Adblock Plus: Missverstanden und ressourcenhungrig

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Gerade ist die Android-App Adblock Plus herausgekommen. Der Werbeblocker genießt als Add-On für Desktop-Browser große Beliebtheit und diese sollte sich auch auf den Mobilsektor ausweiten. Besonders, da die App ohne Root-Rechte auskommt, hörte sich das erst einmal gut an.

Adblock Plus: Missverstanden und ressourcenhungrig

Plötzlich schlugen aber die ersten Nutzer Alarm. Nach Installation von Adblock Plus vervielfachte sich das verbrauchte Datenvolumen laut Android-System und viele erwarteten, wegen der App schnell an die Grenzen des Datenvolumens zu kommen. Zur Erklärung: Dies ist nicht der Fall, Zitat der offiziellen Play Store Seite:

“Bitte beachte, dass Adblock Plus wahrscheinlich die App mit dem höchsten Datenverbrauch auf deinem Android-Gerät sein wird. Dies geschieht jedoch nur, weil Adblock Plus Daten filtern muss, um sicherzustellen, dass Werbung geblockt wird. Adblock Plus nutzt aber eigentlich nur einen sehr kleinen Teil der Daten, die auf deinem Gerät angezeigt werden.“

Die App startet also anscheinend einen lokalen Webserver und filtert damit die ein- und ausgehenden Daten auf Werbung.

Zwei Seiten der Medaille

Vorteilhaft ist hierbei, dass keine Root-Berechtigung benötigt wird, um werbefrei zu surfen.

Adblocker

Nachteilhaft ist jedoch, dass der gesamte Traffic, wie oben beschrieben, durch die App geleitet werden muss. Damit läuft diese die ganze Zeit im Hintergrund und verbraucht nicht nur Systemressourcen, sondern verlangsamt auch das Laden von Webseiten etc. Das und die Tatsache, dass plötzlich auch Dienste, die nicht geblockt werden sollen, nicht mehr gehen, beklagen viele Nutzer und haben Adblock Plus daraufhin bereits wieder deinstalliert.

Für nicht-gerootete Smartphones ist dies die einzige und sinnvollste Möglichkeit, Werbung zu blockieren. Root-Nutzer haben es da einfacher und können mit Tools wie AdAway die Hosts-Datei im Android-System anpassen, sodass keine Software im Hintergrund laufen muss.

Werbeblocker nicht nur positiv betrachten

Viele Menschen mögen keine Werbung, vor allem nicht, wenn man mit Pop-Ups bombardiert wird und unter lauter Bannern erst nach dem eigentlichen Seiteninhalt suchen muss. Auf Seiten, die solch eine penetrante Art der Werbung betreiben, ist es nur verständlich, die Menge an Werbung regulieren zu wollen.

Man sollte aber auch beachten, dass Seitenbetreiber (und dazu gehören auch wir) Werbung nicht schalten, um Euch zu ärgern oder zu nerven. Es ist schlichtweg nötig, da wir uns über diese finanzieren. Ohne Nutzer, die auf die Seite gehen und neben den Artikeln durch die Werbung vielleicht auf das ein oder andere interessante Produkt stoßen, können Server- und Mitarbeiterkosten auf Dauer nicht getragen werden. Das sah man gerade diese Woche bei ProxTube, das versucht hat, dem Kunden heimlich Werbung unterzujubeln, um sich weiter zu finanzieren. Solch eine Art der Werbung ist natürlich nicht gutzuheißen, zeigt aber, dass solche Anbieter und Dienste auf Dauer nicht von Spenden leben können.

tape.tv Adblock

Einige Internetseiten, wie tape.tv, limitieren das Angebot, falls der Nutzer einen Adblocker benutzt. Das ist für uns keine Option, denn wir hoffen, dass Euch unsere Werbung nicht so sehr stört, dass Ihr sie blocken wollt. Denn nur so kann auf Dauer unser Angebot weiterbestehen. Vielen Dank dafür.

Zum Thema: YouTube Werbung blocken: so geht’s bei Firefox, Chrome, IE

Quelle: Caschys Blog

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