Mac App Store: Apple startet Softwareportal für OS X

“Mit über 1.000 Apps hat der Mac App Store einen guten Start,” meint Steve Jobs, CEO von Apple. “Wir glauben, dass die Anwender diese innovative neue Möglichkeit, um ihre Lieblings-Apps zu entdecken und zu kaufen, lieben werden.”


Für den Kauf von Software über den Mac App Store wird ein iTunes-Konto benötigt. Ein Klick genügt, um eine Anwendung herunterzuladen: Sie befindet sich dann im Dock.
Einmal gekauft kann die Software auf allen persönlichen Macs installiert werden. Die Liste “Einkäufe” zeigt alle erworbenen Produkte an. Auch Updates erhält man direkt über das Softwareportal, ausstehende Aktualisierungen werden angezeigt.

Apple schafft den Nutzern mit dem neuen Produkt nicht nur eine Erleichterung, sondern wird nach iOS auch auf OS X zum Zwischenhändler für Software. Das Unternehmen aus Cupertino lässt sich die Bereitstellung mit 30 Prozent der Umsatzerlöse vergüten. Den Preis der jeweiligen App legt der Entwickler fest. Auch das Geschäftsmodell war wohl ein Grund, die Idee des App-Store von iOS auch auf Mac OS zu übertragen – nicht umsonst wurde das Prinzip auch von Google für Chrome und Android kopiert.

Bei iOS gab es schon zahlreiche Diskussionen zu Zulasssungsverweigerungen, oft aus inhaltlichen Gründen. In den Richtlinien für den Mac App Store schreibt Apple unter anderem, dass jugendgefährdende Inhalte wie Obszönitäten oder Inhalte, die Religionen angreifen, nicht zugelassen werden. Doch auch Software mit nicht öffentlichen API wie Java will der Konzern aus Cupertino ablehnen. Eine Erwähnung von Windows oder Android kann ebenfalls negativ enden.
Zahlreiche Entwickler wünschen sich deshalb Alternativen. Mit Bodega gibt es die schon länger, die Plattform bietet für die Software-Anbieter bessere Konditionen. Allerdings wird der Mac App Store durch die Integration im Betriebssystem eine weitaus größere Verbreitung finden.
Entwickler Göbel ist trotzdem zuversichtlich: “Gute Ideen und ordentliche Qualität haben schon immer überlebt.” Da seine Programme nicht konform der Richtlinien seien, bietet er für den “durchschnittlichen App Store Nutzer” komplett neue Software im Apple-Portal an.
Microsoft Office und Adobe Photoshop sind ebenfalls nicht in Apples Software-Portal vertreten. “Adobe hat zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor, seine Software über den Mac App Store anzubieten”, erklärte der Hersteller gegenüber macnews.de und verwies auf seinen eigenen Online Store.
Händler sehen in dem Portal keine direkte Bedrohung.
Wie sich die Preise entwickeln, wird sich im Verlauf der nächsten Wochen und Monate zeigen. Viele Anwendungen liegen beim Angebotsstart bei weitem nicht auf iOS-Niveau, zum Teil aber unter den früheren Preisen. Bemängelt wird in diesem Zusammenhang von den Entwicklern, dass keine Testversionen zur Verfügung gestellt werden können.

Das bisherige Forum für Software-Downloads auf apple.com wollte der Hersteller schließen. Aktuell werden dort auf einer neuen Seite in erster Linie die eigenen Produkte iTunes 10 und Safari angeboten.



