Android Market: 15 Features, die wir uns wünschen

Frank Ritter
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Der neue Android Market im Web ist da und bringt diverse Funktionen, die wir uns seit Monaten, wenn nicht gar Jahren gewünscht haben: Ein echtes Portal mit Programmempfehlungen, funktionierender Suche und der sehr coolen Remote-Installation. Natürlich haben wir trotzdem etwas zu meckern, denn perfekt ist der Market noch lange nicht. Hier unsere Top 15 der Dinge, die Google noch verbessern müsste, um aus einem guten Android Market einen Spitzen-Android Market zu machen.

Android Market: 15 Features, die wir uns wünschen

1. Apps löschen aus der Ferne

Dass man Apps “aus der Ferne” installieren kann, ist eine simple und doch verblüffende Funktion. Hat sich Google bestens bei AppBrain abgeschaut. Noch schöner wäre es freilich, wenn man auf gleichem Wege auch Apps “remote” deinstallieren könnte — also bequem vom Rechner aus.

2. App-Listen und App-Backup

Schön wäre es auch, wenn man Apps in Listen sortieren könnte. Möglicher Einsatzzweck: Mancher Nutzer setzt regelmäßig sein Gerät zurück oder installiert neue Firmwares. Auf diese Weise kann man die Listenfunktion als einfaches App-Backup verwenden und die wichtigsten Apps “in einem Rutsch” installieren. AppBrain-Nutzer werden jetzt anmerken: So etwas gab’s schon. Recht haben sie. Von AppBrain lernen heißt siegen lernen.

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3. Geräte besser verwalten

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Android-Tablets werden sich mutmaßlich schnell verbreiten, immer mehr Nutzer haben außerdem mehrere Android-Smartphones gleichzeitig. Das macht eine bessere Geräteverwaltung notwendig. Diese sollte direkt von der Startseite verfügbar gemacht werden, zumindest sofern man mehrere Geräte besitzt. Geräte sollten löschbar sein, momentan kann man sie nur verbergen. Für einen Gerätewechsel sollte man alle Apps von einem Gerät auf das andere kopieren können. Thumbnail-Icons, die die Geräte repräsentieren, würden die derzeit noch recht nackte Textliste zusätzlich etwas aufhübschen.

4. „Es ist Deutschland hier“ — Guido Westerwelle

Ohne Englischkenntnisse kommt man derzeit in Android nicht weit. Es wäre schön, wenn Google bei der Behebung dieses Misstands mit gutem Beispiel voran gehen würde und eine durchgehend deutsch übersetzte Oberfläche des Android Market zur Verfügung stellen würde. „Category: Bücher & Nachschlagewerke“ ist etwas peinlich.

Aber auch auf der Ebene einzelner Apps wäre es praktisch, wenn man auf einem Blick einsehen könnte, ob diese in der eigenen Muttersprache verfügbar sind. Kleine Länderflaggen-Piktogramme auf der App-Seite wären unser Wunsch, alternativ tut’s aber auch die jeweilige Sprache ausgeschreiben.

5. Bessere Kompatibiltäts-Anzeige

In der Market-App sind nicht-kompatible Apps nicht sichtbar. Soll heißen: Scannt man einen QR-Code für eine App von einem Android 2.1-Phone ein, die mindestens Android 2.2 erfordert, erhält man überhaupt kein Ergebnis. Ein besseres Feedback wie zum Beispiel “App nicht kompatibel” würde zu weit weniger Verwirrung führen (siehe unser Kommentarbereich zur Amazon-App). Im Web-Frontend könnte Google zudem gleich einblenden, welche Voraussetzungen eine App erfordert, etwa: Dual Core-CPU, WVGA-Auflösung, Android 2.1.

6. Neues Kategoriensystem

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Mal ehrlich: Was soll eine Unterkategorie “Sportwettbewerbe”? Warum sind Live Wallpapers und Widgets unter “Spiele” einsortiert? Was ist der Unterschied zwischen “Gesundheit & Fitness” und “Sport”? Müssten die “Sozialen Netze” nicht eine Unterkategorie der Sparte “Kommunikation” sein? Jemand sollte sich ein Herz nehmen, und die gesamte Kategorienstruktur der Apps neu gestalten.

7. Apps in Webseiten einbetten

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YouTube-Videos kann man mit wenigen Klicks über einen fertigen HTML-Code in eigene Webseiten und Blogs einbetten. Warum sollte das nicht mit Android-Apps möglich sein? Icon, App-Name, Kurzbeschreibung, wichtige Specs, ein QR-Code für den Barcode-Scanner und/oder ein Sofort-Installations-Link wären super und würden uns Redakteuren massig Arbeit ersparen.

8. Videos im Market

Schön, dass Entwicklern von Apps die Möglichkeit gegeben wird, ihre Apps im Market mit YouTube-Videos zu bewerben. Leider spielen diese Videos nicht ab, wenn man auf das Videobild klickt (Beispiel). Stattdessen wird man zu YouTube weitergeleitet. Ein doofer Umstand, den Google aber leicht beheben kann.

9. Social Sharing (App-Listen, Buzz, Facebook)

Fragt man Social Media-Berater nach irgendwas, sagen die: Der Trend geht ins Soziale. Da haben sie ausnahmsweise sogar recht. Also, Google, gebt uns mehr Möglichkeiten, Apps an Freunde, Bekannte und andere Personen weiterzuempfehlen. Neben dem Twitter-Link könntet ihr zum Beispiel eine Facebook-”Share”-Schaltfläche einbauen oder gar euren eigenen, fast vergessenen Kurznachrichten-Service “Buzz”. Ebenfalls schön wäre es, wenn man App-Listen (siehe Punkt 2) mit Freunden teilen könnte, ganz im Stile von Twitter, per “Follow”-Funktion. Ich würde nämlich gerne wissen, welche Live Wallpapers sich Daniel oder Amir gerade wieder installiert haben. In Webseiten einbettbare Widgets (“Meine installierten Apps”, “meine Lieblings-Apps”) würden das Ganze abrunden.

10. Eine Market-App, die nicht nervt

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Nicht jeder wird mir da zustimmen, aber das Design der Market Android-App ist in meinen Augen eine Katastrophe und wurde beim letzten großen Update noch verschlimmert. Ich könnte einen kompletten Artikel über die Problematik schreiben, hier nur die wichtigsten Punkte:

  • Das “App-Carroussel” nimmt etwa 40% des Bildschirms ein und ist damit viel zu groß. Der Market ist ein Google-Produkt, entsprechend sollte der Fokus auf die Information gelegt und Ablenkung vermieden werden.
  • Die Schaltflächen zur Installation/Kauf sind hingegen viel zu klein und vor allem unlogisch beschriftet: Warum muss ich auf “Gratis” klicken, nicht aber auf “Installieren”? Das widerspricht allen Usability-Regeln.
  • Wie viele andere Android-Nutzer überprüfe ich täglich die auf meinem Gerät installierten Apps auf verfügbare Aktualisierungen. Beim Update einer bereits installierten App interessieren die App-Beschreibungen allerdings wenig. In dieser Situation sollten das Changelog und Änderungen der Benutzerrechte im Vordergrund stehen, ohne dass man auf den winzigen “Mehr”-Button klicken muss..
  • Das Intervall zum automatischen Überprüfen auf Updates im Hintergrund sollte anpassbar sein.
  • Die Market-App sollte nicht “Market”, sondern neutral “Apps” heißen. Zusätzlich könnten hier erweiterte Möglichkeiten der App-Verwaltung integriert werden. Denn hinter dem Market versteckt sich bereits jetzt nicht nur die Möglichkeit, Apps zu kaufen wie das Wort “Market” impliziert, sondern auch Gratis-Apps herunterzuladen und Apps zu deinstallieren. Einsteiger werden nicht verwirrt und erhalten nicht den negativen ersten Eindruck, dass hier etwas gekauft werden müsse. Mit neuen Funktionen zur Anwendungsverwaltung (App-Cache leeren, App auf SD-Karte verschieben, Einstellungen zurücksetzen etc.) unter “Apps” könnte außerdem das Einstellungsmenü um den viel zu gut versteckten, aber wichtigen Punkt “Anwendungen” -> “Anwendungen verwalten” entschlackt werden.
  • Das 15-Minuten-Limit zum Testen von Apps ist viel zu kurz, insbesondere für Games, die nach der Installation noch hunderte MB aus dem Netz nachladen. Es muss ja nicht das alte 24-Stunden-Limit sein, aber mindestens eine Stunde zum Testen von Apps, in der ein Zurückerstatten noch möglich ist, sollten schon sein.

11. Personalisierte App-Empfehlungen

Jeder nutzt sein Android-Gerät anders, trotzdem gibt’s bestimmte Nutzungsmuster: Der Musikfan, der Auto-Navi-Freund, der Augmented Reality-Ausprobierer, der Social Networker und so weiter. Eine Funktion ähnlich wie die von Amazon nach dem Motto: “Andere Kunden, die ähnliche Apps wie du verwenden, nutzen außerdem folgende Apps” würde den Entdeckertrieb der Android-User stärken und die App-Downloads unter Android sicher erheblich erhöhen.

12. Statistiken

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Eher ein “Nice to have” als ein “Must Have”: mehr Statistiken. Auf der Startseite könnte Google automatisiert die Top-Apps global wie lokal aufführen, genauso wie “Durchstarter”, also Apps, die in jüngster Zeit besonders häufig heruntergeladen wurden. Auf einzelnen App-Seiten könnte Google vergleichbar zu YouTube (siehe Bild) aufführen, von wo eine App verlinkt wurde, Statistiken und Kurven, in welchem Zeitraum die App häufig geladen wurde, die Aktualisierungshäufigkeit und mehr — der Vorstellungskraft sind hier kaum Grenzen gesetzt. In Anbetracht der Tatsache, dass Google ein Konzern ist, der mit Daten, dessen Analyse und Strukturierung sein Geld verdient, ein nicht zu fern liegender Gedanke.

13. Affiliate-System für Apps

Affiliate bedeutet: Wenn ein Webseitenbetreiber ein Produkt, in unserem Fall eine App, bespricht oder bewirbt und dieses Produkt von einem Leser mithilfe eines speziellen Links gekauft wird, erhält der Webseitenbetreiber einen bestimmten Prozentsatz des Umsatzes. Affiliate ist gang und gäbe im Online-Marketing, bei Amazon funktioniert das seit Jahren, auch Apple bietet so etwas (über Umwege) für seinen iTunes-Store an. Wenn Google nachziehen würde und Website-Schreiberlinge mit einem kleinen Anteil, vielleicht 5%, an verkauften Apps beteiligen würde, gäbe es auch mehr Berichterstattung über Android Apps, mehr Interesse an dem Thema und damit mehr Downloads.

14. Apps melden-Funktion

Google distanziert sich deutlich vom “Big Brother”-Modell von Apples iTunes Store, bei dem jede App auf ihre Kompatibilität mit den Richtlinien geprüft wird. Wir finden das gut, allerdings haben die Kritiker von Googles offenem Ansatz durchaus recht, dass damit auch schädlichen oder betrügerischen Apps Tür und Tor geöffnet wird. Beispiel: Der Trojaner Geinimi, die App-Diebstahle der Davinci Developers oder der lächerliche Hitler-Wecker.

Ein Button “App melden” für Nutzer, die entdeckt haben, dass irgendetwas nicht stimmt, nebst Auswahlmöglichkeiten “Copyright”, “Gestohlene App”, “Beleidigung/Hass” und so weiter, sowie ein Textfenster für eine genaue Beschreibung der Problematik wären angebracht. In der Market-App gibt es diese Funktion schon, allerdings reichlich versteckt, im Web-Market fehlt sie. Dass ein Team bei Google sitzt und zumindest die am häufigsten gemeldeten Apps abarbeitet, versteht sich von selbst.

 

15. Mehr Bezahloptionen!

Zuletzt und am wichtigsten. Ihr kennt die Litanei: In Deutschland haben verhältnismäßig wenig Leute Kreditkarten, also auch keinen Google Checkout-Account und damit keinen Zugang zu Paid Apps im Market. Google würde seinen App-Absatz stark erhöhen und den Userfrust verringern, wenn im Android Market andere Bezahloptionen verfügbar wären. Beispiele:

  • PayPal, Amazon Payments und Co.
  • Bankabbuchung
  • Bezahlung per Mobilfunkrechnung
  • Prepaidkarten für Google Checkout
  • Geschenkgutscheine für Apps (sodass man sich Apps über Freunde/Bekannte besorgen könnte)

Es müssen ja nicht alle diese Optionen verfügbar sein, ein paar wären aber super.

Haben wir noch etwas vergessen? Welche Punkte fehlen euch noch im Market? Her mit eurer Meinung — in die Kommentare.

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