Neue App-Store-Regeln in Taiwan: 7 Tage Rückgaberecht

Flavio Trillo
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In Taiwan muss jeder Kauf übers Internet innerhalb von sieben Tagen widerrufen werden können. Das gilt auch für virtuelle Waren, wie etwa Smartphone-Apps. Nach dem Druck der taiwanesischen Regierung hat Apple jetzt seine Nutzungsbedingungen entsprechend angepasst. Google weigert sich jedoch weiterhin.

Die neuen allgemeinen Geschäftsbedingungen für Mac App Store, App Store und iBook Store erlauben jetzt die Rückgabe gekaufter Produkte innerhalb von sieben Tagen. iTunes erstattet den Kunden den Kaufbetrag, vorausgesetzt sie informieren iTunes darüber, dass die entsprechenden Apps oder Bücher gelöscht wurden.

Außer dem Wegfall der Lizenz, also der Gebrauchserlaubnis für den virtuellen Kaufgegenstand, scheint es keine Konsequenzen zu geben. Ebenso wenig findet offenbar eine Kontrolle statt, ob die App auch tatsächlich vom Gerät des Kunden entfernt wurde.

Ein Regierungssprecher zeigte sich gegenüber PCWorld.com erfreut über die Reaktion des Unternehmens. “Apple hat die richtigen Schritte unternommen”, sagte Guo Tingguang von der Kommission für Rechtsaufsicht. Jetzt wolle man gemeinsam mit Apple dafür sorgen, dass noch mehr Beschreibungen und Apps in chinesischer Sprache in den Stores zu finden sind.

Google wurde ebenfalls zur Umsetzung des taiwanesischen Rechts in seinem Android Market aufgefordert. Dort wird Kunden aktuell nur eine Widerrufsfrist von 15 Minuten eingeräumt. Google hatte sich bislang geweigert, den Anweisungen Folge zu leisten und erhielt daraufhin einen Bußgeldbescheid über 1 Million Neue Taiwan Dollars (etwa 24.600 Euro).

Gegen diesen will das Unternehmen jetzt vor den taiwanesischen Gerichten vorgehen. Man sei mit der Interpretation der Verbraucherschutzgesetze nicht einverstanden. Nun gab die Regierung Google noch zwei Wochen Zeit, um den Aufforderungen nachzukommen, nach deren Ablauf man über weitere Schritte beraten werde.

Für den Android-Anbieter wäre eine solche Rückgabe-Regelung noch verträglicher als für Apple. Immerhin verfügt der Android-Market bereits über einen entsprechenden Mechanismus. iOS-Entwickler müssen sich hingegen darauf einstellen, dass einige unehrliche Kunden wahrheitswidrig behaupten werden, die App gelöscht zu haben, um das Geld zurückzubekommen. Insbesondere für hochpreisige Programme dürfte sich das “lohnen”.

Zudem scheint die nachträgliche Sanktion des lizenzwidrigen Gebrauches, etwa eines Spiels im Game Center nicht geplant. Augenblicklich ist das für Entwickler raubkopierter Spiele ein echtes Ärgernis.

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