Android 4.0 "Ice Cream Sandwich": Das bringt die nächste Version

Amir Tamannai
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Gestern war es also soweit, Google hat Android “Ice Cream Sandwich” offiziell gemacht. Und auch gleich diverse neue Features der OS-Version, die Tablets und Smartphones zusammenführen soll, vorgestellt. Wir haben die Neuerungen für euch zusammengefasst.

Android 4.0 "Ice Cream Sandwich": Das bringt die nächste Version

Um es in den Worten von Googles Produktmanager Hugo Barra auszudrücken: “Ice Cream Sandwich wird die bislang ambitionierteste Android-Version.” Klar, sollen mit ihr doch Tablets, Smartphones und sogar Google TV-Geräte eine gemeinsame OS-Basis bekommen. Für Entwickler soll gleichzeitig nur noch ein einziges API-Framework zur Verfügung stehen — was die Programmierung von Apps ungemein erleichtern dürfte: Vorbei wären die Zeiten von speziellen Honeycomb- respektive Gingerbread-Applikationen, die erst umständlich für die jeweils andere Version angepasst werden müssen. Auch die Displaygröße soll bei der Entwicklung unter Ice Cream Sandwich demnach kein Grund zur Fragmentierung von Apps mehr sein. Mike Claren vom Android-Entwicklerteam fasste diesen Gedanken stimmig mit “Wir wollen ein OS, das überall läuft” zusammen.

Mit der Vereinheitlichung der Betriebssystem-Versionen für alle Geräte geht natürlich einher, dass das von Android 3.0 Honeycomb bekannte Eye Candy über kurz oder lang auch auf Smartphones zu sehen sein wird: Die “holografische” Benutzeroberfläche, die Multitasking-Steuerung, der Launcher, die hübscheren, künftig auch in der Größe frei veränderbaren Widgets und alles, was dazu gehört. Und das Beste: Laut Google stellt Ice Cream Sandwich keine höheren Anforderungen an die Hardware und soll folglich auch auf älteren Geräten problemlos laufen. Was an dieser Stelle allerdings “älter” bedeutet, sei dahingestellt: Ich könnte mir vorsichtig vorstellen, dass das Ganze auf einem Galaxy S oder HTC Desire noch funktioniert – ob allerdings ein G1 oder ein Motorola Milestone in den Genuss der Honeycomb-UI kommen werden, bleibt skeptisch abzuwarten.

Neben diesen eher allgemeinen Ausführungen, wurden auch drei ganz konkrete neue Technologien gezeigt, die sich alle um das Thema Videoaufnahme, Bewegungs- und Gesichtserkennung drehen:

Die sogenannte Head Recognition Software erkennt nicht nur das Gesicht des Nutzers, sondern dessen ganzen Kopf und kann so auf Bewegungen desselben reagieren. Somit könnte eine entsprechende Software den Blickwinkel des auf dem Screen sichtbaren Bildausschnittes der Blickrichtung des Nutzers anpassen — ähnlich wie beim vom PC bekannten Track IR-System, das aber mit einem auf eine Mütze o.ä. aufzuklebenden Sticker arbeitet. Ice Cream Sandwich käme ohne derartige Hilfsmittel aus.

In Sachen Gesichtserkennung demonstrierte Google noch eine Spielerei, bei der Nase, Mund und Augen des Nutzers auf dem Screen in Echtzeit verzerrt werden können und in der Folge ebenfalls jede Bewegung des Kopfes mitgehen. Was erst mal relativ sinnlos erscheint, könnte nicht nur für Menschen, die eine Schönheitsoperation planen, praktisch sein: Ich denke gerade an das Ausprobieren von Brillen oder sogar an Live-Avatare für Foren, Second Life, WoW oder einfach nur den Inkognito-Video Chat!

Ein deutlich konkreteres Feature ist der Auto-Focus, der den jeweils Sprechenden im Video-Chat scharf stellt: Stehen zwei Nutzer vor der Kamera und reden abwechselnd, erkennt die Software den jeweils Wortführenden und zoomt auf diesen ein. Bei der Vorführung auf der Bühne funktionierte das schon erstaunlich gut.

Natürlich werden neben diesen Features auch die neuen Funktionen, die schon mit Honeycomb 3.1 eingeführt werden, in Ice Cream Sandwich vorhanden sein: Besonders gut finden wir die Einführung eines USB Host-Modus’, die nicht nur den Anschluss von Tastaturen und Mäusen, sondern auch die Nutzung von Gamepads, Kameras und speziell für Android angepassten Geräten ermöglichen wird.

Erscheinen soll “Ice Cream Sandwich” leider erst im vierten Quartal 2011 — bis dahin wird erfahrungsgemäß noch eine Menge passieren. Wir freuen uns nichtsdestotrotz über die schönen Ankündigungen und sind gespannt, wie die Android-Welt Ende des Jahres aussehen wird.

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