Software-Piraten verurteilt: Höchststrafen für Raubkopierer

Flavio Trillo
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Das Landgericht Mühlhausen hat zwei notorische Raubkopierer zu langen Haftstrafen verurteilt. Die mehrfach vorbestraften Nico F. und Nico H. aus Erfurt müssen für jeweils mehr als drei Jahre ins Gefängnis. Die beiden hatten ein großes Maß an krimineller Energie an den Tag gelegt und bei Unternehmen wie Microsoft und Adobe Schäden in Höhe von mehr als 6 Millionen Euro angerichtet.

Zunächst wurden die beiden Täter im Oktober 2009 festgenommen, kurz darauf aber vorläufig auf freien Fuß gesetzt. Als sie daraufhin ihre Aktivitäten nicht einstellten, sondern trotz zivilrechtlicher sowie polizeilicher Maßnahmen den Handel mit illegalen Software-Kopien nicht einstellten, mussten sie erneut in Untersuchungshaft.

Mehr als 1,3 Millionen Euro nahmen Nico F. und Nico H. mit den Verkäufen ein, der Insolvenzverwalter ihres Unternehmens habe darüber hinaus Forderungen mit einer Gesamthöhe von über 6 Millionen Euro angenommen. Zudem wurden diverse Luxusgegenstände und Immobilien sicher gestellt, die sich die Verurteilten von dem verdienten Geld zugelegt hatten.

Zu diesem Zweck wurden neben mehreren Scheinfirmen auch die Identitäten Unbeteiligter verwendet, damit die Täter nebenher weiterhin Hartz IV vom Staat erhalten konnten. Glücklicherweise konnten die beschlagnahmten Vermögenswerte dazu eingesetzt werden, einen Teil des finanziellen Schadens bei den Herstellern und den Kunden wieder gut zu machen.

Rechtsanwalt Hauke Hansen von der Kanzlei FPS Rechtsanwälte und Notare sieht in der verhängten hohen Strafe eine Signalwirkung. “Das Gericht macht mit seinem Urteil klar, dass Softwarepiraterie keineswegs ein Kavaliersdelikt ist und dass die Rechtsprechung bereit ist, entschlossen dagegen vorzugehen”, so Hansen.

Der “enorme Umfang der Taten” haben dazu geführt, dass hiermit eine der höchsten Haftstrafen für Raubkopierer ausgesprochen wurde, die es in Deutschland je gab.

Software-Piraten machen selbstverständlich auch vor dem Mac App Store nicht halt. Schon kurz nach seinem Start erschienen die ersten Berichte über gehackte Programme, die aufgrund der Nachlässigkeit einiger Entwickler ohne weiteres weitergegeben werden konnten. Doch auch nachdem viele Programmierer Apples Sicherheitsrichtlinien streng befolgen, ist es nicht unmöglich, Mac Apps illegal zu kopieren.

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