Sandboxing treibt Entwickler aus dem Mac App Store

Florian Matthey
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OS X Mountain Lion soll den Mac sicherer machen: Das Sicherheits-Feature Gatekeeper erlaubt in einer Einstellung nur Apps aus dem Mac App Store, diese Apps selbst müssen seit einigen Wochen in der “Sandbox” laufen. Eben das ärgert viele Entwickler – so dass sich einige aus dem Store verabschieden.

Sandboxing treibt Entwickler aus dem Mac App Store

Gatekeeper erlaubt in der Standard-Einstellung Apps aus dem Mac App Store und solche, die von zertifizierten Entwicklern stammen. Auf Wunsch lässt sich auch Software anderer Entwickler freigeben, wer möchte, kann sich sogar ganz auf Apps aus dem Mac App Store beschränken – so dass das Betriebssystem diesbezüglich dann dem iOS ähnelt.

Das lässt die Sorge aufkommen, dass Apple das OS X eines Tages ähnlich restriktiv gestalten wird wie das iOS. Müssen Benutzer eines Tages ihren Mac “jailbreaken”, um Apps außerhalb des App Store zu installieren? So weit dürfte es nicht kommen, doch die Mac-App-Store-Regeln sind mittlerweile so restriktiv, dass das Download-Portal für manche Entwickler nicht mehr akzeptabel ist.

Das größte Problem ist “Sandboxing“: Ähnlich wie iOS-Apps sollen Mac-App-Store-Apps in einer “Sandbox” (“Sandkasten”) laufen. Den Apps steht nur eine bestimmte Zahl an Rechten zu, so dass sie “abgeschirmt” von weiten Teilen des Betriebssystems und anderen Apps arbeiten. So können sie auch weniger Schaden anrichten – die Sicherheit des Systems erhöht sich dadurch.

Andererseits lassen sich so seit dem 1. Juni – seitdem ist Sandboxing im Mac App Store Pflicht – auch viele praktische Funktionen nicht in eine App integrieren. Vor allem aus diesem Grund hat sich beispielsweise Postbox, der Anbieter der gleichnamigen E-Mail-Software, aus dem Mac App Store zurückgezogen. Eine Befolgung von Apples Sandboxing-Regeln würde bedeuten, dass Postbox nicht mehr so eng mit iCal und iPhoto zusammenarbeiten könnte und sich Add-ons nicht mehr installieren ließen. Diese Funktionen möchte Postbox seinen Kunden aber weiterhin bieten.

Darüber hinaus gibt es einige weitere Gründe, die für Postbox für einen Mac-App-Store-Ausstieg sprachen – beispielsweise können die Entwickler so keine kostenlosen Trial-Versionen, keine vergünstigten oder nur für Kunden aus jüngere Zeit kostenlose Updates, keine Multi-Plattform-Lizenzen und keine Volumenlizenzen ab zwei Arbeitsplätzen anbieten. Außerdem sei der Zugriff auf für die Überprüfung von Bestellungen, für Rabatte, für Promotion-Aktionen und Newsletter wichtige Kundendaten nicht möglich.

Der Instapaper-Entwickler Marco Arment glaubt, dass Postbox’ Ausstieg nur einer von vielen sein wird: Die Richtung, die Apple mit dem Mac App Store eingeschlagen habe, sei für viele Entwickler einfach inakzeptabel. Es sei für Apple üblich, die eigenen Vorstellungen mit “>

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