iPhone Notiz- und Aufgabenverwaltung ohne Cloud: The Note

Sebastian Trepesch
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The Note ist eine kostenlose Notiz- und Aufgabenverwaltungs-App, die den Markt aufmischen möchte – obwohl oder gerade weil ein wichtiger Bestandteil anderer Anwendungen fehlt: die Cloud-Anbindung, also die Speicherung der Daten im Internet. Dafür können Notizen und Aufgaben unter anderem mit Listen, Audio- oder Video-Aufzeichnungen versehen und mit Kontakten und Orten verknüpft werden. macnews.de hat sich mit dem Berliner Entwickler, der bei dem Projekt nur von seiner Lebensgefährtin Unterstützung bekommt, über Konzept und Finanzierung unterhalten.
macnews.de: Jan Effler, warum braucht die Welt noch eine Aufgabenmanagement-App?

Jan: The Note* kombiniert Aufgaben und Notizen, und das auf intelligente Weise – das ist schonmal der erste wesentliche Punkt. Die App ist aus Eigenbedarf heraus entstanden. Ich bin jemand, der sich sehr viele Sachen notiert und dabei sämtliche multimedialen Möglichkeiten des iPhones nutzen möchte. Vor eineinhalb Jahren bin ich auf keine Anwendung gestoßen, die mir wirklich gefallen hat. Irgendwelche Funktionen fehlten immer, und alles war mir zu wenig intuitiv. Außerdem lege ich wert darauf, dass meine persönlichen Daten bei mir lokal liegen und nicht auf einem fremden Server. Insgesamt ist im App Store erheblich mehr Quantität als Qualität vertreten.

macnews.de: Und was ist mit Evernote, Wunderlist und Co?
Jan: Wunderlist stützt sich nur auf das Aufgabenmanagement und ist mir zu wenig multimedial. Evernote ist Cloud-basiert und allesamt haben mir aufgrund der Handhabung nicht gefallen.

macnews.de: Mit welchen Funktionen möchtest Du nun das Marktsegment aufmischen?
Jan: Bei uns steht der multimediale Ansatz im Fokus. Bedienung und Optik sind am Look and Feel von Apple-Apps angelehnt, sämtliche Funktionen des iPhones werden unterstützt. Wir haben ein echt ausgeklügeltes System. Ich glaube, in Sachen Flexibilität macht uns keiner so schnell etwas vor. Ein weiterer wichtiger Punkt ist zudem die lokale Speicherung.

macnews.de: Wollen nicht die meisten Menschen ihre Notizen auf dem iPhone mit dem Rechner synchronisieren?
Jan: Das ist richtig. In den nächsten Monaten wird zunächst eine iPad-Version und später auch eine Mac-Version mit entsprechender Synchronisationsfunktion kommen. Cloud-Zugriff ist jedoch vorerst nicht geplant, und wenn es den mal geben wird, dann nur optional.

macnews.de: Die Informationen liegen in einer eigenen Datenbank auf dem iPhone. Der Zugriff auf vorhandene Kontakte wird dadurch aber umständlich.
Jan: Die Integrationsfunktionen, die Apple freigegeben hat, unterstützt The Note. Das Adressbuch in der App besteht lediglich aus Verknüpfungen auf das iPhone-Adressbuch-Kontakte. Wird dort ein Kontakt geändert, erscheint er also in The Note ebenfalls aktualisiert, und man kann Kontakte auch aus der App heraus anlegen oder ändern.

macnews.de: Weitere Premiumfunktionen sind in Vorbereitung – was wird kommen?
Jan: Neben der schon erwähnten Synchronisationsfunktion via Bluetooth und W-LAN kommen einfache Funktionserweiterungen wie eine Suche, ein Papierkorb und ein Archiv. Wir adressieren das an Power-Nutzer, viele werden das nicht brauchen. Auch eine Einbindung von sozialen Netzwerken ist geplant.

macnews.de: The Note ist kostenlos. Wie finanziert sich die App?
Jan: Einerseits über Werbung, andererseits über Premium-Features. Als In-App-Kauf können die Werbeeinblendungen für derzeit 3,99 Euro ausgeschaltet werden, zusätzliche Funktionen wie Mail kosten 79 Cent.

Dieses Konzept ist aus verschiedenen Gründen entstanden. Die Google-Kartenfunktion schlägt bei kostenpflichtigen Angeboten mit etwa 10.000 Dollar pro Jahr zu Buche, das wollten wir nicht finanzieren. Zudem hat es eine kostenpflichtige App schwer, angenommen zu werden.

macnews.de: Wird sie werbefinanziert angenommen?
Jan: Sie ist in zwei Wochen ungefähr 1000 mal heruntergeladen worden, und war unter den kostenlosen Notiz- und To-do-Apps bereits als Nummer 3 hinter Evernote und Wunderlist. Die Werbung haben bis jetzt nur rund zehn Nutzer abgeklemmt, aber das werden wahrscheinlich mit der Zeit erst mehr. Finanziert hat die App aber noch gar nichts. Dazu braucht man eine sechs- bis siebenstellige Nutzerzahl.

mancews.de: Warum habt ihr euch für Apples Werbeformat iAds entschieden?
Jan: Ich habe bei Apple mehr Vertrauen, dass hinter den Anzeigen keine Abzocker-Dienste stehen. Zudem sind die Konditionen besser als bei anderen Anbietern. In Deutschland klicken allerdings nur wenige Nutzer auf die Anzeigen, wir hoffen, dass das auf dem amerikanischen und britischen Markt etwas anders ist.

macnews.de: Aktuell arbeitet ihr zu zweit im Rahmen von j.media intelligence. Gibt es Überlegungen zur Expansion?
Jan: Wenn The Note ein finanzieller Erfolg wird, dann holen wir uns weitere Leute ins Team oder geben eine Windows- und Android-Anwendung in externe Hände. Aktuell ist alles selbst finanziert, und das soll auch so bleiben.


Zur App:

Mit The Note lassen sich Notizen, Aufgaben, Merker, Listen, Schnappschüsse, Aufnahmen, Orte, Erinnerungen und vieles mehr im Kontext speichern und verwalten.

Jede Notiz oder Aufgabe kann Text, Listenpunkte, Links, Bilder, Videos und Audioaufzeichnungen in beliebiger Kombination und Anzahl enthalten und beliebig vielen Kategorien, Kontakten und Orten zugeordnet werden.

Die Daten werden dabei laut Entwickler sicher, performant und jederzeit verfügbar in einer Datenbank auf dem iPhone oder iPod touch gespeichert. The Note positioniert sich damit bewusst gegenüber Cloud-basierten Lösungen.

Die App kann kostenlos aus dem App Store* geladen werden.

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