Google Android: Honeycomb bleibt vorerst unter Verschluss

Flavio Trillo
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Googles Android 3.0 soll in absehbarer Zeit nicht als Quellcode an die Öffentlichkeit geraten. Man wolle vermeiden, dass die Entwickler das mobile Tablet-Betriebssystem auch für Smartphones und andere Geräte einsetzen, da man “selbst noch nicht wisse, ob es dort überhaupt funktioniert”. Dies gab Googles Entwickler-Chef Andy Rubin gegenüber businessweek.com an.  

“Google ist ein Open Source Projekt. Wir haben unsere Strategie nicht verändert”, so Rubin weiter. Man habe bei der Entwicklung der neuen Version des Systems unter Zeitdruck gearbeitet und daher gewisse Abstriche beim Design machen müssen. Ein Test von Android Honeycomb auf Smartphones sei nicht mehr möglich gewesen.

Vorerst müssen Entwickler also ohne die Möglichkeit auskommen, das Betriebssystem nach eigenem Gutdünken anzupassen. Das mag viele verärgern, doch für Dave Rosenberg, Spezialist für Open Source Software ist der Schritt keine Überraschung. Man könne seiner Ansicht nach von einem Unternehmen, das 185 Milliarden US-Dollar wert ist, nicht ein solches Vertrauen in den Rest der Welt erwarten. “Man muss realistisch sein und sehen, dass Google zu jeder Zeit in seinem eigenen Interesse handeln wird”, so Rosenberg.

Der Traum von einem quelloffenen System, das von einem IT-Giganten entwickelt und der Welt kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, ist also ausgeträumt, zumindest fürs erste. Google will auf diese Weise vermeiden, dass Anwender das Android OS nicht in Höchstform erleben. Die Angst, Honeycomb könnte sich auf Smartphones nicht von seiner Schokoladenseite zeigen, ist allerdings auf lange Sicht hinderlich, meint Eben Moglen, Professor an der Columbia Law School.

“Wie die Vergangenheit uns lehrt, hilft es mehr als es schadet, der Entwicklergemeinde den Quellcode zur freien Verfügung zu stellen”, so Moglen. Bislang war Google als eines der wenigen großen Unternehmen bekannt, das ihre Schöpfungen der Öffentlichkeit ohne Einschränkungen zur Verfügung gestellt hat. Doch Rubin bleibt hart und lässt sich nicht auf einen Termin für die Freigabe von Android 3.0 bewegen. “Das Team arbeitet hart an einer Lösung, das System auch auf anderen Plattformen zum Laufen zu bringen”, so der Google-Manager.

Es bleibt also vorerst nur die Hoffnung, dass die Entwickler in Mountain View zügig vorankommen und Android Honeycomb auch für Smartphones anpassen. Bis dahin ist Google eben doch ein ganz normale Software-Gigant, der seine Produkte ebenso unter Verschluss hält, wie es die Konkurrenz aus Redmond und Cupertino im Allgemeinen ebenfalls tut.

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