Smartphones: Bald simultan laufende Systeme durch Virtualisierung?

von

Smartphones sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Sie begleiten uns Tag für Tag, ob wir unterwegs, auf der Arbeit oder Zuhause bei der Familie sind. Die kleinen Android-Computer sind immer dabei. Mittlerweile lassen sich auch viele Arbeitsaufgaben mit den Geräten erledigen. Praktisch, aber auch ein großes Sicherheitsrisiko.

Smartphones: Bald simultan laufende Systeme durch Virtualisierung?

Ein Gerät für alles? Schön und gut, aber sicher ist das nicht. Alleine durch Spionage-Apps und Malware auf Smartphones sind die privaten Daten der Nutzer schnell nicht mehr sicher. Wenn sich dann auch noch sensible Unternehmensdaten auf dem Flash-Speicher befinden und diese in die falschen Hände gelangen, fangen die Probleme erst richtig an.

Was tun also? Zwei Geräte herumtragen, eines für das Privat- und eines für das Arbeitsleben? Das wäre in einer Zeit, in der die Grenze zwischen Freizeit und Beruf immer mehr verschwimmt nicht sinnvoll und außerdem nicht sehr smart, oder?

Android-Sicherheit

Die Idee ist nun, wie man es vom Computer bereits kennt, Virtualisierungstechnologien zu entwickeln, um mehrere Android-Systeme parallel auf einem Gerät laufen zu lassen. Dieser Ansatz unterscheidet sich von einem Dual-Boot-System, wie viele von uns es kennen, in der Hinsicht, dass beide Systeme gleichzeitig und nebeneinander laufen und sozusagen “on-the-fly” zwischen beiden gewechselt werden kann, ohne dass beide Systeme irgendwelche Daten miteinander teilen. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Ansätze:

Der erste Ansatz ist, dass zwei virtuelle Maschinen, die von einem Hypervisor gebootet werden, parallel laufen. Einen Hypervisor kann man sich als stark reduziertes System vorstellen, das sich vornehmlich um die Ressourcenverteilung auf die beiden Android-Systeme kümmert. Diese laufen parallel, aber komplett unabhängig voneinander. Erhält man dann zum Beispiel einen Anruf auf dem “Freizeitsystem”, während man sich im “Arbeitssystem” befindet, so regelt der Hypervisor, dass in das richtige System zur Annahme des Anrufs wechseln kann.

Virtualisierung bei Smartphones

Um diese Idee zu realisieren, ist es aber nötig, dass die CPU-Hersteller mitspielen und ihre Produkte für die Virtualisierung optimieren. Bezogen auf den Sicherheitsaspekt ist dies jedoch die sicherste Option, da so beide virtuellen Systeme nichts voneinander wissen und sich nicht gegenseitig beeinflussen können.

Die zweite Option ist, dass zweite System virtuell innerhalb des ersten, des Host-Systems, laufen zu lassen. Dies kann man sich ähnlich zu einer virtuellen Maschine mit Virtual PC oder Virtual Box unter Windows vorstellen. Problematischer ist hier aber, dass die Systeme nicht unabhängig voneinander arbeiten, da alle Befehle und Aktionen, die im Gastsystem getätigt werden, auch durch das Hostsystem laufen müssen, bis die Hardware erreicht ist. Dies stellt wiederum ein Sicherheitsrisiko dar.

Virtualisierungstechnologien

Für welche Technologie man sich entscheiden wird, werden wir in den nächsten Jahren sehen. Mit dem Einzug des Smartphones in alle Lebensbereiche wird die Virtualisierung, wie auch beim PC, mehr und mehr zum Thema bei den Herstellern. Aus diesem Grund beschäftigt sich ARM bereits mit der Entwicklung von CPUs, die Virtualisierung unterstützen sollen und auch die Smartphone-Hersteller analysieren, welche Hardware-Anforderungen an Android-Geräte mit virtuellen Maschinen gestellt werden müssen.

Denkt Ihr, dass Virtualisierung in Zukunft eine Rolle im Smartphone-Geschäft spielen wird und nutzt Ihr Eure Smartphones auch für berufliche Zwecke?

Ich persönlich arbeite viel mit dem Smartphone. Ich recherchiere damit, tausche mich mit anderen aus und arbeite teilweise auch damit, wenn ich im Stau stehe und ein Artikel geschrieben werden soll. Natürlich komme ich nicht mit sehr sensitiven Daten in Berührung, aber für größere Unternehmen könnte sich dies meiner Meinung nach als sinnvoll erweisen.

Bilder: techcareteamrtcmagazine, intomobile Quelle: Android Authority

Nichts mehr verpassen? Dann folge GIGA Android bei Facebook, Google+ oder Twitter!


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA ANDROID

Anzeige
GIGA Marktplatz