App Store Ranglisten: Neue Regeln für Top-Apps

Flavio Trillo
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Entwickler melden, dass Apple den Algorithmus zur Berechnung der Top-Listen im App Store überarbeitet hat. Statt wie zuvor allein die Summe der Downloads zu zählen, scheint jetzt unter anderem fortdauernder Gebrauch für einen Platz an der Ranglisten-Sonne zu sorgen. Damit wird die Popularität einer App realitätsgetreuer abgebildet als unter Berücksichtigung reiner Download-Zahlen.

Davon profitieren vor allem “Dauerbrenner” wie die Facebook-App* (Rang 1 in den USA) oder iOutBank* (Rang 1 in Deutschland), die bei vielen Anwendern täglich in Gebrauch sind. “Eintagsfliegen” werden es in Zukunft möglicherweise schwerer haben, die Top-Listen zu bevölkern. Spieleentwickler Glu Mobile vermutet insidemobileapps.com zufolge, dass zur Berechnung der Position eine Mixtur aus täglichem und monatlichem Gebrauch einer Anwendung zum Einsatz kommt.

Sollten sich die Theorien der Beobachter bestätigen, hätte dies auch Konsequenzen für die Marketing-Strategien der Entwickler. Manche Kampagnen beschränkten sich nämlich darauf, so genannte “Installs” einzukaufen. Das ist genau das, wonach es klingt, nämlich riesige Mengen bezahlter Installationen einer App. Bis vor Kurzem war man mithilfe dieser Taktik  in der Lage, Programme innerhalb weniger Wochen in die Top-Listen zu katapultieren.

So etwa das Spiel Tap Jurassic*, für das Entwickler Gameview Studios mithilfe einer Install-Kampagne eine Million Downloads innerhalb von 10 Tagen erreichte. Allerdings meldet das Netzwerk W3i, dass derartige Maßnahmen auch mit dem neuen Algorithmus noch erfolgreich gewesen seien. Erst mittelfristig wird es genauere Erkenntnisse über die geheimen Rezepturen geben, mit deren Hilfe Apple seine Ranglisten bevölkert.

Eine weitere Möglichkeit, an Downloads zu kommen, besteht in der Altenative zum In-App-Kauf – einfach eine kostenlose App herunterladen, starten und eine bestimmte Anzahl Schlumpfbeeren, Credits oder sonstige virtuelle Zahlungsmittel einstreichen. Dies stellt quasi die kostenlose Alternative zu bezahlten Installs dar. Fortan müssen die Entwickler die User auch noch dazu bewegen, die jeweiligen Apps regelmäßig zu benutzen.

Am besten geht das natürlich mit einer wirklich guten, nützlichen oder unterhaltsamen Anwendung. “Qualität ist König”, konzidiert Mike Breslin von Glu Mobile. Letztlich werden dank des neuen Algorithmus diejenigen Apps durch hohe Top-Listenplätze belohnt, die den Konsumenten wirklich gefallen und die sie häufiger nutzen.

Nachteilig wird sich die Methode dagegen für saisonal spannende Programme auswirken. Zu Weihnachten oder zum Valentinstag und anderen Feiertagen gibt es immer wieder kleine, interessante Apps, die trotz großer Popularität wegen mangelnder Starthäufigkeit und Konstanz in der Verwendung möglicherweise nicht auf einen Platz unter den ersten 50 hoffen dürfen.

Doch auch dafür hat Apple vorgesorgt. Neben der neuen Berechnungsart werden jetzt nämlich 300 Plätze eingeblendet, statt wie bisher 50. So haben auch diejenigen Apps eine Chance, die wegen schwächerer Statistiken bislang keine so große Aufmerksamkeit erregen konnten.

Google ist übrigens in dieser Hinsicht Vorreiter: Schon vor etwa zwei Wochen meldete androidnews.de, dass der Ranking-Algorithmus im Android Market auf die gleiche Weise überarbeitet wurde.

Weitere Themen: Apps, AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Apple

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