Android Honeycomb: Steifer Gegenwind fürs iPad

Flavio Trillo
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Noch ist das iPad Herrscher im Land der Tablets – unangefochten fährt Apples Flaggschiff der ultramobilen Geräte mit geschätzten 70 bis 80 Prozent Marktanteil im Jahr 2011 unter vollen Segeln. Lange Zeit gingen die Beobachter davon aus, dass sich das so schnell auch nicht ändern wird. Der von Android zu erwartende Gegenwind wurde als äußerst gering eingeschätzt, hauptsächlich wegen des mangelnden Ökosystems und fehlender Apple Stores. Doch am Horizont zieht ein Sturm auf: Android Honeycomb wird besser, ebenso wie die dazugehörigen Tablets. 

Das Motorola Xoom wurde sogar von Android-Fans als “etwas ernüchternd” beschrieben – mehr ein leichtes Lüftchen als ein Orkan. Weitere Modelle aus der Feder von HTC oder Dell konnten bestenfalls die Hoffnung auf Besseres schüren. Ein Kandidat, der angeblich frischen Wind in den Markt bringen wird, ist das neue Samsung Galaxy Tab 10.1V.

Pures Android Honeycomb, ohne die sonst üblichen Anpassungen durch den jeweiligen Geräte-Hersteller, zeigt zwar noch einige kleine Schwächen, deutet aber bereits an, wo die Reise hingehen könnte. Zu einem massenfähigen Tablet, das dem iPad 2 (und möglicherweise auch seinem Nachfolger) durchaus gefährlich werden könnte. Die Teilnehmer der Google I/O, einer jährlichen Entwicklerkonferenz, durften das neue Samsung-Tablet mitnehmen und sehen durchaus Fortschritte.

Noch sei Honeycomb 3.0 auf dem Galaxy Tab “verdammt fehlerreich”, gibt Jason Kincaid von TechCrunch zu. Im Vergleich zum Motorola Xoom biete das neue Tablet aus Korea aber einige Vorteile. Die Handhabung sei sehr viel angenehmer, weniger scharfe Kanten und ein geringeres Gewicht machen sich positiv bemerkbar. Allein die Software, das Betriebssystem Android Honeycomb müsse noch aus einigen Kinderkrankheiten herauswachsen.

Apples iOS sei nach wie vor “sehr viel runder und intuitiver als Honeycomb und wird es wohl auch immer bleiben”, vermutet Kincaid. Immerhin sollte aber eine steigende Präsenz der passenden Geräte dafür sorgen, dass nicht nur Technik-Begeisterte und Apple-Gegner sich zum Kauf überreden lassen. Der Android Market wird mit mehr als nur 100 Apps für Tablets bestückt sein, die Preise für die Hardware werden sinken.

All das war bisher, angesichts solcher Vertreter wie des Motorola Xoom oder des (ersten) Samsung Galaxy Tab eher unwahrscheinlich. Jetzt haben die Hersteller aber vorgelegt und Google ist am Zug: Die Fehler im System müssen möglichst schnell bereinigt werden, damit die leichten, schnellen Tablets der kommenden Monate auch entsprechend glänzen können.

Die Lage sieht also für Android sehr viel rosiger aus als noch vor ein paar Wochen. Vorerst kann Apple getrost auf viele Millionen verkaufte Geräte und Rekord-Umsätze blicken. Zweifellos wird das iPad 3 im kommenden Jahr ein weiterer Meilenstein der Technik, ein revolutionäres, ja magisches Produkt. Vielleicht hat Android bis dahin aber so stark im Markt Fuß fassen können, dass es für Cupertino zumindest kein so leichter Sieg mehr wird, wie bisher. Die Segel sind gesetzt.

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