Kein Sony Reader im App Store

Sebastian Trepesch
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Apple lässt die Sony Reader-App nicht in den App Store. Keine Überraschung: In Sonys App lassen sich Bücher nicht nur lesen, sondern auch erwerben. Verkäufe in Apps erlaubt Apple jedoch nur, sofern sie über den App Store laufen. Weitere Rauswürfe von Apps aus dem Softwareladen werden folgen. Sollten sich die Entwickler nicht Apples Vorschriften beugen wollen, müssen sie auf Alternativen zum App Store zurückgreifen.

Sony hat nicht nur ein Lesegerät für elektronische Bücher, den Reader. Sony hat auch einen eBook-Shop und Bibliothekssoftware für Desktop-Rechner. Das Unternehmen will Inhalte auf so viele Geräte wie möglich bringen, berichtet die New York Times. Dem hat Apple vorläufig einen Strich durch die Rechnung gemacht: Die App, um Bücher auf iPhone, iPod touch und iPad anzeigen zu können, hat der Konzern aus Cupertino nicht für den App Store zugelassen.

Im November kündigte Sony die iOS-App an. Darin integriert sollte der Zugang zum Sony eBook-Store sein. Apple erlaubt in den Anwendungen laut Lizenzabkommen mit den Entwicklern allerdings nur In-App-Verkäufe, bei denen das Unternehmen 30 Prozent des Verkaufspreises einbehält.

Bislang tolerierte der iPhone-Hersteller auch andere Verkaufsmodelle. Vor wenigen Tagen teilte Apple den Entwicklern jedoch mit, dass Inhalte nur noch über die In-App-Purchase-API verkauft werden dürfen. Bereits verfügbare Apps mit anderen Vertriebswegen erhalten eine Karenzzeit bis 30. Juni, neue Apps werden nicht mehr zugelassen.

Als ersten prominenten Kandidaten scheint es dem Bericht der New York Times zufolge eben Sony erwischt zu haben. Apple teilte Sony demnach mit, dass die Verkäufe aus der App über den iPhone-Hersteller laufen müssen. Es stellt sich die Frage, welche Apps als nächstes von der iOS-Plattform verbannt werden, sollten sich die Herausgeber nicht auf Apples Forderungen einlassen. Amazons Kindle – sozusagen die Sony Reader-Konkurrenz – steht an oberster Stelle.

Es kann spekuliert werden, ob Entwickler ihre Strategie ändern: Weg von den iOS-Apps, die den Richtlinien von Apple unterliegen, hin zu iPhone- und iPad-angepassten Web-Apps. Die Anwendungen wären dann nicht in Apples attraktiven Shop geführt, Geld könnten die Anbieter trotzdem verdienen.

Gegebenenfalls könnte auch die Politik gegen Apples Pläne intervenieren.


Zusätzliche Kaufempfehlung:
Der Sony Reader PRS-350* ist die günstigere Alternative zum Apple iPad. Dank  seiner handlichen Größe bietet der Mini-eBook-Reader einen praktischen Begleiter für unterwegs. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern hat der PRS-350 auch ein Touchscreen integriert.

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