Facebooks Smartphone: Eine Frage der Betrachtung

Tizian Nemeth
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Baut der Social-Network-Betreiber Facebook an einem eigenen Mobiltelefon oder baut er eben doch nicht? Während Facebook gebetsmühlenartig versichert, man arbeite an keinem eigenen Smartphone, präsentieren zahlreiche Internetseiten Fotos und unbekannte Quellen, die das Gegenteil behaupten. Einen riesigen Markt würde es zumindest für solch ein Facebook-Smartphone geben.

Zur Geschichte: Am Wochenende hat TechCrunch berichtet, der Social-Network-Betreiber Facebook arbeite an einem Mobiltelefon. Dabei beruft sich die Seite auf eine Quelle, die “Kenntnis von diesem Projekt hat”.

Demnach soll das Unternehmen Facebook zusammen mit einem Smartphone-Hersteller an einem Gerät arbeiten, das auf Googles Android-Betriebssystem basiert.

Auf Nachfrage von Mashable erklärt Facebook-Sprecher Jaime Schopflin: “Die Geschichte auf TechCrunch ist nicht korrekt. Facebook baut kein Smartphone.” Vielmehr arbeite man daran, Smartphones und Apps enger an das Social Network anzubinden. Dafür arbeite man eng mit Herstellern zusammen, um bestimmte Funktionen in den wichtigsten Plattformen zu integrieren, so Schopflin.

Und abschließend liefert er noch eine Begründung für das Gerücht: “Immer wenn wir an einer tieferen Integration unseres Dienstes arbeiten, nennen die Leute das Ergebnis ein ‘Facebook Telefon’, selbst die Internen.”

Nun ist TechCrunch wieder an der Reihe, die Seite interpretiert die Facebook-Aussagen und gibt ihnen eine andere Bedeutung. So besage der Satz “Die Geschichte ist nicht korrekt” laut TechCrunch, dass lediglich ein Fakt nicht richtig sei. Zudem verwende Facebook eine “vage Sprache” und erteile der Seite abschließend noch einen Tritt.

Abgesehen von diesem öffentlichen Dementi, bleibt die Frage: Was hätte Facebook von einem eigenen Telefon? BusinessInsider hat einige Gründe, die für ein Facebook-Smartphone sprechen, zusammengetragen. So benötigt Facebook eine eigene mobile Plattform, damit das Social Network nicht nur irgendein Dienst auf den Mobilfunkgeräten ist.

Und um eigene Vorstellungen bei der Umsetzung einer mobilen Plattform umsetzen zu können, fehlt Facebook bislang die Kontrolle über die mobilen Systeme. Die haben Apple, Google und Co.. Diese allerdings dürften sich eine Einmischung in die Entwicklung ihrer Systeme verbieten.

Auf der anderen Seite hat Facebook mit 500 Millionen Anwendern, von denen immerhin 150 Millionen den Dienst auch auf ihrem Handy nutzen, einen riesigen Pool an potentiellen Käufern eines eigenen Smartphones. Damit würde der Social-Network-Betreiber dann zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für die etablierten Mobiltelefon-Hersteller. So abwegig erscheint es deshalb nicht, was TechCrunch da herausgefunden haben will.

Bild: Seanpercival

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