Apple App Store vs. Google Android Market: Aufholjagd in vollem Gang

Flavio Trillo
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Über die Nomenklatur befinden sich verschiedene Anbieter derzeit im Streit – “App Store” wollen sie alle heißen und einige sogar am liebsten exklusiv. Eine Studie der verschiedenen Umsetzungen dieses Konzeptes zeigt, dass Vorreiter Apple sich auf eine steife Brise gefasst machen muss. Die Konkurrenz schläft nicht. Besonders der Google Android Market gewinnt an Fahrt und soll den App Store für iPhone bis Juli dieses Jahres überholt haben.

Derzeit finden sich laut der Studie von Distimo im US-App-Store etwa 367.334 Apps (Stand März 2011), davon 34.120 speziell fürs iPad. Der Google Android Market liegt bezüglich der Masse an Anwendungen auf Rang zwei mit aktuell etwa 206.143 Apps. Dabei legte der Market ein Wachstum von 16 Prozent im Vergleich zum Februar vor, was etwa 28.433 Anwendungen entspricht. Gleichzeitig nahm die Zahl der Apps in Apples App Store um 8 Prozent zu, zählt also etwa 26.978 Anwendungen mehr. Erst weit abgeschlagen folgen Nokias Ovi Store mit 29.920 (10 Prozent Wachstum), Blackberrys App World mit 26.771 (21 Prozent Wachstum) und das Litauische GetJar mit 20.355 Apps (3 Prozent Wachstum).

Interessant ist auch die Erkenntnis, dass bei erheblich geringerer Anzahl von Anwendungen insgesamt, der Android Market über mehr als 10.000 kostenlose Apps mehr verfügt als der App Store fürs iPhone. Die Menge der bezahlten Programme ist dagegen um zwei Drittel geringer als im Store für das Apple Smartphone. Eine greifbare, materielle Erklärung – wie etwa ein vertrauensunwürdiges Bezahlsystem – scheint es hierfür nicht zu geben.

Vielmehr ist offenbar der Geist der Android-Nutzer der Grund dafür, dass die Gratis-Apps in Googles App Market prominenter sind. Fehlende Zahlungskraft dürfte nur einen verschwindend geringen Anteil an den Ursachen haben. Allerdings ist die durchschnittliche Bereitschaft, für eine Anwendung Geld auszugeben, schlichtweg bei all jenen nicht so ausgeprägt, die mit einem HTC-, Samsung-, oder Motorola-Gerät telefonieren.

Dem tragen dann natürlich die Entwickler damit Rechnung, dass sie ihre Apps vorwiegend über Werbung finanzieren lassen und dem Anwender kostenlos anbieten. Bekanntes Beispiel hierfür sind die Schöpfer des überaus erfolgreichen Angry Birds*, das auf diversen Plattformen die Top-Listen erklimmt. Anders als im App Store, wo die Vollversionen je nach Variante zwischen 0,79 und 2,39 Euro kosten, ist das Spiel im Android Market kostenlos. Dennoch ist dieses Modell für Entwickler Rovio lukrativer, denn mit einer Million US-Dollar Werbeeinnahmen pro Monat verdient die finnische Spieleschmiede mehr als mit der kostenpflichtigen iOS-App.

Auch eine Prognose für die kommenden drei Monate wagt Distimo und sieht den Android Market deutlich zulegen. Für den Juni sehen die Beobachter voraus, dass Apples App Store fürs iPhone gerade noch 39.000 Apps Vorsprung verzeichnen wird und eine Art Wachstumsplateau erreicht. Die Lücke vergrößert sich jedoch, rechnet man die Apps fürs iPad hinzu. Zumindest die iPhone-Sparte des App Store soll Google mit seinem Angebot bis Ende Juli dieses Jahres eingeholt haben. Die Konkurrenz von RIM, Nokia und Microsoft liegt nach wie vor weit zurück.

Es scheint, wie die androidophilen Kollegen meinen: Android kommt.

Weitere Themen: Google Play Store, Android, AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Google

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