iPad-Playboy: Anzeichen für Lockerung der App Store-Richtlinien

Sebastian Trepesch
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Das Männermagazin Playboy soll ab März in einer iPad-Version erscheinen, dies kündigte Hugh Hefner in einer Twitter-Meldung an. Es würde bedeuten, dass Apple auch Nacktfotos in Apps zulässt. Bislang ist das nur eingeschränkt der Fall.

Die Meldung auf den Namen Hugh Hefner wurde über ein verifiziertes Twitter-Konto versendet. Bei diesen Zugängen hat der Kurznachrichtendienst geprüft, dass es sich um die “echte” Person handelt.

Playboy-Gründer Hugh Hefner kündigt an, dass alte und neue Ausgaben des Playboy auf dem iPad verfügbar sein werden. Es muss demnach vermutet werden, dass die Inhalte – zumindest der früheren Jahrgänge – nicht in großem Stil den Fähigkeiten eines Tablet Computers angepasst werden.

Es impliziert aber auch, dass die Inhalte der Hefte eins zu eins übernommen werden, und keine abgespeckten Versionen ohne Nacktfotos produziert werden. Laut eines Screenshots von tecktrackr gab Hefner an, dass der elektronische Playboy unzensiert sein wird. Der Eintrag ist auf der Twitter-Seite aktuell aber nicht mehr zu finden.

Wie Hefner das Männermagazin veröffentlichen will, ist das große Fragezeichen. Ein Verkauf ganz offiziell über den App Store ist wegen Apples Richtlinien aktuell nicht denkbar: Apple kontrolliert, welche Inhalte in den Softwareladen für iPhone und iPad eingepflegt werden. Aufgrund der strengen Richtlinien lehnte der Konzern aus Cupertino mehrfach Anwendungen ab, zum Beispiel eine dänische Zeitung, die ein Nacktbild publizierte. Andererseits wurde die Bild-Zeitung trotz Oben-ohne-Fotos noch nicht von den iOS-Geräten verbannt, und auch Apps mit eindeutig pornografischen Inhalten – aber ohne nackte Haut – können sich iPhone-Besitzer auf ihr Smartphone herunterladen. Die Zulassungsvorgaben, beziehungsweise die Durchsetzung war in letzter Zeit also nicht sehr stringent.

Die Tatsache, dass der Playboy für das iPad erscheint, könnte demnach dafür stehen, dass Apple die Richtlinien für Apps lockert. Auch schürt die Meldung die Spekulationen um eine Abonnement-Funktion für Zeitungen und Magazine. Bislang werden Magazininhalte über In-App-Käufe erworben. Wird hier das Alter der Käufer registriert, kann Apple seinen Jugendschutzbemühungen weiterhin gerecht werden.

Im amerikanischen App Store ist seit Sommer 2010 bereits eine iPhone-App des Playboys verfügbar. Laut iTunes-Kommentaren erhält sie allerdings keine Nacktbilder.

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