Android 4.0 Ice Cream Sandwich: Offiziell vorgestellt, SDK bereits verfügbar [Video]

Es ist offiziell: Android 4.0 Ice Cream Sandwich ist da! Gerade eben ist das Event in Hongkong zu Ende gegangen auf dem Samsung und Google gemeinsam das Galaxy Nexus – so nun doch der offizielle Name des neuen Google Flaggschiff-Smartphones – und die jüngste Iteration des Android-OS vorgestellt haben. Wir haben uns das Ganze live angesehen und präsentieren euch die neuen Features und Funktionen des neuen Betriebssystem-Version für Smartphones und Tablets.

Android 4.0 Ice Cream Sandwich: Offiziell vorgestellt, SDK bereits verfügbar [Video]

Zwei Dinge vorweg, bevor wir in die Details der neuen Android-Version 4.0 Ice Cream Sandwich gehen: erstens steht für alle interessierten Entwickler unter unseren Lesern das Android 4.0 SDK ab sofort unter diesem Link zur Nutzung bereit.

Und zweitens sind wir vom in Hongkong Gezeigten ziemlich angetan – das Warten (und Aufbleiben) hat sich gelohnt, denn mit 4.0 ICS steht uns ein deutlich „erwachseneres“ Betriebssystem ins Haus:

Google hat sich viele Wünsche und Anregungen der Nutzer zu Herzen genommen, hat offensichtlich auch über den eigenen Tellerrand geschaut und sich Anregungen bei Apps und bestimmt auch bei Konkurrenzprodukten geholt und das alles zu einem auf den ersten Blick seht stimmigen Paket zusammen geschnürt. Und das beinhaltet im Detail Folgendes:

Die neue Bedienoberfläche

Google hat Android aufgeräumt und „geradegezogen“: Die Optik wirkt schicker, moderner und nicht mehr so zusammengeklaubt. Dazu tragen Dinge wie der neue Roboto-Schrifttyp, neue Animationen, konsistente Kontexmenüs und natürlich auch die schicke Softbutton-Leiste bei.

Außerdem gibt es – wie schon aus Honeycomb bekannt – nun auch in der Größe veränderbare und scrollbare Widgets für den Homescreen, sehr einfach und intuitiv zu erstellende Ordner und eine scrollbare Liste der letzten geöffneten Tabs.

 
 

Neue Features und Funktionen, überarbeitete Apps

Ja, die vermutete native Screenshot-Funktion, die sich durch das gleichzeitige Drücken des Power- und des „Lautstärke runter“-Buttons auslösen lässt, ist an Bord. Überdies wurde die Android-Tastatur überarbeitet und bietet nun neben verbesserter Fehlerkorrektur vor allem auf die Möglichkeit, Wörter und Textabschnitte auszuschneiden und innerhalb des Textes zu verschieben.

Verbessert auch die Sprache-zu-Text-Eingabe, die nun beinahe verzögerungsfrei arbeitet und sogar mit kurzen Sprechpausen umgehen kann. Ob das mit deutschen Ansagen allerdings genauso gut funktioniert, wie in der englischen Demonstration bleibt abzuwarten.

 
 

Wozu eine PIN oder ein Muster, wenn das Smartphone auch das Gesicht des Nutzers erkennen kann? Android 4.0 bringt Face Unlock: Das Gerät entsperrt sich erst, wenn sich das gespeicherte Gesicht des Benutzers in der Frontkamera zeigt. Das funktionierte allerdings auf der Bühne in Hongkong leider nicht ganz so elegant, wie erhofft – was aber wirklich an den Scheinwerfern oder anderen optischen Umwelteinflüssen gelegen haben könnte. Wenn es rund läuft, wäre das konzeptionell aber eine tolle Sache.

Der neue Browser erlaubt komfortables Tabbed Browsing, native Synchronisation mit den Chrome-Bookmarks, Offline-speichern von Webseiten für die spätere Lektüre sowie das separate Ändern des User Agents für jede Seite und jeden Tab – sollte man bestimmte mobile Seiten zum Beispiel lieber im Desktop-Modus betrachten wollen.

Auch die Googlemail-App erhält die neue Action-Bar am unteren Bildschirmrand. Außerdem ermöglicht die App die Offline-Suche in den Mails sowie das einfach hin- und herwechseln zwischen geöffneten Nachrichten per Fingerwisch. Besonders cool sehen die neuen Adressaten aus, die sich in Form von „chips“ komplett mit kleinem Foto präsentieren.

Ausnehmend hübsch ist der Kalender in Android 4.0 Ice Cream Sandwich, der nun Pinch-to-Zoom für die bessere Übersicht erlaubt.

 
 

Wie erwartet gibt es in Ice Cream Sandwich einen Datenzähler, der misst und aufzeichnet wie groß das verbrauchte Datenvolumen ist. Besonders praktisch für Nutzer ohne oder mit stark eingeschränkter Datenflat: Es lassen sich Alarme oder Sperren festlegen, wenn ein bestimmtes Limit erreicht ist. Außerdem lässt sich das Datenaufkommen noch individuell nach Zeitraum und App aufschlüsseln. Eines der wohl praktischsten und benutzerfreundlichsten Features von Android 4.0.

 

Viele Neuerungen auch bei der Kamera-App: Fotos lassen sich schneller schießen und weiterleiten, Bildbearbeitung samt „Hipster“-Filter ist integriert, ebenso Gesichtserkennung für bessere Fokussierung und eine Panorama-Funktion, die sehr gut funktioniert. Auch die Galerie bekommt ein neues „Magazin“-Layout verpasst.

Bei der Videoaufnahme sind nun auf Zeitraffer-Video möglich, die Kamera kann während der Aufnahme nachfokussieren und liefert auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch gute Ergebnisse.

 
 

Statt der bisherigen Kontakte gibt es unter Ice Cream Sandwich „People“ – ein überarbeiteter Kontakt-Manager, der alle Informationen, Social Network-Konten und Status-Updates zu einer Person in einer sehr schicken digitalen Karteikarte speichert. Das dort hinterlegte großformatige Foto des jeweiligen Kontakts füllt bei einem eingehenden Anruf im Idealfall dann auch den ganzen Screen aus. Und wenn ich gerade nicht mit der Person sprechen möchte, dann lasse ich dieser via Message einen kurzen Hinweis auf einen baldigen Rückruf o.ä. zu kommen.

 
 

Das letzte große Feature, das in Hongkong präsentiert wurde, war „Beam“: Ein NFC-basierter Dienst über den sich durch simples Aneinanderhalten zweier Geräte alle möglichen Daten, wie Links, Maps-Örtlichkeiten oder sogar Applikationen (natürlich nur die entsprechende Seite im Android Market, nicht die App selber) austauschen lassen – schön, ein brauchbares Anwendungsfeld von NFC abseits des monetären Umfelds zu sehen.

Eines Sache die nicht erwähnt, von unseren Lesern aber nachgefragt wurde und die ich ob eines entsprechenden Eintrags auf der Android Developer-Seite bestätigen kann: Android 4.0 Ice Cream Sandwich kommt mit 2D-Hardware-Beschleunigung.

So, das war ein grober Überblick über die Neuerungen, die Android 4.0 bringen wird. Wie eingangs erwähnt: Wir sind durchaus angetan und freuen uns – auf erste ausführliche Hands Ons, Test- und Erfahrungsberichte und natürlich am meisten darauf, Ice Cream Sandwich schnellstmöglich in Form eines Testgerätes oder noch besser eines Releases für unsere eigenen Hardware selber ausprobieren zu dürfen.

Wir sind überzeugt, dass Ice Cream Sandwich uns allen viel Freude bereiten wird; und davon, dass Google das Android-OS heute Morgen auf eine neue Stufe gehievt hat. Bravo!

Offizielles Android Developer-Portal [via thisismynext]

Dieser Artikel ist ursprünglich auf androidnext.de erschienen. androidnext und GIGA ANDROID sind jetzt eins. Mehr erfahren.

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