iPad Studie: Ich weiss mehr - ich will es nicht mehr

Bernd Korz

Je mehr man über das iPad in Erfahrung bringt, desto weniger möchte man es sich kaufen, so eine Studie, die letzten Freitag veröffentlicht wurde. Wie kommt es dazu, hat man einfach zu viel von Apple erwartet oder hat Jobs eine zu große Show inszeniert?

Die Studie bestätigt das, was auch wir hier schon beobachten konnten und in den letzten Artikeln über Tablet-PC geschrieben hatten. Die Bewunderung und Begeisterung ist so stark, dass plötzlich nahezu täglich weitere Firmen einen eigenen “iPad” für 2010 ankündigen.

Der Marktplatz für Onlinekunden im Bereich Elektronik Retrevo, hat eine Umfrage unter Tausenden seiner Kunden gemacht und stellte dabei fest, dass der 27. Januar förmlich einen Boom ausgelöst hatte. So nahmen wesentlich mehr Kunden an dieser Umfrage teil, als man es gewohnt sei.

Dies allerdings stellt im Grunde nicht wirklich eine Überraschung dar, denn im Gewöhnlichen ist es schon so, dass Apple sein Handwerk mehr als versteht und jederzeit dazu in der Lage ist, einen Hype zu kreieren. So hörten laut der Umfrage 37% der Leser vor der Veröffentlichung, und 80% danach von Apple’s iPad.

Wollten vor der Show bereits 25% von den Kunden einen Kauf des iPad ausschließen, waren es von den Zuschauern der Show während eben dieser umgehend doppelt so viele mit 50%. Der Umkehrschluss ist aber auch hier erlaubt, so sind da noch immer die anderen 50%, die es sich gerne zulegen möchten.

Im Grunde ist aber eines klar geworden, die Erwartungen waren offensichtlich zu hochgeschraubt und Apple konnte diese leider auch nicht erfüllen. Auch wenn das iPad “cool” ist, hat es doch einige Defizite, die man nicht von der Hand weisen kann. Und von eben diesen Defiziten werden sich viele Käufer abhalten lassen, sich dieses zuzulegen. Zumal auf der anderen Seite auch die Konkurrenz nicht schläft und die bekannten Defizite schon jetzt, vor deren Veröffentlichung, zu beheben wussten.

Aber Apple weiss an anderen Stellen zu punkten, so hat das Unternehmen schon die ganz wichtigen Applikationen wie iWork auf dem iPad bereitgestellt (dank SDK 3.2). Und was auch nicht zu verschweigen sein darf: Mit mittlerweile 140.000 Apps im AppStore kann man richtig schnell loslegen. Für die Leseratten hat Apple auch ein gutes Argument parat, so gibt es den iBookStore mit einer sehr großen Anzahl an Buchtiteln, welche den iPad in einen formschönen und eleganten E-Book Reader verwandeln (leider aber nicht in Deutschland, hier gibt es derzeit noch ein ganz klares: “Derzeit nicht” von Apple).

Für die wahren Fans von Apple, dem iPod oder gar dem iPhone wird es aber fast schon eine Frage der Ehre sein, ein weiteres Gerät von Apple zu erwerben, was in diesem Falle völlig wertfrei gesagt sein soll. Liebt man diese Marke, dann ist es durchaus legitim, sich einen iPad zuzulegen.

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