, wenn dabei keine vermeintlichen Erfahrungswerte mit Googles OS im Wege stehen. Das muss der Honeycomb-Nutzer verstehen — und dann folgerichtig loslassen können von der Idee, Android wie seine Westentasche zu kennen. Denn, und an dieser Stelle wiederhole ich mich gerne, Honeycomb ist neu. Und das ist auch gut so.

Status- und Aktionsleiste

Was ist denn nun aber so neu und anders in Android 3.0 Honeycomb? Die zwei wichtigsten Elemente bei der Benutzung des Betriebssystems sind die Aktionsleiste am oberen und die Statusleiste am unteren Bildschirmrand. Die Statusleiste entspricht der alten Notification Bar aus Froyo: Hier werden aktuelle Informationen eingeblendet, die Uhrzeit, der Akku-Ladestand oder die WLAN-Stärke angezeigt. Zusätzlich erhält der Nutzer über die Statusleiste Zugriff auf die Uhr, die System-Einstellungen und findet in der linken Ecke die Ersatzsymbole für die alten Home-, Suche-, Menü- und Zurück-Hardwarebuttons: “Zurück”, “Home” und “kürzlich genutzte Apps”. Die Suchfunktion ist derweil in die obere Aktionsleiste umgezogen.

Die Aktionsleiste ist das wahre Meisterstück der Google-Entwickler: Je nach Applikation ist sie vorhanden oder unsichtbar und bietet neben der Suche (auch dem Shortcut für die Sprachsuche) kontextsensitive Optionen an. Entwickler von Applikationen können die Aktionsleiste in ihre Anwendungen implementieren, müssen aber nicht — eine Paradebeispiel für den offenen Gedanken hinter Android.

Der Homescreen

Auch hinsichtlich der Individualisierung des Homescreens hat sich mit Honeycomb Einiges getan: Jede der fünf Seiten kann nun ein separates Hintergrundbild zugeordnet werden, jede bietet mit acht Reihen á 7 Zeilen Platz für bis zu 56 Shortcuts mit einer Größe von 1×1, Widgets nehmen je nach Art natürlich mehr Platz ein.


Shortcuts und Widgets werden nicht mehr wie gehabt schnöde über langes Drücken im App-Drawer auf dem Home-Screen platziert — neuer Dreh- und Angelpunkt der Individualisierung ist fortan der integrierte Launcher. Dieser beinhaltet, unterteilt in Drawer, verschiedene Elemente der Gestaltung wie Widgets, Shortcuts, Wallpaper und mehr. Der Clou: Die Widgets werden im Launcher bereist genauso angezeigt, wir sie später auch auf dem Home-Screen aussehen werden — sehr praktisch. Zusätzlich findet der Nutzer unter jedem Element im Launcher noch die Angabe darüber, wie viele “Kästchen” das Widget einnimmt.

Der App-Drawer

Um Applikationen zu starten, bedient sich Honeycomb weiterhin des App-Drawers. Hier werden sämtliche auf dem Gerät installierten Anwendungen angezeigt — allerdings mit der kleinen aber feinen Neuerung, dass diese nun über das Label “my Apps” aussortiert und direkt aus dem Drawer heraus deinstalliert werden können. Darüber hinaus ist in der App-Drawer-Ansicht stets der Schnellzugriff auf den Android Market durch ein immer eingeblendetes Symbol in der Aktionsleiste gewährt.

Der Browser

Auch der integrierte Browser hat mächtig zugelegt: Grundsätzlich verzichtet er auf Rahmen, blendet die Adressleiste aus und stellt so quasi das pure Internet dar. Möchte der Nutzer nun aber Interagieren, reicht ein Wischen von einer Bildschirmecke in Richtung Screen um das schicke, halbkreisförmige Navigationsmenü aufzurufen.

Fazit

Honeycomb bringt noch viel mehr Neues: Verbesserungen in Google Maps, im Kalender, in der Darstellung des Akkuverbrauchs und der Systeminformationen, im Android Market und, und, und. Dabei müssen wir festhalten, dass es sich erst um den Anfang handelt — in den folgenden Wochen und Monaten dürften noch weitere Verbesserungen, Optimierungen und Erweiterungen folgen.

Chris Burns jedenfalls zeigt sich bereits vom aktuellen Stand begeistert, und ich muss zugeben, dass sich meine Vorfreude auf Android 3.0 beim Lesen des Reviews und Erstellen dieses Artikels noch mal um mehrere 100 Prozent gesteigert hat. Ich hoffe, es geht euch ebenso.

Bilder und Quelle: androidcommunity.com

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