App-Store-Regeln: Apple geht strenger mit "Shovelware"-Entwicklern um

Florian Matthey
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Apple möchte so genannte “Shovelware”-, also iOS-Spiele, die den Benutzer zum Download anderer Apps für weitere Spiele-Inhalte bewegen wollen, nicht mehr tolerieren. Der App-Store-Betreiber beruft sich auf die Klausel 3.10 der Richtlinien des Download-Portals, die es Entwicklern verbietet, die Download-Zahlen von Apps für eine bessere Position in den App-Store-Charts zu manipulieren. Während sich Benutzer darüber freuen dürften, versteckten Kosten in vermeintlichen Gratis-Spielen zu entgehen, sehen Marktforscher die Gefahr, dass Entwickler zum Mitbewerber Android abwandern.

Das von einigen Entwicklern verfolgte Geschäftsmodell sieht vor, das Interesse von iOS-Benutzern zunächst durch einen kostenlosen Download des Spiels zu wecken. Haben die Benutzer das Spiel erst einmal installiert und ausprobiert, erkennen sie, das sie zusätzliche Inhalte nur über Einkäufe innerhalb der App oder nach dem Download anderer, kostenpflichtiger erhalten können. Ersteres dürfte für Apple kein Problem sein, da der App-Store-Betreiber In-App-Einkäufe selbst als Feature ins iOS integriert hatte.

Entwickler wollen Benutzer aber immer öfter dazu bringen, auch Apps anderer Entwickler herunterzuladen, die den Machern der – zunächst – kostenlosen Spielen eine Provision, also “Belohnung” pro Download ihrer eigenen App bezahlen. Das Ganze geschieht in der Hoffnung, die kostenpflichtigen Apps höher in den App-Store-Charts zu positionieren, um dort mehr Aufmerksamkeit zu bekommen und mehr Geld zu verdienen. Dies sieht Apple mittlerweile als unzulässige Manipulation an, die mithin gegen die Klausel 3.10 verstößt.

Die Entwickler verfolgen diese Taktik aber nicht ohne Grund: Das Geschäftsmodell funktioniert, die Kunden scheinen sich tatsächlich auf den Download anderer Apps einzulassen, nur, um weitere Inhalte für im Spiel zu bekommen. Dass Apple dies nun nicht mehr erlauben möchte, sehen die Marktforscher von Xyologic als Problem: Die Strenge des App-Store-Betreibers könnte die Plattform für Spiele-Entwickler weniger attraktiv machen, so dass sich diese möglicherweise in Zukunft mehr auf Googles Android konzentrieren werden. In einem Whitepaper (PDF-Datei) hebt Xyologic hervor, dass 80,8 Prozent aller iPhone-Downloads im März auf kostenlose Apps zurückgingen. Viele davon seien Spiele, von denen zwar nur 10,8 Prozent In-App-Einkäufe anböten. Allerdings belegten Spiele mit zusätzlichen kostenpflichtigen Inhalten 94 Positionen der Liste der 150 Gratis-Spiele, der Anteil ihrer Downloads unter allen Spiele-Downloads liege bei 39,9 Prozent.

Die Praxis scheint sich für Entwickler also zu lohnen, so dass Apples neue Auslegung der Regel die Plattform Android tatsächlich interessanter machen könnte. Ob entsprechende Spiele für iOS-Benutzer aber überhaupt wünschenswert sind, ist eine andere Frage.

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