Buch-Review: Android-Apps entwickeln – Für Programmiereinsteiger geeignet

Durch die große Zahl an potentiellen Abnehmern und die zahlreichen Möglichkeiten, die Android bietet, hegen viele Nutzer früher oder später einmal den Wunsch, eigene Apps zu schreiben. Doch wo fängt man an? Das Buch „Android-Apps entwickeln“ (2. Auflage) von Uwe Post versucht, dem Leser auf verständliche und praxisnahe Art und Weise die Thematik näher zu bringen.

Android-Apps entwickeln

Aufbau des Buches

Zu Beginn sieht sich der Leser einer ausführlichen Einleitung gegenüber, die die Möglichkeiten der App-Programmierung aufzeigt und verschiedene bekannte Apps mit Verweisen auf die zu behandelnden Themen des Buches vorstellt. Anschließend folgt eine knapp 30-seitige Einführung in die Themen Java und Objektorientierung, bevor es an die Einrichtung der Entwicklungsumgebung und die erste selbstgeschriebene App geht. Die dazu nötige Software und der Code zum Buch befinden sich in Versionen für Windows, Linux und Mac OS auf der mitgelieferten CD. In den folgenden Kapiteln des Buches werden Schwerpunktthemen wie Sound, Animation, Kamera, Internet und Sensoren am Beispiel eines Android-Spiels behandelt. Bevor der Autor abschließend in die Thematik der Veröffentlichung von Apps in verschiedenen App-Märkten einsteigt, gibt er noch einige Tipps zu den Themen Layouts und Debuggen.

Anforderungen an den Leser

Uwe Post ist mit Leidenschaft bei der Sache und das merkt man: Der Schreibstil ist unterhaltsam und mit Pointen gespickt. Viele praxisnahe Beispiele bringen die Thematik näher und sorgen dafür, dass der Spaß nicht zu kurz kommt. Ich selbst bin Anfänger im Bereich Android-Programmierung und kam mit dem Buch relativ gut zurecht, ohne die Motivation zu verlieren.

Klar gesagt werden muss, dass das Buch alleine für komplette Programmieranfänger nicht ausreichend sein wird. Das ist der Tatsache geschuldet, dass Android-Apps hauptsächlich in Java geschrieben werden. Das Grundprinzip von Java inklusive objektorientierter Programmierung und den zahlreichen Begriffen der Sprache lässt sich nicht in 30 Seiten vermitteln (Beispiel.: Die Java-Referenz „“ fasst knapp 1.300 Seiten). Ich selbst habe ein Semester Java-Erfahrung und würde mich als fortgeschrittenen Anfänger bezeichnen, weshalb ich mit dem Code gut zurecht kam. Komplette Anfänger sollten sich aber darauf einstellen, dass sie sich über das Buch hinaus Wissen aneignen müssen, um Apps zu programmieren. Für Java-Kenner bietet „Android-Apps entwickeln“ mit seiner Java-Einführung eine gelungene Zusammenfassung und Auffrischung.

Android-Grundlagen verständlich vermittelt

Jetzt komme ich zum relevanten Teil des Buches: die Android-Programmierung. Nach einer kleinen Einführungs-App geht es direkt an ein Android-Spiel: dieses wird Schritt für Schritt aufgebaut, erklärt und erweitert. Post gibt dem angehenden Programmierer kleine Codeteile vor, die er erklärt und die sich so Stück für Stück zu einem immer größer werdenden App-Projekt zusammenfügen. Diese Art des Lernens überfordert den Programmieranfänger nicht, da er sich nicht mit komplizierten Codeblöcken auseinandersetzen muss, erschwert aber auch das direkte Nachprogrammieren. Denn nicht nicht immer ist klar, welcher Code an welche Stelle des Programms gehört. Der letzte Punkt gibt auch das wieder, was die meisten negativen als Kritikpunkt anführen. Es empfiehlt sich deshalb, neben dem Buch den aktuellen Fortschritt mit Hilfe des mitgelieferten Quellcodes nachzuvollziehen. Außerdem sollte bereits frühzeitig ein Blick in die hinteren Kapitel geworfen werden, wo die Suche und Analyse von Fehlern und das Arbeiten mit Oberflächenelementen näher vorgestellt werden.

Was hat der Leser nun nach knapp 400 Seiten erreicht? Ihm sind die zur Programmierung grundlegenden Features der Entwicklungsumgebung Eclipse bekannt und er kennt Grundlagen für die Programmierung von Android-Apps mit Java und dem Android SDK. Mit diesem Wissen lassen sich erste eigene App-Projekte verwirklichen und in verschiedenen App-Stores veröffentlichen.

Für wen ist das Buch gedacht?

Auf dem Rückumschlag von „Android-Apps entwickeln“ liest man über „ambitionierte Programmiereinsteiger“ und genau dieser Personengruppe kann ich das Buch nahe legen. Der lockere und unterhaltsame Schreibstil erleichtert es dem Leser, bei der Stange zu bleiben und hält die Einstiegshürde möglichst gering. Dennoch können Android- und Java-Kenntnisse nicht in 400 Seiten all umfassend vermittelt werden, weshalb von angehenden Programmierern viel Eigeninitiative gefordert wird. Das gilt für dieses Buch, wie für jedes andere auch. Während ambitionierte Anfänger mit diesem Buch gut zurechtkommen und schnell Fortschritte machen werden, ist der Anspruch des Buches für fortgeschrittene Entwickler wohl zu niedrig, da der Autor einige Vereinfachungen vornimmt, um den Einstieg zu erleichtern und tiefere technische Details außen vor bleiben.

„Android-Apps entwickeln“ ist ein gutes Buch für Android-Einsteiger, das den Leser an die Hand nimmt und durch die Grundlagen der Android-Programmierung führt.

Habt Ihr Fragen zum Buch und der Arbeit damit? Dann schreibt sie in die Kommentare.

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