App Stores: Entwickler fordert Abschaffen der Charts

Wie sinnvoll sind die Verkaufscharts im App Store? Ein Entwickler meint, dass diese dem App-Ökosystem eher schaden als nutzen. Apple sollte Kunden eher Apps anbieten, die gerade ihnen gefallen könnten.

App Stores: Entwickler fordert Abschaffen der Charts

John August, ein Drehbuchschreiber, der auch entsprechende Apps anbietet, ärgert sich darüber, wie die Dynamiken des App Store funktionieren: Apps bekämen nur dann Aufmerksamkeit, wenn sie sich weit oben in den jeweiligen Charts befinden. Also versuchten Entwickler alles, um es in die Charts zu schaffen.

Da Apps, die besonders günstig sind oder überhaupt nichts kosten, mehr Downloads erzielen, befänden sich in den Top-Charts-Positionen zahlreiche kostenlose oder Billig-Apps, die qualitativ vielleicht nicht so wertvoll sind wie andere. Auch zahlreiche Freemium-Spiele dominieren die Charts. Zwar listet Apple auch die umsatzstärksten Apps, auch dort gibt es aber zahlreiche Freemium-Spiele, die den Umsatz durch In-App-Einkäufe erreichen.

Aufgrund dieser Voraussetzungen entstehe ein “Race to the Bottom”; jeder biete seine Apps so günstig wie möglich an. Auch sei eine komplette Branche für App-Store-Kampagnen entstanden – mit Boost-Kampagnen versuchen Entwickler, möglichst schnell möglichst viele Downloads zu generieren, um es in die Top-Charts-Positionen zu schaffen. Gute, aber vielleicht nicht ganz so günstige Apps gingen so unter, und viele Kunden sähen in den Charts Apps, die sie schon längst haben oder die sie eigentlich gar nicht interessieren.

August wünscht sich zur Worldwide Developers Conference (WWDC), auf der Apple neue Versionen seiner Betriebssysteme vorstellen wird, auch gleich eine gründliche Überarbeitung der App Stores, in denen die Charts zumindest an so prominenter Stelle verschwinden. Stattdessen sollte sich Apple ein Beispiel an Amazon oder Netflix nehmen und versuchen, Kunden Apps anzuzeigen, die sie wirklich interessieren.

Mit der “Genius”-Funktion gebe es im App Store zwar schon eine individuelle Liste an Apps, die aber nur darauf basiert, welche Apps den Apps, die der Kunde heruntergeladen hat, ähneln. Allerdings wolle jemand, der sich eine To-Do-Listen-App besorgt hat, doch wahrscheinlich keine weiteren Apps mit derselben Funktion sehen.

Interessanter wäre es hingegen, welche Apps einen Kunden wie ihn interessieren. Das heißt: Welche Apps Kunden mit bestimmten Interessen gerne kaufen. Apple sollte dem Benutzer also anzeigen, welche Apps Kunden heruntergeladen haben, die ähnliche Apps installiert haben wie der jeweilige Kunde. Eben damit mache Amazon doch bereits gute Erfahrungen.

Das würde für Entwickler auch die richtigen Anreize setzen: Charts verleiteten Entwickler dazu, sich auf die Konkurrenz und deren Download-Zahlen und nicht die Kunden zu konzentrieren. Deshalb sollte man sie abschaffen, so Augusts Fazit.

Charts:

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