GooseGogs - Test: Dieses Spiel lässt euch vor Wut platzen

Tobias Heidemann
9

Ganz still und heimlich wächst derzeit in Deutschland so etwas wie eine echte Indie-Game-Szene heran. Immer mehr kreative Entwickler und Game-Designer tüfteln abseits der gängigen Schubladen an unkonventionellen und innovativen Titeln, die vor allem eines wollen: gespielt werden. Der Schüler Frederic Schimmelpfennig hat eines dieser Spieler im Alleingang programmiert und dafür gleich den Deutschen Computerspielpreis 2010 erhalten.

GooseGogs - Test: Dieses Spiel lässt euch vor Wut platzen

Wenn hier von einer deutschen Indie-Game-Szene gesprochen wird, dann schwingt natürlich auch immer etwas Wunschdenken mit. Von derartig lebhaften Communities wie man sie zum Beispiel in Kanada auf der Toronto Game Jam antreffen kann, ist die BRD noch weit, weit entfernt. Es wird aber zunehmend spürbarer, dass die üblichen Geschäftsmodelle auch hierzulande Alternativen haben. Diese Entwicklung ist paradoxerweise auch den großen Playern zu verdanken, die mit ihren neuen Vertriebswegen über Steam, Xbox Live Indie Games, dem PSN Store oder auch Apple’s App Store große Türen für kleine Spiele geöffnet haben.

Willkommen in der Bundesrepublik Gamesland

” ist ein solches Spiel. Der 17-Jährige Nachwuchsentwickler Frederic Schimmelpfennig hat es in den letzten zwei Jahren in seiner Freizeit programmiert und dafür nun jede Menge Preise eingefahren. Vom Informatikkurs zum Indie-Star – Gar nicht mal schlecht. Wer sich für die konkrete Entstehung interessiert, der kann sich auf spielbar.de ein ausführliches Interview mit Frederic durchlesen.


Deutsche Indie-Game-Szene schön und gut – aber was taugt ? Um das herauszufinden, haben wir uns Frederics feiste Fingerübung mal genauer angesehen und sind vor Wut an die GIGA-Decke gegangen. Nicht weil “” so schlecht wäre, nein, überhaupt nicht. Es ist sogar ziemlich gut. Es ist aber auch verdammt schwer und bringt selbst geübte Geschicklichkeitsspieler so manches Mal zur Weißglut.

Wer “Goosegog” spielt, wird vor Wut platzen

Wie es sich für einen kleinen Indie-Titel gehört, ist das Prinzip von “GooseGogs” denkbar einfach. Als kleine Stachelbeere (Englisch “Goosegog”) rollen und hüpfen wir durch 50 handgemalte Level und schalten dabei immer neue Fähigkeiten frei. Dabei stellen sich dem kleinen Früchtchen feindlich gesinnte Artgenossen entgegen. Der Clou an “GooseGogs”: Anders als in den meisten Plattformern muss man die Gegner hier nicht plattspringen oder kaputtschießen, sondern so richtig in Rage bringen.

Über einen einfachen Tastendruck entfährt dem essbaren Helden ein roter Wut-Schweif, den man für einen bestimmten Zeitraum hinter sich herzieht. Berühren die feindlichen Stachelbeeren unsere Wut, werden auch sie zornig. Nehmen sie zu viel Wut auf, platzen sie irgendwann. Klingt einfach? Ha ha – macht das erst mal! Hinter der simplen Mechanik steht ein enorm forderndes Konzept, das klassische Jump´n Run Manöver auf den Kopf stellt. Schon nach dem ersten (von insgesamt fünf) Kapiteln ist sehr gutes Timing und überlegtes Vorgehen keine Option mehr, sondern schlicht notwendig.


Dabei wird “” aber nie unfair oder frustrierend… ehm… ok, also manchmal ist es das schon, aber dafür bleibt es motivierend. Abgesehen vom hohen Schwierigkeitsgrad bietet Schimmelpfennig in seinem kleinen Spiel aber noch andere Anreize. So kommen zum Beispiel mit immer neuen Gogs auch ganz neue Mechaniken hinzu. Viele tolle Einfälle hat sich der Nachwuchsentwickler aber auch für die Level-Architektur aufgehoben.

Weitere Themen: AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Apple

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz