Android 4.3: Mehr Leistung durch Softwareoptimierung

Android ist nicht gerade das performanteste Betriebssystem. Die Gründe dafür sind vielfältig und dennoch können die Entwickler des Systems und der Apps weiter an der Leistungsschraube drehen, um die Benutzererfahrung zu verbessern.

Android 4.3: Mehr Leistung durch Softwareoptimierung

Prominentestes Beispiel für App-Optimierung ist die Twitter-App Falcon Pro. Der Google-Entwickler Romain Guy hat sich dieser in einer Fallstudie angenommen und zahlreiche Verbesserungsvorschläge gemacht. Als Folge daraus mussten Bildschirmelemente der App wesentlich seltener neu gezeichnet werden. Dadurch war weniger Rechenaufwand nötig, was zu flüssigerem Scrollen und einer besseren Bedienbarkeit führte.

Falcon Pro Analyse

In Bezug auf das Android-System wurde mit Android 4.1 das sogenannte “Project Butter” eingeführt. Hierbei wurde im Vorfeld nach immer wieder auftauchenden Problemen gesucht, die die Leistung des Android-Systems ausbremsen und ihnen aktiv entgegengewirkt: Animationen werden nun mit 60FPS (Frames per Second) abgespielt und es wird durch verschiedene Berechnungen und CPU-Boosts beim Berühren des Screens schneller auf Toucheingaben reagiert.

Android 4.3 auf der Google I/O

Auf der Google I/O 2013 kam es bei dem Talk “Android Graphics Perfomance” zu einer etwas ungewöhnlichen Situation: Die Entwickler Romain Guy und Chet Haase sprachen über weitere Optimierungen der Grafikleistung unter Android 4.3, ein System, das noch nicht verfügbar ist. Dennoch wurde dabei klar, dass man bei Google weiterhin daran arbeitet, die Performance von Android und den zugehörigen Apps zu verbessern, um weitere Millisekunden zwischen User-Aktion und Anzeige des Inhalts auf dem Gerät zu gewinnen.

Was wird sich also verändern? Android 4.3 wird Bildschirminhalte geordneter zeichnen. Das bedeutet, das möglichst alle View-Typen in einem Schritt gezeichnet werden. Also beispielsweise erst alle TextViews (Textfelder), dann alle CheckBoxes, dann die Bilder usw. Der Vorteil liegt darin, dass die CPU somit nicht ständig zwischen verschiedenen Aufgaben hin- und herspringen muss, sondern zuerst alle ähnlichen Operationen ausführt.

Außerdem werden View-Elemente so gut es geht zusammengefasst, sodass beispielsweise mehrere TextViews vor dem Zeichnen zu einem zusammengefügt werden, um Zeichenarbeit zu sparen.

Eine dritte und spannende Neuerung wird das verstärkte Multithreading darstellen. Das bedeutet, dass die Hauptberechnungen weiterhin vom Hauptprozess ausgeführt werden, während Nebenaufgaben (wie beispielsweise Schattenberechnung) auf andere Prozesse ausgelagert werden. Das bringt den Vorteil, dass der Main Thread nicht mit diesen Nebenberechnungen blockiert wird und die Berechnung besser für Mehrkern-Prozessoren angepasst ist.

Android 4.3 Multi-Threading

Für Entwickler, die einen tieferen Einblick in die Verbesserung der Grafik-Performance bekommen wollen, gibt es hier den Talk von der Google I/O:

Titelbild: Shutterstock Robot with notebook. Repair you computer

Quelle: Androidnext

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