Mac App Store: Apple startet Softwareportal für OS X

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Soeben hat Apple die Pforten des Mac App Store geöffnet. Zum Start sind über 1000 Programme vertreten. Das Softwareportal möchte Mac-Nutzern das Auffinden, Installieren und Aktualisieren von Programmen erleichtern. Dafür wurde es in ein Update des Betriebssystems OS X 10.6.6 integriert. Die Ankündigung des Portals rief kritische Stimmen auf den Plan. Viele Entwickler und Kommentatoren gehen jedoch davon aus, dass der Mac App Store zumindest für den Verbraucher viele Vorteile bringt.

“Mit über 1.000 Apps hat der Mac App Store einen guten Start,” meint Steve Jobs, CEO von Apple. “Wir glauben, dass die Anwender diese innovative neue Möglichkeit, um ihre Lieblings-Apps zu entdecken und zu kaufen, lieben werden.”

Über die Funktion “Softwareaktualisierung” von OS X lädt sich der Nutzer die Aktualisierung des Betriebssystems und damit den Mac App Store auf seinen Rechner. Das blaue Symbol “A” im Dock öffnet das Fenster, das neue Software-Portal zeigt sich.

Hier sind wie bei dem App Store für iPhone, iPad und iPod touch in iTunes die Anwendungen in die verschiedene Kategorien Bildung, Spiele, Grafik und Design, Lifestyle, Produktivität, Dienstprogramme und mehr aufgeteilt. Desweiteren gibt es Listen mit den populärsten Produkten und Empfehlungen der Redaktion.

Für den Kauf von Software über den Mac App Store wird ein iTunes-Konto benötigt. Ein Klick genügt, um eine Anwendung herunterzuladen: Sie befindet sich dann im Dock.

Einmal gekauft kann die Software auf allen persönlichen Macs installiert werden. Die Liste “Einkäufe” zeigt alle erworbenen Produkte an. Auch Updates erhält man direkt über das Softwareportal, ausstehende Aktualisierungen werden angezeigt.

Das Prinzip ist schon von iPhone und iPad bekannt, es fehlen allerdings noch In-App-Einkäufe und das Game-Center. “Der App Store revolutionierte mobile Apps,“ sagte Steve Jobs. “Wir hoffen dasselbe mit dem Mac App Store für PC-Apps zu schaffen, indem wir das Finden und Kaufen von PC-Apps leicht und spaßig machen“, so der CEO von Apple weiter. Im Oktober 2010 präsentierte er das Konzept auf einer Keynote.

Apple schafft den Nutzern mit dem neuen Produkt nicht nur eine Erleichterung, sondern wird nach iOS auch auf OS X zum Zwischenhändler für Software. Das Unternehmen aus Cupertino lässt sich die Bereitstellung mit 30 Prozent der Umsatzerlöse vergüten. Den Preis der jeweiligen App legt der Entwickler fest. Auch das Geschäftsmodell war wohl ein Grund, die Idee des App-Store von iOS auch auf Mac OS zu übertragen – nicht umsonst wurde das Prinzip auch von Google für Chrome und Android kopiert.

Die Software-Hersteller sehen Apples Portal zwiespältig. “Für den ‘durchschnittlichen' Benutzer ist der Store ein Riesen-Gewinn“, glaubt Michael Göbel, Entwickler der MoApp-Programme, im Interview mit macnews.de. “Kleinere Entwickler, die nicht gerade Vögel durch die Gegend schleudern lassen, können nur abwarten. Die Befürchtung, nicht um den App Store herumzukommen und sich der Appleschen Diktatur zu beugen, ist nicht unbegründet.” Denn Apple kontrolliert, welche Inhalte in den Software-Laden kommen.

Bei iOS gab es schon zahlreiche Diskussionen zu Zulasssungsverweigerungen, oft aus inhaltlichen Gründen. In den Richtlinien für den Mac App Store schreibt Apple unter anderem, dass jugendgefährdende Inhalte wie Obszönitäten oder Inhalte, die Religionen angreifen, nicht zugelassen werden. Doch auch Software mit nicht öffentlichen API wie Java will der Konzern aus Cupertino ablehnen. Eine Erwähnung von Windows oder Android kann ebenfalls negativ enden.

Zahlreiche Entwickler wünschen sich deshalb Alternativen. Mit Bodega gibt es die schon länger, die Plattform bietet für die Software-Anbieter bessere Konditionen. Allerdings wird der Mac App Store durch die Integration im Betriebssystem eine weitaus größere Verbreitung finden.

Entwickler Göbel ist trotzdem zuversichtlich: “Gute Ideen und ordentliche Qualität haben schon immer überlebt.” Da seine Programme nicht konform der Richtlinien seien, bietet er für den “durchschnittlichen App Store Nutzer” komplett neue Software im Apple-Portal an.

Microsoft Office und Adobe Photoshop sind ebenfalls nicht in Apples Software-Portal vertreten. “Adobe hat zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor, seine Software über den Mac App Store anzubieten”, erklärte der Hersteller gegenüber macnews.de und verwies auf seinen eigenen Online Store.

Händler sehen in dem Portal keine direkte Bedrohung.

Wie sich die Preise entwickeln, wird sich im Verlauf der nächsten Wochen und Monate zeigen. Viele Anwendungen liegen beim Angebotsstart bei weitem nicht auf iOS-Niveau, zum Teil aber unter den früheren Preisen. Bemängelt wird in diesem Zusammenhang von den Entwicklern, dass keine Testversionen zur Verfügung gestellt werden können.

Zum Start des Mac App Stores sind sowohl komplett neue Apps als auch bekannte Programme im Katalog, wie Autodesk, Ancestry.com oder Boinx. iPhoto, iMovie und GarageBand-Apps aus der iLife-Suite sind einzeln zu je 11,99 Euro verfügbar und Pages, Keynote und Numbers aus iWork kosten einzeln je 15,99 Euro. Apples Fotobearbeitung und -verwaltungs-Software Aperture ist für 62,99 Euro zu bekommen.

Das bisherige Forum für Software-Downloads auf apple.com wollte der Hersteller schließen. Aktuell werden dort auf einer neuen Seite in erster Linie die eigenen Produkte iTunes 10 und Safari angeboten.

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Weitere Themen: Mac App Store, Mac, AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Apple


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