Meteorit MMB-442.HDTV: Android-Multimedia-Box im Test

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Erst einmal Danke an Pearl für das Testgerät der MMB-442 Box. Smartphones und Tablets haben wir immer massenhaft bei uns in den Testberichten. Da ist etwas Abwechslung doch auch nicht schlecht. Diese liefern wir euch nun in Form einer Android-TV-Box aus dem Hause Pearl. Diese bietet euch Videos, Fotos, Internet und Musik für eure Glotze.

Meteorit MMB-442.HDTV: Android-Multimedia-Box im Test

Um eines vorneweg zu nehmen – dies ist kein Gerät mit Google TV-Software. Das heißt, euer Fernsehprogramm ist nicht verfügbar, während ihr die Box nutzt. Ansonsten hat Pearl mit der Box vieles richtig gemacht, auch bei der Verarbeitung und der Menüführung. Doch lest selbst, was das Multimediacenter fürs Wohnzimmer taugt.

Hardware

Das Gerät macht auf den ersten Blick einen fabelhaften Eindruck. An die wichtigsten Anschlussmöglichkeiten wurde gedacht. Hier die technischen Spezifikationen im Überblick:

  • 1 GHz Single-Core-Prozessor
  • 4 GB interner Speicher (davon 3 GB frei für Apps)
  • 256 MB RAM
  • Android 2.2
  • Unterstützung für FullHD-Auflösung
  • 3 USB 2.0 Anschlüsse für Speichersticks, Tastatur, Maus und WLAN-Sticks
  • 1 LAN-Anschluss
  • 1 HDMI-Anschluss
  • 1 A/V-Out Cinch für analoge Wiedergabe
  • 1 SDHC-fähiger Speicherkartenslot

Manche mögen nun das Argument auffahren, dass man für das Geld (oder ein wenig mehr) ein besser ausgestattetes Tablet bekommt. Das stimmt. Auch wurde bei meinem Hands-On angeführt, man könne ein Tablet genauso gut an den Fernseher anschließen. Das ist ebenfalls möglich. Doch der Ansatz einer TV-Box ist ein komplett anderer, als bei einem Tablet. Ein Tablet hat keine Infrarot-Fernbedienung mit der man bequem vom Sofa aus Multimedia-Inhalte steuern kann und ein Tablet hat ebenfalls keine an das Wohnzimmer angepasste Oberfläche.

Des weiteren bietet eine Box mehr Anschlussmöglichkeiten für Audio (Optisch) oder Video (A/V). Man sieht also, solch ein Gerät hat durchaus seine Daseinsberechtigung. Die Box ist, wie man auf den Fotos erkennen kann, kleiner als meine Spielkonsole. Die Verarbeitung ist sehr gut ausgefallen, das Gerät ist aus Metall und Außen mit einem Kunststoff-Gehäuse umgeben. Auf der linken Seite sieht man den SD-Kartenschacht und einen von den drei USB-Anschlüssen.

Hinten findet man die restlichen Verbindungsmöglichkeiten. Vorne ist der Ein/Ausschalter angebracht und diverse Anzeigen, beispielsweise für Betrieb und Standby, sowie Massenspeicher-Übertragung werden dargestellt. Der Infrarot-Empfänger befindet sich, logischerweise, auch vorne. Man kann die Meteorit-Box mittels LAN-Anschluss an ein kabelgebundenes Netzwerk hängen. Das wird aber nicht nötig sein – denn dem Gerät liegt ein WLAN-Stick bei.

Nachrüsten kann man das fehlende integrierte WLAN also mittels dieses Sticks. Ein HDMI-Kabel befindet sich ebenfalls im Lieferumfang. Dieser fiel neben dem Stick und dem Kabel ausreichend aus. Wir haben hier das unumgängliche Netzteil, die Fernbedienung samt Batterien und eine sehr ausführliche Anleitung in mehreren Sprachen – auch in Deutsch.

Performance Alltagsleistung

Die Box an den Fernseher gehängt, Tastatur und Maus angeschlossen und man hat einen Mini-PC. Doch hat dieser Mini-PC mit 256 MB RAM auch genügend Leistung? Hier kann ich zum Teil Entwarnung geben. Die Performance ist deutlich besser, als man es von den nackten Zahlen her erwarten dürfte. Man kann flüssig durch die Menüs navigieren und das Aufrufen von Apps geht zügig von statten. Wie sieht es mit der umworbenen Internet-Fähigkeit aus?

Hier merkt man dann doch an manchen Stellen, dass eine HD-Auflösung mehr als 256 MB RAM benötigt. Normale Webseiten ohne überladene Inhalte gehen noch in Ordnung. Doch beispielsweise bei YouTube kann es zu Abstürzen kommen. Von mir wurde, eher zum Spaß, auch ein 3D-Spiel getestet. Erstaunlicherweise lief dieses ohne Ruckler ab. Steuern konnte man das Game aber eher suboptimal, mangels Touchscreen.

Konnektivität

Mit 4 GB, von denen noch 3 zur Verfügung stehen, kann man kein App-Archiv kreieren. Da die Box jedoch mit 3 USB-Anschlüssen und SD-Kartenschacht genug Möglichkeiten zur Speichererweiterung bietet, ist das zu verschmerzen. Meine SDHC-Karte erkannte das Gerät auch ohne Probleme, beim USB-Stick gab es auch keine Beschwerden. Meine 320 GB Intenso-USB-Festplatte konnte die Box jedoch nicht erkennen. Das kann am NTFS-Dateiformat oder auch an einer mangelnden Stromzufuhr liegen, da meine Platte keinen Netzstecker hat und den Saft von der Box nimmt.


Den mitgelieferten WLAN-Stick erkannte das Gerät ohne Probleme und zeigte sofort verfügbare Netzwerke an. Mein Fritz-WLAN-Stick konnte aber nicht verwendet werden. Der WLAN-Empfang ist sehr gut und stabil. Über HDMI bekommt man ein klares Bild, bei mir musste ich jedoch mit den umfangreichen Einstellungen der Meteorit-Box das Bildformat manuell justieren. Mein Fernseher hat jedoch auch 1366×768 Pixel und liegt somit leicht über dem üblichen HD-Format.

Wenn man eine Anlage mit optischem Audioausgang hat, kann man auch auf diesem Weg den Ton übermitteln. Wer noch mit einem Röhrenfernseher unterwegs ist muss sich keine Gedanken machen – hier hilft der A/V-Anschluss, um die Box nutzen zu können.

Multimedia

Jedes von mir der Box zur Verfügung gestellte Video wurde ohne Murren und ohne Ruckler abgespielt – sogar in 720p HD-Auflösung. Da mein Fernseher keine FullHD-Auflösung hat, kann ich diesen Bereich leider in meinem Review nicht abdecken. Vom Sofa aus stellt sich sofort „DVD-Player“-Feeling ein, denn man kann genauso einfach und effektiv mit der Box die Videos steuern. Bei Musik funktioniert das ebenso und die Tonqualität ist durchaus sehr gut. Bilder rendert das Gerät ebenfalls sehr flott und Diashows stellen keine Probleme dar. Die Multimedia-Eigenschaften hat die Box also mit Bravour bestanden.

Software

Android in der Version 2.2 findet sich auf dem Gerät wieder. Man erkennt den gefrorenen Joghurt jedoch kaum, denn die Benutzeroberfläche wurde stark für mehr Bedienkomfort angepasst. Man hat einen Startbildschirm, auf dem sich auch Widgets platzieren lassen. Darunter ist eine Leiste mit großen Symbolen. Diese führen einen zum Musikplayer, Videoplayer, Dateimanager, zu den Apps, zur Galerie, zu den E-Mails, zum Internet und zu den Einstellungen.

Auf der Fernbedienung selbst sind Schnellzugriffe für die Video-Software, die Apps, sowie das Internet vorhanden. Home, Zurück und Menütaste fehlen hier ebenfalls nicht. Navigiert wird mit einer 4-Wege-Taste. Mit dieser kann man entweder direkt zwischen den Bereichen springen oder man aktiviert einen Maus-Modus. Die Steuereinheit bietet noch viele nützliche Tasten mehr, etwa Play/Pause, Stop und Spulen / nächster Titel. An der Verarbeitung der Bedienung ist nichts auszusetzen – nur die Navigationstasten sind etwas hart zu drücken.

Die Einstellungen sind umfangreich und lassen viele Änderungen bei Proportionen und Farben, Helligkeit sowie Kontrast zu. Vorinstallierte Apps gibt es wenige. E-Mail-App, Browser, Musikplayer, Videoplayer, Galerie, Dateimanager und Anwendungen von „Das Örtliche“ sowie „Wetter.de“ findet man vor. Des weiteren gibt es einen eigenen App-Store. Darin sind aber lediglich knapp 6000 zur Box kompatible Apps aufgeführt. Des weiteren wurde hier die Bedienung in diesem App-Center nicht sehr konsequent durchgesetzt. Ein Kalender und eine Programmzeitschrift wären ebenfalls als vorinstallierte Programme nützlich. Bei den Multimedia-Apps und dem Internet-Browser bekommt man aber gewohnt brauchbare Android-Kost.

Fazit

Als Medien-Player ist das Gerät durchaus eine Empfehlung wert. Dank Android kann man auch zusätzliche, nützliche Apps fürs Wohnzimmer herunterladen. Es gibt aber auch günstigere Alternativen ohne Android. Einen vollwertigen Mini-Computer stellt das Gerät nicht dar und man sollte selbst entscheiden, ob man die Zusatz-Funktionen benötigt.


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