Studienergebnis: Die Hälfte aller Apps späht Nutzerdaten aus

Katia Giese
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Das Smartphone als kleiner Spion in der Tasche rückt immer mehr in den Fokus von Wissenschaftlern, die sich mit Datensicherheit und der Achtung der Privatssphäre beschäftigen. Das Ergebnis einer jüngsten Studie europäischer Universitäten hat vor allem Apple im Visier und legt erschreckende Lücken in den Datenschutzanforderungen für Apps offen. Solange die Verkaufszahlen stimmen, scheint Apple das Thema jedoch bislang nicht besonders zu interessieren.

Rund 1400 Apps hatten die Forscher aus Österreich, Frankreich und den USA im Visier, darunter 825 aus dem offiziellen App-Store, 582 weitere Programme von Cydia, die nur auf Jailbreak-Geräten laufen. Einigermaßen beruhigend ist dabei noch die Erkenntnis, dass nur 36 Anwendungen sofort auf die Ortungsfunktion zugriffen, ohne dass der Nutzer diesem zustimmen muss. Ungefragten Kontakt mit dem Adressbuch nahmen außerdem nur eine Handvoll Applikation auf.

Schlimm genug, wenn sich ein solches Programm auf dem eigenen Gerät befindet, doch die alltägliche Attacke auf unsere Daten findet laut der Wissenschaftler bei gut der Hälfte der Programme ganz selbstverständlich statt. Diese greifen nämlich – erneut ohne Zustimmung des Nutzers – auf Daten wie die Gerätenummer oder Verlaufseinträge zu und senden diese ins Netz, meist an die jeweiligen Entwickler der Applikationen. Die Informatiker rügen dabei vor allem, dass Apple seine Lizenzbestimmungen nicht konsequent genug einfordert.

Um ein Programm im AppStore zu veröffentlichen, verlangt Apple zumindest theoretisch, dass derartige Vorgänge vom Nutzer autorisiert werden. Schon vergangene Studien, wie das “App Genome Project” im vergangenen Jahr oder die kürzlich veröffentlichte Untersuchung des Wall Street Journal, zeigten diese Schwachstellen auf. Um Daten besser zu schützen, hätten die Plattformbetreiber wie Apple oder Google die besten Mittel in der Hand, resümiert die Studie. Es fragt sich nur, welche Art von Druck erforderlich ist, damit diese endlich reagieren. Bislang sieht es so aus, als würden die stetig steigenden Verkaufszahlen auf dem Smartphone-Markt den unsensiblen Umgang mit den Daten noch bestärken.


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