Amazon Appstore: „Desaster“ für App-Entwickler?

Der Amazon Appstore – unendliche Weiten trennen uns von ihm. Um genau zu sein: Der Atlantik. Viele Exklusivtitel und die tägliche Gratis-App machen ihn sehr reizvoll und es gibt nicht wenige, die sich auch hierzulande Zugang zu dem alternativen Market wünschen. Allerdings gibt es auch immer wieder Kritik an Amazons Android-Basar und nach dem jetzt vorliegenden Fall sind wir nicht mehr so sicher, ob wir diese Plattform überhaupt noch haben wollen.

Amazon Appstore: „Desaster“ für App-Entwickler?

Die schwedischen Entwickler von Bithack haben das durchaus beliebte Physik-Knobelspiel Apparatus programmiert. Durch den Erfolg im Android Market beflügelt, haben die Entwickler beschlossen, es auch im Amazon Appstore anzubieten. Gestern haben sie es dann wieder entfernt und eine ausführliches Statement auf ihrer Webseite abgegeben, die Amazons Geschäftspraktiken nicht besonders gut dastehen lässt.

Langsamer Review-Prozess

Nachdem die App bei Amazon eingereicht wurde, kam nach zwei Wochen die Ablehnungs-Mail mit der Begründung, dass die App sich nur per http mit der integrierten Community-Funktion verbindet. Amazon verlangt aber eine sichere Verbindung per SSL (https). Nachdem das geändert wurde — dazu war ein einziges Zeichen im Code notwendig, dauerte es abermals eine Woche, bis das Spiel endlich im Appstore verfügbar war, allerdings wurde es nicht unter den Neuerscheinungen gelistet.

Nicht funktionierende Geräte-Filter

Die Jungs von Bithack haben sich nach einem Gespräche mit Amazon darauf eingelassen, die App auch im Rahmen verschiedener Promo-Aktionen zu featuren. Als die App dann zur Gratis-App des Tages gekürt wurde, quittierten allerdings die Geräte-Filter ihren Dienst, so dass das Spiel auch auf vielen Geräten installiert wurde, die eigentlich gar nicht unterstützt werden. Das hatte natürlich eine Welle negativer Bewertungen zur Folge. Jetzt wird es aber erst richtig absurd, denn Entwickler können auf diese negativen Bewertungen nicht antworten – dafür hätten sie die App selber kaufen und dann eine eigene Bewertung verfassen müssen. Dummerweise sitzt Bithack in Schweden und dort ist der Amazon Appstore ja bekanntlich ebenso wenig zugänglich wie in jedem anderen Land, das nicht die USA sind.

Fehlender Kontakt zwischen Entwickler und Amazon Appstore

E-Mails vom Entwickler zu Amazon wurden in der Regel erst nach einer Woche beantwortet, wodurch es nicht unbedingt einfach ist, selbst kleine Probleme zu lösen. Aber auch die Möglichkeit für die Nutzer, Kontakt mit dem Entwickler aufzunehmen, scheint alles andere als einfach zu sein – anders lässt es sich kaum erklären, warum von über 180.000 Nutzern, die das Spiel runtergeladen haben, lediglich 3 Kontakt zu den Entwicklern aufgenommen haben.

Das Ende der Geschichte

Nach einer negativen Bewertung eines nicht unbedingt optimal informierten Nutzers, der sich über die Berechtigung der App auf die Internetverbindung zuzugreifen, mokiert hatte gingen die Verkäufe stark zurück, da diese Bewertung lange an oberster Stelle als „bester Kommentar“ stand.
Zusätzlich hat Amazon den Preis der App von bereits günstigen 50 % auf 25 % gesenkt, was in Kombination mit oben genannter Bewertung bei den potenziellen Käufern einen etwas dubiosen Eindruck erweckt hat und sie zusätzlich vom Kauf abgehalten hat.

Den Entwicklern blieb am Ende nur, die Notbremse zu ziehen und die App aus dem Amazon Appstore zu entfernen. Dies und die Zusammenfassung der Amazon Appstore-Erlebnisse als „Desaster“ mögen nur eine Verkettung unglücklicher Ereignisse sein. Vermutlich gibt es auch eine Menge Erfolgsgeschichten im Zusammenhang mit dem Amazon Appstore, aber ein unangenehmer Beigeschmack haftet der Sache schon an.

Wie haltet ihr davon? Einzelfall oder exemplarisches Beispiel? Würdet ihr den Amazon Appstore als Kunde oder Entwickler nutzen, wenn er hierzulande erhältlich wäre? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.

bithack.se: Apparatus will be pulled from the Amazon Appstore

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