US Army testet Android-Übersetzer in Afghanistan

Daniel Kuhn

Die US Army testet bei ihrem Afghanistan-Einsatz die Nutzung von Smartphones. Diese Smartphones laufen mit einer stark angepassten Android-Version. Künftig sollen sie als mobile Dolmetscher eingesetzt werden, um die Kommunikation zwischen den Soldaten und der afghanischen Bevölkerung zu verbessern. Zu diesem Zweck wurde eine neue App entwickelt, die jetzt von den Soldaten im Einsatz getestet wird.

US Army testet Android-Übersetzer in Afghanistan

Die US Army stattet ihre Soldaten schon seit einiger Zeit zu Testzwecken mit Smartphones aus. Dabei ist die Wahl auf Android als Betriebssystem gefallen, weil es sich um ein offenes System handelt, das die US-Army an ihre Bedürfnisse anpassen kann. Bisher wurden die Smartphones hauptsächlich genutzt um die Soldaten mit verschiedenen Custom-Apps in ihren Missionen zu unterstützen. Ein neues Anwendungsgebiet ist nun die Kommunikation mit der Zivilbevölkerung.

Eine Übersetzungs-App Namens „Translation System for Tactical Use“ (TRANSTAC) befindet sich gerade im Beta-Test. Sie übersetzt Worte und Sätze in Echtzeit, ähnlich wie der kürzlich vorgestellte Konversations-Modus in der Google Übersetzer-App.

Aber TRANSTAC macht natürlich noch ein bisschen mehr und ist auch etwas ausgereifter als die Google App. So wird zusätzlich die gesamte Unterhaltung als Audio und Text protokoliert. Dadurch kann vor Ort nochmals auf vorige Punkte der Konversation zurückgegriffen werden. Außerdem werden Foto und Videoaufnahmen gemacht, die eine spätere Auswertung ermöglichen.

Interessant ist die Nutzung von Android als Kommunikation erleichterndes Mittel in Krisensituationen allemal. Allerdings sind maschinelle Übersetzungen häufig fehlerhaft, deshalb besteht nach unserer Auffassung die Gefahr von Missverständnissen, die durch solche Mittel überhaupt erst entstehen können. Besser als Kommunikation mit dem Gewehrlauf ist das jedoch allemal. Zudem sind viele gegenwärtige zivile Technologien aus Militärtechnik entstanden, man denke etwa an GPS oder das Internet. Wer weiß, vielleicht ist das Army-Übersetzungstool ja der nächste Schritt auf dem Weg zum „Babelfish“?

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