iPad-Magazine ohne Programmierkenntnisse erstellen dank Laker Compendium

Marie van Renswoude-Giersch
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Der Student Florian Franke hat sich im Rahmen seiner Diplomarbeit mit digitalen Magazinen für iPhone und iPad beschäftigt und hat an einer Open Source-Lösung gearbeitet, mit der man aus eigenen Publikationen auf einfache Weise iOS-Apps erstellt. Entstanden ist Laker Compendium, eine Sammlung aus Vorlagen, Dateien und ausführlichen Anleitungen. Die Lösung basiert auf dem Baker Ebook Framework. Einige Zusatzfunktionen, wie automatische Layout-Anpassung, hat der Entwickler noch ergänzt.

Möchte man sein eigenes Magazin, ein Buch oder auch einen Katalog in eine interaktive App umwandeln, braucht es nicht mehr als ein paar Grundkenntnisse in HTML und CSS sowie einen Mac und Xcode für den Export in den App Store. Weder umfangreiche Programmiererfahrung noch ein Webserver werden benötigt. Florian Franke hat im Rahmen seiner Diplomarbeit das freie Framework Laker Compendium entwickelt, das eine kostenlose Alternative zu entsprechenden Lösungen wie der Adobe Digital Publishing Suite bietet. Die Vorteile von Laker sieht Franke im OpenSource-Gedanken und erklärt: “Laker ist nicht für jeden interessant. Aber um eine Publikation mit HTML-Kenntnissen in den App-Store zu bringen – ob das jetzt ein Magazin, ein Buch, ein Katalog, ein Portfolio oder was auch immer ist – ist es im Moment sicher einen Blick wert!”

Laut eigenen Angaben hatte sich der Student gefragt, ob es möglich ist, ein digitales, interaktives Magazin nur mit Hilfe von kostenloser Open Source-Technologie zu entwickeln und in den App Store zu bringen. Mit dem Baker Ebook Framework ist dies grundsätzlich schon gegeben. HTML5-Seiten lassen sich damit in das E-Book-Format umwandeln und publizieren. Allerdings befand Florian Franke die Lösung noch nicht für perfekt und führte einige Ergänzungen durch, wie iPhone-Support, ein Inhaltsverzeichnis, das durch Doppelklick geöffnet wird und eine verbesserte Slideshow-Ansicht.

Neben dem angepassten Baker Framework umfasst das Laker Compendium noch ein Set von Dateien und Vorlagen. Dank dem CSS-System Less Framework wird das Layout automatisch an die Bildschirmgröße von iPhone, iPad und sogar Mac angepasst und skaliert. Auch an die Ausrichtung des iOS-Geräts passt sich das Layout an. Der Nutzer kann hier entweder bereits integrierte HTML- und Javascript-Module wie Text, Bilder, YouTube-Videos, Sound und Slideshows nutzen oder auch selbst Inhalte gestalten. Die fertige App unterstützt zudem die gewohnte Gestensteuerung.

Weiterhin findet man auf Lakercompendium.com eine umfangreiche Anleitung zur Erstellung einer App. Einsteigern wird hier sowohl mit Tipps als auch mit Code-Beispielen weitergeholfen.

Auch wenn Florian Franke mit Laker eine dem Baker Framework recht ähnliche Lösung kreiert hat, scheinen beide Seiten von dem neuen Projekt zu profitieren. Gegenüber macnews.de gab Franke an, dass die Entwickler des Baker Framework sehr positiv auf sein Projekt reagiert haben. In der neuen Version von Baker wurde der iPhone-Support mittlerweile ebenso übernommen. Gleichzeitig behält der Student die “Szene” in Blick und behauptet: “Generell bin ich auch immer etwas von den Baker-Jungs abhängig. Wenn diese neue Features hinzufügen, sehe ich keinen Grund, diese nicht auch in Laker aufzunehmen.” In naher Zukunft plant er für Laker zunächst iFrame- und GoogleMaps-Support, sowie Performance-Steigerung. Zudem möchte er endlich seine erste eigene App Laker NYC veröffentlichen. Da die App aber hauptsächlich die Funktionen von Laker demonstriert, wurde sie bisher von Apple abgelehnt.

Das heißt jedoch nicht, dass derart produzierte Magazin-Apps keine Chance im App-Store haben. Vielmehr zeigt es, dass Entwickler und Verlage auch ohne teure Adobe Publishing Suite anspruchsvolle, interaktive Magazine für das iPad produzieren können.

Weitere Themen: iPad, AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Apple

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