Gegen Diebe: Selbstzerstörung aus der Ferne bald möglich

Tuan Le

Die meisten Smartphones sind heutzutage alles andere als billig – gerade für ein Flaggschiff-Gerät gibt der eine oder andere technisch interessierte Nutzer sicherlich 500 Euro oder noch mehr aus. Umso ärgerlicher ist es, wenn einem das Gerät gestohlen wird: Eine Neuerung im Android-Code soll aber Dieben den Reiz nehmen, sich ein Android-Gerät unbefugt zuzulegen.

Gegen Diebe: Selbstzerstörung aus der Ferne bald möglich

Bisher hat man als Smartphone-Besitzer sehr schlechte Karten, wenn das eigene Gerät abhanden gekommen ist. In der Regel schalten intelligente Diebe das Smartphone aus und setzen es auf die Werkseinstellungen zurück, damit der Eigentümer des Gerätes keinen Zugriff mehr auf das Smartphone erhält. Daher gilt es, nach dem Verlust des Gerätes möglichst schnell zu reagieren und über den Android-Gerätemanager zu überprüfen, ob man wenigstens noch Zugriff auf das Gerät hat.

Hin und wieder kann man das Smartphone dann auch noch kurz orten, bevor es dann endgültig von der Oberfläche verschwindet. Auch das Anklingeln (falls das Smartphone doch nur hinters Bett gefallen ist)  sowie das Zurücksetzen des Gerätes aus der Ferne war schon vorher möglich und eine gute Maßnahme in Fällen, in denen Diebe es gar nicht auf die Hardware, sondern die Daten der Nutzer abgesehen haben. Dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Langfinger das Gerät noch eingeschaltet lassen und per Gerätemanager noch aus der Ferne ein Reset durchgeführt werden kann.

Das ändert aber natürlich nichts daran, dass die Hardware sich immer noch im fremden Besitz befindet. Um den Dieben das Leben aber möglichst schwer zu machen, haben Entwickler im Android-Open-Source-Code nun eine neue Funktion eingeführt, mit der Smartphones sich aus der Ferne zerstören lassen. Wird dann aus der Ferne der entsprechende Befehl eingeleitet, wird das Smartphone neugestartet und in den Recovery-Modus versetzt, wo der Brick-Befehl durchgeführt wird. Dabei werden sämtliche Partitionen gelöscht, die unter “/etc/recovery.brick.” gelistet sind.

Das kann nicht nur die persönlichen Daten beinhalten, sondern eben auch sensible Partitionen für Bootloader, Fastboot etc., sodass das Gerät im Nachhinein nur noch als Briefbeschwerer taugt und nicht einmal mehr flashbar ist. Natürlich ist die Funktion auch überaus gefährlich und wohl weniger für normale Nutzer gedacht, sondern für Geschäftsnutzer, die für das Unternehmen extrem sensible Informationen auf ihren Geräten mit sich herumtragen. Vermutlich werden Hardware-Hersteller das Feature daher wohl nur für auf Enterprise ausgerichtete Smartphones freigeben – allein schon, um sich Beschwerden unvorsichtiger Kunden zu ersparen.

Quelle: AOSP

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