Forderungen an Android Market: App-Entwickler gründen Gewerkschaft

Frank Ritter
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Trotz des kürzlichen Updates für den Android Market im Web gibt es noch diverse Punkte, die daran nerven. Die Misstände waren uns einen eigenen Artikel wert. Am schwersten wiegt sicher das Fehlen von weiteren Bezahloptionen neben PayPal. Unter anderem deswegen hat sich jetzt eine Gewerkschaft der Android-Entwickler gegründet: Die AnDevUni.

Forderungen an Android Market: App-Entwickler gründen Gewerkschaft

AnDevUni steht für “Android Developers Union”. Die Gruppierung existiert seit dem ersten März und stellt im Kern sieben Forderungen. Im einzelnen:

Neuverhandlung der 32% Google-”Steuer” bei App-Verkäufen

AnDevUni fordert, dass entweder der Google-Anteil gesenkt wird oder ein realer Gegenwert in Form besserer Pflege des Markets bei Google geschaffen wird, der dem AppStore bei Apple entspricht.

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Die Kernforderungen der AnDevUni: Ein Manifest?

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Problemlösung für die “Eintrittssortierung”

Derzeit gibt es nur zwei Arten, auf die man den Android Market durchstöbern kann: Per Auflistung der neuesten oder der meistverkauften Apps. Die neuesten Apps werden ständig aktualisiert, länger als eine Minute wird man dort nicht angezeigt. Die bestverkauften Apps werden gezählt seitdem der Android Market live ging, sodass dort fast ausschließlich ältere Apps eine Chance haben, und Newcomer keine realen Chancen auf die exponierten Positionen in den Listings haben. Die AnDevUni fordert zeitlich oder örtlich eingegrenzte Algorithmen zur Darstellung der populären Apps.

Öffentliches Bugtracking für den Market

Der Market in seiner Webvariante und auch die Market App selbst sind fehlerbehaftet. Trotz der allgemein offenen Natur der Google-Produkte existiert kein Bugtracking-System oder irgendeine Instanz, bei der man seine Verbesserungsvorschläge und Featurewünsche einreichen kann. Die AnDevUni fordert, dass entweder alle mit dem Market in Zusammenhang stehenden Produkte quelloffen zur Verfügung gestellt werden oder zumindest ein öffentliches BugTracking-System eingerichtet wird.

Bessere Zahlungsoptionen

Hier geht es nicht nur darum, dass andere Zahlungsoptionen als Google Checkout/Kreditkarte angeboten werden, sondern auch dass Entwickler die Möglichkeit haben, ein Bezahlschema “Zahl, soviel du willst” anzubieten.

Klare Regeln zur Zulassung von Apps im Android Market

Diverse Apps wurden von Google bereits ohne Erklärung und Benachrichtigung zurückgewiesen oder entfernt, obwohl die Richtlinien, welche Apps zulässig sind, nur sehr vage formuliert sind. Auch ein Einspruch ist nicht möglich. Die AnDevUni fordert klar kodifizierte Regeln für die App-Zulassung und die Möglichkeit, Beschwerde gegen eine Ablehnung einzureichen.

Bessere Kommunikation und Ansprechmöglichkeiten

Die AnDevUni bemängelt, dass der aktuelle Stand und Änderungen am Android Market nicht oder nur mangelhaft öffentlich gemacht werden, insbesondere was Informationen an App-Entwickler angeht. Eine spezielle Kontaktperson oder -Stelle soll als Ansprechpartner sowohl in öffentlichen Dingen als auch für persönliche Angelegenheiten dienen.

Algorithmus-Transparenz

In ihrer letzten Forderung insistiert die Gewerkschaft darauf, dass mehr Einsicht in die Art und Weise gewährt wird, wie der Android Market funktioniert. Dabei geht es unter anderem um den Mechanismus, der bewirkt, ob eine App unter “Neueste” aufgeführt wird oder nicht, was mit markierten Kommentaren passiert und ob es eine irgendwie geartete redaktionelle Kontrolle gibt. Sollte dass der Fall sein, wird die Forderung gestellt, dass ein Repräsentant der Community an den Entscheidungen beteiligt wird.

Entwickler-Gewerkschaft – Was bringt’s?

Auch wenn die Selbsttitulierung “Gewerkschaft” etwas plakativ ist, zumal die Gruppe bis dato kaum Mitglieder hat, ist der Forderungskatalog der Android Developers Union legitim. Nach wie vor ist unverständlich, warum Google dem Android Market nicht das Maß an Zuwendung und Professionalität zukommen lässt, die er verdient — schließlich wurde Mobile als Kernpunkt der Firmenstrategie sowohl von Eric Schmidt als auch Larry Page genannt. Denn auch wenn der neue Web-Market ein Schritt in die richtige Richtung ist, bleibt noch viel zu tun, bis ein Maß an Professionalität im Bereich der App-Ökonomie erreicht ist, wie man sie vor allem von Apple kennt. In dem Sinne ist die Gewerkschaft der Android-App-Entwickler gutzuheißen, denn Google sollte Druck aus allen Richtungen verspüren — von Seiten der Konsumenten, der Medien und der App-Entwickler. Und das mit den Mitgliederzahlen der Gewerkschaft kann ja noch werden — ein guter Startpunkt zum Organisieren sind die Mailingliste, die Petition und das Blog zur Gewerkschaft.

Android Developers Union

Zum Thema passend: unser Special “Android Market: 15 Features, die wir uns wünschen”

Weitere Themen: Android, AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games

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