Biete gebrauchtes E-Book: Apple-Patentantrag beschreibt DRM-Flohmarkt

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Ein neu entdeckter Patentantrag von Apple beschreibt ein System zur Weitergabe von DRM-geschützten Inhalten. Musik, E-Books und Videos können demnach von einem Endkunden an den nächsten weitergegeben werden. Die Infrastruktur dafür könnte im iTunes Store liegen, ein Teil des Verkaufspreises geht an Apple.

Biete gebrauchtes E-Book: Apple-Patentantrag beschreibt DRM-Flohmarkt

In einem ganz ähnlichen Patentantrag von Amazon geht es ebenfalls um eine Lösung für Geschäfte mit digitalen Medien unter Endverbrauchern. Anders als bei Apple schlug Amazon aber vor, den eigenen Marktplatz im Netz als Drehscheibe für all diese Verkäufe zu verwenden.

Apple geht einen Schritt darüber hinaus und will auch den direkten Austausch der User untereinander zulassen. Übertragen wird jeweils nur das Recht, auf die Inhalte zuzugreifen. E-Book, Musiktitel oder Film können mit übertragen werden, müssen es aber nicht.

Praktisch würde ein solcher Transfer in etwa so von statten gehen: Ich habe ein E-Book aus dem iBook Store, das ich auf dem iPad durchgelesen habe und nicht mehr benötige. Ich verkaufe dieses E-Book mit einem Knopfdruck an einen Freund, der es daraufhin von seinem iPhone aus herunterladen kann. Die Berechtigung dazu wurde ihm nach der Bestätigung der Transaktion durch mich an iTunes erteilt.

Der Inhalt verschwindet anschließend von meinem iPad. Möglich ist aber auch, dass das Buch nie auf meinem Gerät war, sondern in der Cloud bleibt. Ich verkaufe nur die Lizenz am Buch, Musikstück oder Film. Nicht den Inhalt selbst.

Wie der Kaufpreis von einem Anwender zum anderen fließt, wird in dem Patentantrag nicht erklärt. Eine denkbare Variante ist aber, dass die iTunes-Konten der jeweiligen

Anwender für den Zahlungsverkehr genutzt werden. Mein Guthaben wird also um den vereinbarten Kaufpreis erhöht — abzüglich einer Gebühr für Apple, versteht sich.

Auch eine Leihe soll mit dem vorgeschlagenen System möglich sein. Der Verleiher bestimmt demnach die Leihdauer, iTunes beschränkt den Zugriff auf den Inhalt auf dem Gerät des Entleihers. Dies könnte etwa nach dem bewährten System funktionieren, nach dem auch Leih-Filme nach Ablauf der Leihdauer einfach verschwinden.

Ebenfalls vorgesehen sind Bedingungen, unter denen die Inhalte weitergegeben werden dürfen. So wird für Filme beispielhaft ein Mindestpreis von 10 Dollar angeführt, wenn er innerhalb der ersten sechs Monate nach dem ursprünglichen Neukauf weitergegeben werden soll. Anschließend sind mindestens 5 Dollar zu verlangen.

Auch bestimmte Zeiten, seien es Monate, Wochentage oder Tageszeiten, können für einen solchen Transfer bestimmt werden, ebenso wie die maximal Anzahl an Weiterverkäufen.

Eine sehr spannende Sache, auch im Lichte der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes im Juli 2012, dass gebrauchte Software sehr wohl weiterverkauft werden darf.

Zwar wurde damals die theoretische Möglichkeit für einen Gebrauchtmarkt geschaffen. Den Anbietern steht es aber weiterhin frei, eine Nutzung dieser Möglichkeit überhaupt nicht vorzusehen. Beispiel: Der iTunes App Store. Die Weitergabe von Apps an andere User ist nicht Teil des Ökosystems.

Zumindest bis jetzt. Vielleicht deutet dieser Patentantrag Apples auf eine Zukunft, in der Anwender nicht mehr gebrauchte digitale Inhalte untereinander tauschen, ausleihen und verkaufen können.

Was haltet ihr von dieser Lösung?

(via Appleinsider, Bild: Hand handing over money via Shutterstock)

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