Kostenlose Apps bringen das meiste Geld

Tizian Nemeth
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War die Entscheidung zwischen kostenpflichtigen und kostenlosen Apps vor einem Jahr noch leicht, hat sich seit dem einiges verändert. Ein Geschäftsmodell das im App Store gut zu funktionieren scheint, ist das der “Freemium”-Apps. Zahlreiche Entwickler haben erkannt, dass sie mit diesen, nur auf den ersten Blick, kostenlosen Programmen mehr Geld verdienen können.

Die sogenannten Freemium-Apps können Anwender kostenlos herunterladen. Um einen Mehrwert bei der Verwendung haben zu können, können sie aus der App heraus zusätzliche Funktionen kaufen – das Zauberwort heißt In-App-Verkauf.

Seit rund einem Jahr erlaubt Apple den In-App-Verkauf und zahlreiche Entwickler nutzen mittlerweile diese Verdienstmöglichkeit, wie Zahlen von Distimo zeigen. Demnach gehören zu den Top-100-Verdienern im App Store 34 Programme, die zunächst kostenlos sind. Gewinn erzielen die Entwickler dieser Programme erst durch In-App-Verkäufe.

Insgesamt machen die In-App-Verkäufe bereits 30 Prozent der Gesamteinnahmen im App Store aus.

Das mehr und mehr “Freemium”-Apps Erfolg im App Store haben, bestätigen auch die Analysten von App Annie. Ihre Zahlen belegen, dass sich die Anzahl dieser Programme in diesem Jahr verzehnfacht hat.

Über In-App-Verkäufe können Anwender beispielsweise zusätzliche Funktionen freischalten oder sie wechseln ihr Geld in eine virtuelle Währung um, die sie in Spielen benötigen. Dass das Modell funktioniert, liegt nicht zuletzt an den Anwendern. Diese haben augenscheinlich die Scheu vor Käufen innerhalb einer App verloren. Und tatsächlich machen es einem die Entwickler und Apple leicht. Mit einem Klick auf das entsprechende Icon, der Bestätigung per iTunes Account-Passwort und schon hat man das gewünschte auf dem iPhone und in der App.

Allerdings darf bezweifelt werden, dass das Freemium-Modell für alle Apps funktioniert. Nur wenn der Anwender das Gefühl hat, der Nutzen der App steigt und vor allem das er nicht denkt, übervorteilt zu werden, nur dann funktioniert dieses Modell. Genauso wichtig ist ein geringer Preis, der dem Anwender als angemessen für einen großen Zuwachs an Nutzen erscheint.

Findet man als Entwickler aber erst den richtigen Zugang zum Kunden über In-App-Verkaufsangebote, dann ist diese Art der Kundenbindung besser als Werbung, bestätigt auch App Annie-CEO Bertrand Schmitt.

Was für das iPhone gilt, trifft auf das iPad derweil nicht zu. Besitzer des Apple-Tablets bezahlen öfter für Apps, als dass sie sich eine kostenlose herunterladen. Allerdings bedeutet das nicht, dass diese Apps keine In-App-Verkäufe zu lassen. Ob sich mit dem Kauf einer App der Eindruck verbindet, ein qualitativ höherwertiges Programm zu verwenden, darüber geben die Analysen von Distimo und App Annie keine Auskunft.

Sicher scheint aber: Entwickler, die wie Ngmoco früh auf das In-App-Bezahlsystem gesetzt haben, profitieren nun von Top-Gewinnen. So gehört beispielsweise das Spiel Eliminate Pro von Ngmoco zu den Top-Verdienern im App Store.

Haben Sie schon einmal den In-App-Kauf einer Anwendung genutzt? In der macnews.de-Umfrage auf Facebook können Sie darüber abstimmen, ob Sie diese Funktion nutzen, ob Sie sie für sinnvoll halten oder ob Sie sie stört.

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