Android Market: App-Verkäufe unbefriedigend, Pläne für 2011

Frank Ritter
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Eric Chu, Platform Manager für Android, gab auf der Inside Social Apps in San Francisco zu Protokoll, dass man mit den Verkäufen von Apps unzufrieden sei. Außerdem sprach er über die Marschrichtung, die die App-Distribution unter dem Schirm des Android Markets im Jahr 2011 gehen wird.

Android Market: App-Verkäufe unbefriedigend, Pläne für 2011

Laut Forbes-Blog “selectstart” hielt sich Eric Chu zwar recht bedeckt und verwendete die Phrase “Stay Tuned” so oft, dass man ein Trinkspiel damit hätte durchführen können. Ein paar Details und grobe Einblicke in die Strategie der Android Market-Entwickler sowie neu vorgesehene Funktionen für Market und Apps ließ er sich aber doch entlocken:

  • In-App-Bezahlung: Auch aus Anwendungen heraus soll es zukünftig möglich sein, zu bezahlen. Denkbar wäre in dem Zusammenhang Paid-DLC für Mobile Games, aber auch der Kauf einer App-Vollversion aus der Trial heraus.
  • Bezahlung per Mobilfunkrechnung: Google plant, mit Mobilfunkanbietern auf der ganzen Welt zusammenzuarbeiten, um den Kunden des Android Markets neben Google Checkout eine weitere Bezahloption zu ermöglichen. Kein Wort übrigens mehr von PayPal. Ob die Gespräche zwischen Google und PayPal-Konzernmutter eBay gescheitert sind?
  • Bessere Market-Kontrolle: Es gibt nach wie vor zu viele Apps, die die Nutzungsbedingungen des Android Markets verletzen. Das Team, welches diese herausfiltert, soll gestärkt werden. Des Weiteren wird der Bewertungsalgorithmus für Apps im Market verfeinert.
  • Adressbuch-Integration: Apps sollen zukünftig auf das Adressbuch des Nutzers zugreifen können und somit die soziale Dimension von Apps stärken.
  • Apps in HTML5: Neben Java/Dalvik, PHP und Native C/C++ sollen eigenständige Apps zukünftig auch in HTML5 entwickelt werden können.

Das klingt nicht schlecht, geht aber bis auf einen Punkt (Bezahlen per Telefonrechnung) an den eigentlichen Problemen des Markets vorbei. Wir möchten an der Stelle äußern, dass es lediglich drei Maßnahmen bedürfte, um den Verkauf von Paid Apps erheblich zu verbessern:

  1. Mehr Bezahloptionen: In Deutschland ist die Kreditkartendichte geringer als in den USA. Android-User wollen aber trotzdem Apps kaufen. Google sollte den Menschen entgegenkommen und — wenn schon nicht per PayPal — dann doch wenigstens die Bezahlung per Bankeinzug, Prepaid-Karte, Premium-SMS oder ähnlichem zulassen. Es könnte vielen Nutzern schon ausreichen, wenn man Apps verschenken könnte, damit man sich dringend gewünschte Apps einfach von Freunden besorgen lassen kann.
  2. Ein besserer Market: Dass man auf Desktop-Rechnern den Android Market nicht durchsuchen kann, ist ein Armutszeugnis, insbesondere für Google. Mit dem derzeitigen Web-Market kann man nicht einmal Links zu Apps an Freunde verschicken. Von einem wirklich guten und übersichtlichen Market-Portal, das neue und interessante Apps basierend auf den eigenen Interessen vorschlägt, ganz zu schweigen. Warum kauft Google nicht AppBrain auf oder baut diesen Dienst in besserer Form nach?
  3. Ein Affiliate-System für Apps: Wenn Webseitenbetreiber mit einem kleinen Obulus von vielleicht 2 oder 3% des Verkaufspreises “belohnt” werden, wenn über die Site eine App gekauft wird, dürfte das eine gesteigerte Berichterstattung über Paid Aps zur Folge haben. Google wird davon nicht arm, aber die Verkäufe dürften deutlich in die Höhe schnellen.

Dass diese drei Maßnahmen funktionieren, haben vorher Steam (Punkt 1+2) sowie (alle Punkte) deutlich bewiesen. Im Market kristallisiert sich derzeit aber leider heraus, dass Google zwar Experte in Sachen Algorithmen ist, aber in puncto Usability, Marketing und Kundenzufriedenheit noch schweren Nachholbedarf hat.

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