Juden-App und Apple-Kritik aus App Store verbannt

Katia Giese
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Abgelehnte Apps schaffen es selten zu Ruhm geschweige denn zu Aufmerksamkeit. Nicht so in dieser Woche, in der Apple “Jew or not Jew” aus dem französischen Store verbannte und sich auch noch einer konsumkritischen App entledigte, die zu sehr mit dem Finger auf Apple zeigte. 

Juden-App und Apple-Kritik aus App Store verbannt

“Phone Story” versuchte spielerisch, eine “kritische Betrachtung der eigenen Mobilplattform” zu erreichen und knüpfte darin an die öffentlich gewordenen Missstände in Apples Produktionsstätten und der Umweltpolitik des Unternehmens an. In den Cartoon-Charakteren, die Szenarien aus Rohstoffminen im Kongo oder Werken in China darstellten, sah Apple eine Verletzung der App-Store-Regeln. Gegenüber dem Entwickler Paolo Pedercini habe Apple auf das Verbot verwiesen, Gewalt und Kindesmissbrauch darzustellen. Das Spiel ist derzeit noch für Android verfügbar.

Eine Regelverletzung sah Apple auch in dem Spiel “Jew or not Jew” – zumindest in Frankreich. Dort sei es strafrechtlich erfasst, wenn persönliche Details wie Herkunft sowie politische oder religiöse Einstellungen einer Person ermittelt und gespeichert werden. Die App listet eine Vielzahl Prominenter und ordnet sie ihrer Religion zu – “ein reines Freizeitvergnügen”, kommentiert der Entwickler Johann Levy, der selbst jüdischen Glaubens ist. Apple reagierte auf die Beschwerde der französischen Anti-Rassismus-Gruppe “SOS Racisme”. Derzeit ist die App noch außerhalb Frankreichs verfügbar.

Seit dem Launch des App Stores im Jahr 2008 verbannte Apple zahlreiche Software aus dem Angebot, darunter auch einige kontrovers diskutierte. Zuletzt sorgte im Juni die entfernte App “ThirdIntifada” für Aufmerksamkeit, die angeblich Gewalt gegen Israel glorifizierte.

Weitere Themen: iTunes für Mac, AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Apple

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