Plants vs. Zombies: Untoten-Kegeln für Android im Test

Amir Tamannai
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Wenn PopCap den Ende Mai angekündigten Zeitplan einhält, müsste Plants vs. Zombies, zu Deutsch “Pflanzen gegen Zombies”, nun jederzeit im Android Market aufschlagen. Bislang stand das Spiel ja nur in Amazons Appstore und damit beinahe exklusiv für US-Bürger zur Verfügung. Damit ihr auf die hiesige Veröffentlichung vorbereitet seid, haben wir die Zombiehatz vorab ausgiebig getestet und präsentieren euch im Folgenden unsere Eindrücke der Erfolgs-App.

Plants vs. Zombies: Untoten-Kegeln für Android im Test

Eigentlich muss ich die im Teaser gewählte Begrifflichkeit “Zombiehatz” an dieser Stelle wieder revidieren. Denn gehetzt werden in Plants vs. Zombies keine Untoten. Vielmehr laufen diese auf das idyllische Grundstück des Spielers Sturm und versuchen, sich in Haus zu schleppen um an das unter lebenden Leichen so beliebte “Brain”, sprich Gehirn zu gelangen.

Dies gilt es natürlich zu verhindern. Nur statt, wie aus einschlägigen literarischen und cineastischen Werken bekannt, auf Kettensäge und Baseball-Keule zurück zu greifen, bedient sich der Spieler in PopCaps Tower Defense-Abwandlung wehrhafter Gartenpflanzen zur Verteidigung des heimischen Grundstücks. Dabei ist Plants vs. Zombies stilistisch mitnichten blutrünstig und gewalttätig, sondern vielmehr comichaft-skurril. Klingt komisch — funktioniert aber ausgesprochen gut und macht gewaltig Spaß. Nicht umsonst ist das Spiel auf iOS-Geräten und am PC bereits ein Reisenerfolg.

Es geht ganz harmlos los: Nach einem Überflug über den im ersten Level noch brach liegenden Vorgarten des Nutzers und den sich sammelnden Zombietypen auf der Straße davor, muss man zunächst nur eine einzige Grasbahn bepflanzen. Am linken Bildschirmrand befinden sich die zur Verfügung stehenden Samentypen (auch hier ist die Auswahl in den Anfangsleveln überschaubar). Zunächst also pflanzen wird die ganz profane “Erbsenkanone”, die ihrem Namen alle Ehre macht und Erbsen verschießt.

Umsonst sind die Samenpäckchen für weitere Pflanzen natürlich nicht: Der Nutzer muss neue Pflanzungen teuer mit kleinen Sonnen bezahlen, der Währung im Spiel. Diese “regnen” aber glücklicherweise ab und zu vom Himmel herab. Mit selbst gepflanzten Sonnenblumen und Pilzen kann der Sonnenoutput erhöht werden. Diese müssen lediglich per Tap aufgesammelt werden, schon erhöht sich das Geldkonto des Spielers und neue Gewächse können gepflanzt werden.

Nach ein paar Sekunden rücken dann auch schon vom rechten Rand aus die ersten Zombies an — direkt ins Feuer der eben aufgestellten Erbsenkanonen. Nach reichlich Beschuss fallen die Untoten dann in sich zusammen. Falls nicht, falls ein Zombie also durch alle Linien bricht, die aufgestellten Pflanzen verspeist hat und kurz davor ist, das Haus des Spielers zu betreten, gibt es noch eine letzte Rettungsleine in Form eines Rasenmähers (und das ist ja dann doch wieder sehr Zombie-Klischee), der automatisch startet und alles was in der jeweiligen Grasreihe steht, niedermäht. Danach ist aber Schluss: Sollte ein weiterer Zombie an dieser Stelle durchbrechen, ist das Level verloren.

Im Laufe des Spiels erhält der Nutzer Zugriff auf immer weitere kuriose und mehr oder weniger effektive Zombie-Killer-Pflanzen: Doppel-Erbsenkanonen, Einfrier-Erbsenkanonen, Schnapper, Kirschbomben, Kartoffelminen, Walnüsse und, und, und. Diese haben alle eigene Funktionsweisen und Kosten, die sich teils selbst erklären, teils im später freigeschalteten Lexikon erläutert werden. Pilze gibt es auch noch, die in den Nachtleveln zum Einsatz kommen.

Apropos Nachtlevel: Tagsüber gibt es Sonnenblumen, die zu einer ertragreichen Ernte der kostbaren Sonnen beitragen, nachts gibt es Sonnenpilze. Die generieren zwar nicht ganz so viel Sonne, wie ihre tagaktiven Pendants, dafür sind die Pilzpreise aber auch gemäßigter. So gibt es unter den Pilzen zum Beispiel recht wehrhafte Exemplare, die völlig kostenlos sind — deren Samenpäckchen dafür aber eine relativ lange Regenerationszeit haben, der Spieler also nicht hintereinander weg seinen Garten mit ihnen zupflastern kann.

Zusätzlich können für das Geld, das umgehauene Zombies verlieren, beim bekloppten Nachbarn Dave weiteres Equipment, Updgrades oder zusätzliche Samenslots käuflich erworben werden.

Auch die Zombietypen mehren sich im Laufe der Zeit: Es gibt Football-Zombies, Renter-Zombies, schwimmende und tauchende Zombies, solche, die mit Fahrzeugen durch die Gegen fahren, Hochspringer und behelmte Untote — um nur ein kleine Auswahl zu nennen. Diese sind natürlich alle verschieden schnell, unterschiedlich resistent gegenüber Pflanzenbeschuss und kommen mit teilweise überraschenden Spezialfähigkeiten auf den Spieler zu — da ist in späteren Leveln schon etwas Taktik gefragt.

Dennoch wird das Spiel nie unmöglich schwer: Beinahe jedes Level lässt sich im zweiten, spätestens aber im dritten Versuch lösen — zumindest soweit ich Plants vs. Zombies bislang gespielt habe.

Alles in allem besticht Plants vs. Zombies mit hübscher Grafik, einen unterhaltsamen, skurrilen Humor (Beispiel gefällig? Unter dem Hauptmenüpunkt “Hilfe” findet sich folgender Text: “Wenn Zombies auftauchen, verhalte Dich einfach ruhig und tu gar nichts. Du gewinnst das Spiel, wenn die Zombies Dein Haus erreichen. – Diese Hilfe präsentieren die Zombies” — ihr versteht, was ich meine …) und einem wirklich motivierenden Spielprinzip in Kombination mit dem Drang des Spielers immer neue Pflanzentypen und damit verbundene Taktiken zu entdecken.

Ich komme kaum noch von Plants vs. Zombies los und kann den Kauf uneingeschränkt empfehlen — sobald das Spiel im Android Market auftaucht, wobei es sich hoffentlich nur noch um Stunden handelt. Wir geben hier in der androidnews.de-Redaktion natürlich stöhnende “Brains!”-Laute von uns, sobald es endlich soweit ist.

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