Android 4.0 – Was Ice Cream Sandwich alles zu bieten hat [Update]

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Das neue Android Betriebssystem 4.0 ist seit einigen Wochen auf dem Markt und es gibt schon eine Menge Videos im Internet. Hands-On, Reviews, Tests, einen Überblick kann sich also jeder schnell im Internet machen. Ich werde mir Ice Cream Sandwich aber aus einem kritischen Blickwinkel anschauen.

Android 4.0 – Was Ice Cream Sandwich alles zu bieten hat [Update]

Face-Unlock, HD-Display, Dual-Core, Zero-Shutter-Lag und NFC. Die besonderen Spezifikationen des Google Handys sollten wir alle runter beten können. Einen Gesamteindruck von ICS  und dem Galaxy Nexus hat Robert gestern veröffentlicht. Mich interessiert viel mehr die Alltagstauglichkeit des Betriebssystems. Was kann ICS? Was kann es nicht? Was fehlt der Stock-Rom von Google?

Was Ice Cream Sandwich kann

ICS ist vor allem hübsch anzuschauen. Bei meinem HTC Desire habe ich noch alternative Launcher und Themes installiert, dieses Verlangen hatte ich beim Galaxy Nexus bisher nicht. Android 4.0 ist richtig schick! Das sinnlose Face-Unlock ist stylisch, genauso wie die Ordner-Funktion auf dem Homescreen und die Vorschau der Widgets im App-Depot. Alle Bewegungen sind Butterweich und dazu wunderschön animiert.

Ice Cream Sandwich - Face Unlock
Ice Cream Sandwich - Ordner
Ice Cream Sandwich - Widget Vorschau

Ich habe Android ab der Version 1.6 kennengelernt, aber hier fühle ich mich das erste Mal wirklich wohl. Alles wirkt durchdacht und das System richtig “fertig”. Ab dieser Version braucht sich Google nicht mehr dem Abschluss des Betriebssystem widmen, sondern der Optimierung. Meiner Meinung nach sind alle kommenden Android 4.0 Geräte allein vom System eine echte Konkurrenz für das Iphone. Manch einer möge jetzt Sense und Touchwiz ansprechen, das sind aber nur Oberflächen. Irgendwo wird immer ein Hauch des echten Android zu sehen sein, und wenn es nur die Einstellungen sind. Da finde ich eine ansprechende Oberfläche umso schöner.

Ice Cream Sandwich - Telefon App
Ice Cream Sandwich - Einstellungen - Aktivierung per Schieberegler
Ice Cream Sandwich - Hintergrundprogramme

Ice Cream Sandwich - Entwickleroptionen
Ice Cream Sandwich - Akkuverbrauch
Ice Cream Sandwich - Tastenlicht

Android 4.0 kommt mit einigen optischen Erweiterungen, wie wir sie sonst nur von Custom Roms kennen. Zum Beispiel das “nachglühen” am Ende einer Liste oder des Homescreens. Schick finde ich auch die grafische Hervorhebung meiner Auswahl im typischen Android 4.0 Cyan-Blau. Praktisch ist der vom Werk ab vorhandene Videoeditor. Dieser funktioniert tadellos mit selbst gefilmten 1080p Videos und konvertiert diese auch fast in angemessener Geschwindigkeit um. Face Unlock ist meiner Meinung nach ein lustiges Spielzeug. Mit meinem normalen Blick – abfotografiert – konnte es sofort umgangen werden. Und wer will schon immer eine “Sicherheits-Fratze” ziehen, wenn er sein Smartphone entsperren möchte?

Ice Cream Sandwich - Seitenglühen
Ice Cream Sandwich - Einstellungen Farbig

Was Ice Cream Sandwich nicht kann

Die Lobeshymnen auf ICS lassen auch in meinem Artikel nicht ab. Viel fehlt dem Betriebssystem wirklich nicht mehr. Die Einstellungsmöglichkeiten der Systemfarbe wäre aber schön, im Appdepot hätte ich auch gern die Möglichkeit unsinnige Apps zu verstecken, und eine Option im Lockscreen Wunschapps zu hinterlegen (like HTC) finde ich generell praktisch. Vieles ist mit kleinen Apps oder über Root dank den XDA-Developern schon möglich. Schade, ich möchte das direkt über die Grundversion einstellen/ändern können. Wie wir in der Redaktion aber so gern sagen: Das ist meckern auf hohem Niveau!

Ice Cream Sandwich - Einstellungen
Ice Cream Sandwich - Einstellungen II
Ice Cream Sandwich - Ausgeführte Apps

Was Ice Cream Sandwich fehlt

Gehen wir gleich ans Eingemachte: In der Standard Mail App fehlt die Erklärung zu den Buttons, eine erste Einführung wie beim Start des Gerätes wäre sicher nicht aufwendig. So werden sich viele Einsteiger schwer und umständlich durchprobieren müssen. Der Menü-Button in vielen Apps ist ein kleiner 3-Punkte-Bereich neben den Software-Buttons. Der wird schnell übersehen, und da man auf den nebenstehenden “Hintergrunddateien” Button kommt, stört das den sonst fließenden Ablauf im System. Außerdem habe ich keinen Editor/Office Anwendungen/To-do-List, keine Stoppuhr, kein Google Reader und keine Diktiergeräte-App.

Ice Cream Sandwich - Lockscreen
Ice Cream Sandwich - Galerie - Optionen 2

Fazit

Genau das ist super Schade, denn die fehlenden Apps/Grundfunktionen trüben meinen Gesamteindruck vom Nexus dann doch noch ein bisschen. Google überlässt hier einen Teil der Pluspunkte unnötig dem konkurrierenden IOS von Apple, da sind solche Basics nämlich Standard. Sicherlich werden die anderen Hersteller mit Sense oder Touchwiz genügend Apps vom Werk aus installieren, für einen Androiden Nexus-Einsteiger wird der Anfang allerdings etwas holpriger als gewünscht. Trotzdem siehst Ice Cream Sandwich irrsinnig gut aus, bedient sich für erfahrene Nutzer intuitiv und lässt mich auf ein grandioses 2012 Smartphone Jahr hoffen.

 

Tipps und Tricks zu Ice Cream Sandwich

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