Preisstufen im App Store: Schröpfung der Europäer

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Die iOS-Apps werden immer teurer – ist das wirklich so, oder täuscht der Eindruck? Wir haben uns die wichtigsten Anwendungen angesehen und stellten fest: Die Europäer müssen im Vergleich zu den Amerikanern tiefer in die Tasche greifen.

Preisstufen im App Store: Schröpfung der Europäer

Ende Juni hat Apple im App Store neue Preisstufen eingeführt: Entwickler können ihre Anwendungen jetzt für 99 Cent, 1,99 Euro, 2,99 Euro, 3,99 Euro oder 4,99 Euro anbieten. Die bisherigen Preise (zum Beispiel 89 Cent, 1,79 Euro oder 4,49 Euro) gibt es weiterhin.

Einzelne Apps wurden prompt teurer. Wir wollten wissen, ob die zusätzlichen Preisstufen in den ersten Wochen allgemein zu einer Preissteigerung geführt haben. Hierfür haben wir den Preis einiger Apps vor einem Jahr, vor einem halben Jahr und heute recherchiert. Als Auswahl griffen wir auf die zehn kostenpflichtigen Top-iPhone-Apps und zehn kostenpflichtigen Top-iPad-Apps der App-Store-Geschichte zurück. Was müssen wir zahlen, wenn wir diese meistgeladenen Apps erwerben möchten?

Preisentwicklung der Kauf-Apps (Anklicken für größere Ansicht)

Die Grafik (Anklicken für größere Ansicht) zeigt unterteilt in iPhone und iPad die Einzelpreise in Euro, sowie die Summe aller Top-Apps (hellblaue Linie).

iOS Preisanstieg im Oktober 2012

Auffällig ist zunächst einmal der Preisanstieg zwischen dem Preis vor einem Jahr (August 2012) und vor einem halben Jahr (Januar 2013). Apple hat im Oktober 2012 die Euro-Preisstufen angehoben – für alle Apps, ohne Rücksprache mit den Entwicklern. Die US-Preise blieben unverändert.

Die Preisstufen, die Apple vor rund fünf Wochen eingeführt hat, bestehen aktuell zusätzlich zu den bisherigen. Den Entwicklern ist diesmal also freigestellt, ob sie ihre Preise verändern oder nicht.

Die Änderungen unter den Top-Apps sind gering. Scheinbar wurden die Anwendungen sogar eher günstiger als teurer. Für die iPhone-Apps stimmt das nicht ganz: WhatsApp hat das Finanzierungsmodell geändert. Die App ist nun kostenlos, nach 12 Monaten Nutzung wird dafür eine Jahresgebühr von 99 US-Cent fällig. Der Chat-Dienst kommt bei längerer Nutzung also teurer statt günstiger.

Angleichung an den Android-Preis

Die Top-iPad-Apps wurden marginal günstiger, und zwar tatsächlich wegen der Änderungen der Preisstufen: Weather Pro for iPad kostet wie vor einem Jahr 3,99 Euro, und damit so viel wie die Android-Version. In den Monaten dazwischen konnte der Anbieter diesen Preis nicht im App Store auswählen, die Anwendung war mit 4,49 Euro deshalb teurer.

Diese Top-Apps können allerdings nicht für alle Anwendungen stehen. Einzelne Titel, die hier nicht gelistet sind, kosten jetzt durchaus mehr. Apple selbst hat die Preise seiner eigenen Apps übrigens (noch) nicht verändert, siehe Keynote, Garageband, Pages etc.

Pech für Europa: 1 Dollar = 1 Euro

Interessant ist die Tatsache, dass die Anpassung der Preisstufen schon wieder den Euro-Preis, offensichtlich aber nicht den Dollar-Preis betrifft. Es sind nun viele Apps zu finden, die Euro wie US-Dollar den selben Betrag kosten.

Beispiele:

  • djay 2 (iPhone): 99 Cent bzw. 99 Dollar-Cent
  • Night Sky 2: 99 Cent bzw. 99 Dollar-Cent
  • WeatherPro (iPhone): 2,99 Euro bzw. 2,99 Dollar
  • Runtastic Mountain Bike: 4,99 Euro bzw. 4,99 Dollar

Zur Erinnerung: Vor einem Jahr kostete eine 99 US-Cent-App bei uns 79 Euro-Cent.

Der Dollarkurs kann eigentlich nicht als Begründung für die europäische „Anpassung“ dienen: Aktuell pendelt der Euro zwischen 1,30 und 1,35 Dollar – wie schon Anfang 2012. Lediglich im Sommer letzten Jahres fiel der Wert auf gut 1,20.

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