Exklusiv: Interview mit Julie Uhrman, CEO von OUYA

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Seit Anfang Juli sorgt das Projekt OUYA nicht nur in der Android-Welt für viel Aufmerksamkeit. Am kommenden Donnerstag geht das Kickstarter-Projekt zu Ende und sämtliche Unterstützer sind gespannt auf das Ergebnis. Ein Grund mehr für uns, ein Interview mit OUYAs CEO Julie Uhrman zu führen.

Exklusiv: Interview mit Julie Uhrman, CEO von OUYA

Auch aus den GIGA-Reihen gibt es den ein oder anderen, der die anstehende Android-Konsole mit  etwas Geld unterstützt hat.  Was genau die Konsole so auf dem Kasten haben wird (falls die ganze Sache irgendwie an Euch vorbei gegangen sein sollte) könnt Ihr Euch im folgenden Video einen ersten Eindruck davon machen:

Kommen wir nun also ohne weitere Umschweife zum Interview mit OUYAs CEO Julie Uhrman, die sich die Zeit genommen hat, sich mit meinen teils doch eher persönlichen Fragen auseinander zu setzen. Wer lieber das englischen Original lesen möchte, findet das PDF dazu hier.

GIGA: Hallo Julie, als erstes würde ich natürlich gerne einmal wissen, was dein Hintergrund ist:

Julie Uhrman: Meinen ersten Job im Gaming-Geschäft hatte  ich vor mehr als 10 Jahren und ich liebe Spiele schon mein ganzes Leben lang. In den letzten Jahren begann ich, mehr und mehr auf meinem Mobiltelefon zu spielen, da dort die meiste neue Spiele-Entwicklung stattfand – das frustriert mich, weshalb ich kreatives Spiele-Machen zurück auf den TV bringen will.

Ich habe gelesen, dass Du damals Konsolenspiele auf Deinem Fernseher gespielt hast. Was war Dein allererstes Lieblingsspiel und warum?

Das originale Super Mario Bros. Ich habe allerdings nie die Prinzessin gerettet, obwohl ich das Spiel tagelang gespielt habe.

Du scheinst eine sehr beschäftigte Person zu sein. Spielst Du überhaupt noch Videospiele und wenn ja, was für welche?

Leider nicht so viel wie ich würde, seit unserem Monat bei Kickstarter. Aber ich habe damit begonnen, mehr auf mobilen Geräten zu spielen, da OUYA bisher ja noch nicht existiert... Spiele wie Triple Town, Canabalt, Drop 7 oder Plants vs. Zombies. Ich spiele außerdem auch viele Familien-Spiele mit meinen Kindern.

Gibt es Spiele, die Dir wirklich überhaupt nicht gefallen?

Keine, die mir wirklich missfallen, allerdings bin ich ganz schlecht bei FPS Spielen. Ich neige dazu, wild um mich zu ballern. Und ich sterbe viel. Das passiert auch.

Wofür steht der Name OUYA und wie seid Ihr darauf gekommen. Ist es sowas wie „Oh yeah“? Zumindest ist das, was mir dazu einfällt.

Das „O“ steht für „Open“. Der Rest? Uns gefällt einfach, wie das klingt. Vielleicht hast Du ja aber Lust, Dir ein Akronym einfallen zu lassen.

Da muss ich mal überlegen. Wenn mir was Gutes einfällt, lasse ich es Dich wissen. Was genau ist es, dass OUYA so anders macht und das dafür sorgen wird, dass Menschen die Konsole tatsächlich kaufen?

Die existierenden Konsolensysteme sind zu verschlossen. Ich glaube, deshalb haben wir eine große Abwendung erlebt, da ein paar der hellsten und kreativsten Spiele-Entwickler dem Publizieren von Spielen auf Konsolen den Rücken zugekehrt und sich für den einfacheren Veröffentlichungsweg entschiedene haben, wie er bei mobilen Plattformen gegeben ist. Durch die Eliminierung der Barrieren, die traditionell ein Teil der Konsolen-Publizierung sind und durch das Öffnen des Systems für eine größere Gruppe von Spiele-Machern beabsichtigen wir, die großartige Entwicklung zurück zur Konsolen-Entwicklung zu locken. OUYA  ist die zugänglichste Spielkonsole: Jeder Spiele-Entwickler kann auf ihr veröffentlichen, was bedeutet, dass wir die kreativsten Spiele haben werden. Und sie ist für jeden Spieler erschwinglich.

Und es funktioniert. Durch unsere Kickstarter-Kampagne haben wir hunderte E-Mails von interessierten Entwicklern erhalten  (ein paar Zitate von Entwicklern finden sich auch auf unserer Kickstarter-Seite).

Für unsere Kunden ist das Ganze auch bezahlbar, schön designt – vor allem der Controller ist herausragend – und es wird ein breites Angebot an kreativen Inhalten aller Art von Spielen geben.

Werden Leute die Konsole kaufen? Ja, ich denke, das werden sie. Anstatt auf Statistiken oder Studien zu verweisen, können wir unsere eigenen Zahlen nehmen. In nur einem Tag haben wir es geschafft, 2 Millionen Dollar von mehr als 20.000 Unterstützern zu sammeln. Kickstarter hat im eigenen Blog  auch folgendes mitgeteilt: „In nur 24 Stunden haben 20.000 Leute eine OUYA-Konsole gekauft – ein Produkt, von dem sie den Tag davor nicht einmal gehört haben. Ein kleiner Vergleich: Microsoft verkaufte 326.000 Xbox 360 in den ersten Wochen, nachdem Millionen von Dollar in das Marketing gesteckt wurden.“

Jetzt, wo es weniger als zwei Tage zum Ende unserer Kickstarter-Kampagne sind, haben wir mehr als 50.000 Unterstützer, die uns anfeuern. Für mich ist an dieser Zahl so erstaunlich, dass es sich dabei um Leute handelt, die tatsächlich Ihren Geldbeutel geöffnet und gespendet haben. Ich gehe davon aus, dass es zehntausende weitere Menschen gibt, die uns auch zur Seite stehen, die uns zwar nichts gespendet haben, die aber definitiv sehen wollen, dass wir erfolgreich mit unserem Vorhaben sind. Es ist ziemlich aufregend, darüber nachzudenken und es sorgt dafür, dass wir weiterhin motiviert sind. Wir wollen die Unterstützer stolz machen: Wir sind voll darauf ausgerichtet, im März 2013 für eine beeindruckende Spiele-Erfahrung zu sorgen.

Was hältst Du von Piraterie? Befürchtest Du, dass mit dem offenen Status der Konsole Nutzer dies ausnutzen und die Bezahlversionen der Spiele „stehlen“ werden, eine Sache, die auch ziemlich normal bei Android-Apps zu sein scheint?

Jeder kostenpflichtige Inhalt wird eine Authentifizierung mit unseren Servern benötigen. Unsere Offenheit wird also nicht mehr Zugriff auf die Spiele selbst geben.

Lest den Rest des Interviews auf der nächsten Seite.

Ouya


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