Apples App-Store-Richtlinien: "Wir brauchen keine weiteren Furz-Apps"

Florian Matthey
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Apple hat nicht nur die Regeln für die iOS App-Entwicklung gelockert, sondern auch die Richtlinien für die Überprüfung der Apps veröffentlicht. Anhand dieser sollen Entwickler besser vorhersehen können, ob Apple ihre Apps akzeptieren wird, auch möchte Apple in Zukunft bei Ablehnungen Gründe nennen. In den Richtlinien zeigt sich Apple überraschend direkt.

Vor allem in der Einleitung der Richtlinien (PDF-Datei bei Engadget) nimmt Apple kein Blatt vor den Mund. Mit den Worten “wir haben über 250.000 Apps im App Store Wir brauchen keine weiteren Furz-Apps” verdeutlicht das Unternehmen, dass es in Zukunft strenger mit Software ohne großen Sinngehalt umgehen möchte: “Wir haben viele ernsthafte Entwickler, die ihre Apps nicht von Amateurhaftigkeit umzingelt sehen wollen”. Auch auf den Jugendschutz möchte Apple weiterhin Acht geben: Viele Kinder seien im App Store unterwegs, und die Kindersicherung in iOS-Geräten funktioniere nur dann, wenn Eltern sie auch aktivieren.

Auszüge aus den Regeln im Einzelnen:

Grundsätzlich werde Apple Apps immer dann genauer unter die Lupe nehmen, wenn der Entwickler mehr Geld für sie verlange. Sollte eine App Apples Segen nicht finden, gebe es ein Review Board, an das sich Entwickler wenden können. Sollten sie Apple bei der Presse anschwärzen, werde das nie helfen. Apps mit versteckten Features, die die Entwickler nicht offen legen – so genannte Easter Eggs – werde Appe ablehnen. Das Gleiche Schicksal werde Apps ereilen, die eine Kopie bestehender Apps sind – vor allem Software, die einem bestehendes Apple-Produkt zu sehr ähnelt, beispielsweise die Simulation einer iPod-Benutzeroberfläche. Apps mit Metadaten, die andere Plattformen benennen, möchte Apple ebenfalls nicht sehen.

Etwas unverständlich ist, warum Apple gerade Spiele, die russisches Roulette simulieren, nicht zulassen möchte – Kartenspiele, die ebenfalls im kommerziellen Glücksspiel zum Einsatz kommen, hingegen schon. Wenig überraschend ist angesichts Apples strenger Handhabung in der Vergangenheit, dass die Richtlinien pornografische Inhalte auch in geschriebener Form strikt ablehnen. Das betreffe auch solche Apps, deren Inhalte typischerweise oft pornografisch sind – mit einem ausdrücklichen Bezug auf die Videochat-Website Chat Roulette. Apps für illegales Filesharing will Apple ebenfalls ablehnen.

Sollten die Richtlinien Apple als Kontroll-Freak dastehen lassen, liege das vielleicht daran, dass sich Apple um die Qualität für seine Benutzer kümmere. Darüber hinaus behält sich Apple vor, das Dokument in Zukunft anzupassen – möglicherweise werden neue Apps zu neuen Richtlinien führen.

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