beme: Ein Social Network für jene, die Instagram und Facebook satt haben

Ben Miller
61

Schon im beme-Hype? Das neue soziale Netzwerk des New Yorker Filmemachers Casey Neistat stürmt die App-Store-Charts.

beme: Ein Social Network für jene, die Instagram und Facebook satt haben

Seien wir ehrlich: In den meisten sozialen Netzwerken geht es darum, sich selbst in ein möglichst gutes Licht zu rücken. Man teilt nur Fotos und Videos von sich, auf denen man gut aussieht. Man macht Fotos von Filet Mignons und Grillfesten, nicht vom Netto-Fertigsalat in der Mittagspause. Gerne werden die persönlichen Profile noch mit den besten der besten Urlaubsfotos verschönert, auf die pseudo-philosophischen Floskel geknallt werden, garniert mit hippen Hashtags. #thebeautyoftheworldliesinfrontofyou. Alles muss zum „virtuellen Ich“ passen, zu dieser Kunstfigur, dem „besseres Selbst“, das nur aus den guten Eigenschaften besteht, ohne Makel. Man kommt sich vor wie im Film Surrogates.

Darum ist unsere heutige App des Tages namens auch etwas Besonderes. Entwickelt wurde beme unter Federführung des New Yorker Filmemachers Casey Neistat. Mit beme werden 4 Sekunden lange Hochkant-Videos geteilt, die automatisch aneinandergereiht werden, je nachdem, wie oft und mit welchen Abständen man aufnimmt.

Das Besondere dabei ist aber, dass man selbst nicht sieht, was man filmt. Es gibt keinen Viewfinder. Der Annäherungssensor des iPhones dient als Aufnahme-Knopf. Hält man das iPhone mit dem Display an die Brust oder verdeckt den Sensor mit dem Finger oder einem anderen Gegenstand, wird die Aufnahme gestartet. Der Sensor befindet sich auf der Vorderseite des iPhones, über bzw. neben Ohrhörer, je nach Modell. Aufgenommen wird ausschließlich mit der iSight-Hauptkamera des iPhones. Die Frontkamera lässt sich nicht verwenden.

 

Der Gedanke hinter diesem Mechanismus war, so Neistat, dass sich der Nutzer nicht auf die Aufnahme konzentrieren, sondern der Blick auf dem Motiv bleiben soll. Wenn der Nutzer beispielsweise einen beme von einem Konzert schicken möchte, soll er das Spektakel nicht durch sein Smartphone-Display verfolgen, sondern das Konzert genießen. Man soll sein iPhone einfach auf das richten, was man einfangen möchte. Schlicht und einfach, aus der Ich-Perspektive. Für ein Video-Selfie dreht man das iPhone um und blickt in die Linse. Dass man so natürlich nicht immer genau das bestmöglich ins Bild bekommt, was man will, ist Teil des Konzepts. Das macht den Charme von beme aus und ehrlich gesagt befreit es auch. Wenn die Aufnahme mal schief ist, ist es halt so.

Geteilte Aufnahmen können nur einmal angesehen werden. Hat man das jeweilige Video-Snippet erst einmal abgespielt, ist es unwiederbringlich fort. Ein Zurück gibt es nicht.

Wie auch bei Twitter oder Snapchat, kann man in beme anderen Nutzern folgen. Es gibt aber keinen Follower-Counter, keine Kommentarfunktion und keinen Like-Button. beme ist sehr reduziert. Man kann aber Nutzern als Reaktion auf ihre Videos Selfies schicken, in dem man während des Videos mit einem zweiten Finger auf den Touchscreen tippt. Denn abgespielt werden „bemes“ nur, solange man mit einem Finger auf dem Touchscreen bleibt. Die Selfies sind – wie die bemes selbst – nur sehr kurzlebig. Einmal angesehen, sind sie auch schon wieder weg.

beme orientiert sich bei einigen Features offensichtlich an Snapchat. Jedoch ist Snapchat im Vergleich zu beme viel unübersichtlicher und komplexer.

Aktuell fährt beme mit einem Invite-only-System. Jeder aktive Nutzer hat pro Tag 5 Invite-Codes zur Verfügung, mit denen er Freunde zu beme einladen kann. Man nur mit einem Einladungs-Code in die App, kann aber auch schon jetzt seinen Benutzernamen registrieren. Eine Android-Version soll demnächst verfügbar sein. Vorerst gibt es beme nur für das iPhone.

Wir haben ein paar beme-Codes für euch. Wer einen will, einfach in den Kommentaren melden.

The app was not found in the store.

Hat dir "beme: Ein Social Network für jene, die Instagram und Facebook satt haben" von Ben Miller gefallen? Schreib es uns in die Kommentare oder teile den Artikel. Wir freuen uns auf deine Meinung - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook, Twitter oder Google+ folgen.

Weitere Themen: beme, AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Apple