Schlüpfrige Namensgebung: Android-Smartphone oder Kondom?

Flavio Trillo
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Manch einer traut sich nicht so recht, sie offen im Geschäft an der Kasse vor allen Leuten zu kaufen. Ja, Einige schämen sich regelrecht. Die Produkte tragen verräterische Namen wie „Desire“, „Sensation“ oder „Intensity“ – da kann man schon mal rot werden. Dabei sind es doch nur Android-Smartphones, oder?

Schlüpfrige Namensgebung: Android-Smartphone oder Kondom?

Neben diversen eher absurden Zahlen-Buchstaben-Kombinationen gibt es unter den vielen, vielen, vielen Android-Geräten einige mit geradezu bizarren Namen. Was etwa soll uns das „HTC Ozone“ sagen? Es schützt vor ultravioletter Strahlung? Es wird in Australien immer seltener?

Gleichsam verstörend wirken Bezeichnungen wie „Rumor Touch“. Was genau habe ich mir unter einer „Gerüchteberührung“ vorzustellen? Am anderen Ende des Obskuritätenspektrums finden sich solche Namenszusätze aus der Holzhammer-Schublade: „Captivate“, „Triumph“ oder „Admire“ sollen dem Käufer offenbar gleich auf den ersten Blick mitteilen, was er über das Gerät zu denken hat.

Dank der Bemühungen des Intercom Blogs wissen wir von einer weiteren Dimension in der Nomenklatur diverser Android-affiner Hersteller.

(Bild: The Intercom Blog)

Eines scheint den Marken-Experten von HTC, Motorola, Samsung und anderen klar zu sein: Was im Automaten auf der Club-Toilette funktioniert, kann auch einem modernen Smartphone nicht schaden. So gibt es gleich eine ganze Reihe von Produkten, die den gleichen Namen tragen wie eine Kondom-Sorte.

Desire“, „Sensation“ oder „Intensity“ sind noch die verständlicheren Überschneidungen. Was aber „Cruise“ oder „Wildfire“ für Assoziationen wecken sollen, ist mir schleierhaft. Das eine lässt höchstens an einen kleinwüchsigen Scientologen denken, der einem Nebenjob als Schauspieler nachgeht. Das dürfte weder für das Smartphone- noch für das Kondom-Geschäft zuträglich sein.

Das andere kann man frei mit „Lauffeuer“ übersetzen. Für Android-Handys und deren Verbreitung mag das noch einleuchten — dass aber Kondome eine lauffeuerartige Verbreitung bekanntermaßen gerade zu verhindern haben, macht die Namensgebung hier umso rätselhafter.

Ja, ich habe auch gesehen, dass „Touch“ dort in der Liste aufgeführt ist. Auch ein iPod heißt so und hat damit ebenfalls das Etikett mit einem „Verhüterli“ gemein. In diesem Fall aber ist die Sache klar: Angefasst werden gehört in beiden Kategorien zur Kernkompetenz.

Um einen Rest von Ernst in diesen Beitrag zu bringen, sei an dieser Stelle der Marken-Guru Marty Neumeier zitiert. Sein Rezept für einen erfolgreichen Produktnamen lautet: Markant, kurz, passend, leicht zu schreiben und auszusprechen, sympathisch, erweiterbar und absicherbar muss er sein.

Überprüfen wir das einmal anhand einiger, ahem, willkürlich gewählter Beispiele:

iMac, MacBook, iPod, iPhone, iPad. Noch Fragen?

Man muss gestehen, dass es bei der schieren Menge an Geräten mit Android-OS auf Dauer nicht leicht sein kann, prägnante und halbwegs intelligente Namen zu finden. Das dreißigste HTC-Smartphone muss dann eben einfach „Tatoo“ heißen. Oder „Rhyme“.

Wer einen Blick in die Zukunft der Android-Gerät werfen möchte, kann übrigens den Android Phone Name Generator bemühen. Demnächst erwarten uns demnach das “HTC Mesmerize Incredible Z One”, das “Motorola Dream Touch 4G+ X Prime” sowie das “Samsung MyTouch Vibrant 4G One”. Wohl bekommt’s.

Weitere Themen: iOS, HTC

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