Booxter im Test: Medienverwaltung auf dem Mac

Sven Kaulfuss
4

Es gibt sie immer noch: Klassische Medien wie Bücher, CDs oder auch DVDs. Im Angesicht des iTunes-Store mögen diese Schätze einerseits wie Relikte aus einer anderen Zeit anmuten, andererseits sind es gerade diese Dinge, die viele Mac-User über mehrere Jahre eifrig sammeln, tauschen oder auch verleihen. Wer den Überblick im eigenen Fundus nicht verlieren möchte, braucht deshalb eine Katalogsoftware. Mit Booxter für den Mac erhält der Anwender ein Programm, dessen Stärke vor allem in der Verwaltung und Einordnung von Büchern besteht. macnews.de warf einen Blick auf die Anwendung des Entwicklers Deep Prose und vergleicht sie mit Alternativen.

Getrennte Ordnung

Anders als beispielsweise bei Delicious Library werden Bücher, CDs, DVDs oder auch Comics nicht nur in einem einzigen Fenster präsentiert, sondern jeweils in getrennten Datenbanken erfasst. Zwar erhält man so die Möglichkeit einer jeweils auf das Medium abgestimmten Aufbereitung, auch lassen sich zum Beispiel mehrere einzelne Bücher-Datenbanken erstellen, die Übersichtlichkeit jedoch wird dadurch eingeschränkt.

Import-Optionen

Für den Import der einzelnen Medien existieren verschiedene Möglichkeiten: Zunächst durchsucht Booxter nach Eingabe der ISBN, UPC oder ASIN die Datenbasis von Amazon und weiteren Quellen (beispielsweise der Library of Congress etc.). Im Anschluss vervollständigt Booxter die jeweiligen Eingabefelder und fügt ein Cover ein. Doch Vorsicht: Nicht alle Felder werden gefüllt, so ist nachträgliche Handarbeit in diesem Fall notwendig. Ein großer Nachteil ist sicherlich, dass es mit Booxter nicht möglich ist, genau nach einem Titel für zu suchen. Booxter kann nur allein mit den erwähnten Codes etwas anfangen. Dafür lässt sich die iSight des Macs als Barcode-Scanner verwenden. Dies gelingt ohne Probleme: Einfach das Buch, die CD oder DVD wenige Sekunden ruhig vor die iSight halten bis ein kurzer Warnton erklingt. Im Anschluss durchsucht Booxter seine Quellen und pflegt die Daten ein. Alternativ werden ebenso Bluetooth- und USB-Barcode-Scanner
* unterstützt, desgleichen der Import aus einer schon vorhandenen Datenbasis (Textdatei).

Intelligente Listen

Für die Ordnung greift Booxter unter anderem auf intelligente, dynamische Listen zurück wie man sie auch von iTunes oder iPhoto kennt. Verschiedene Parameter wie beispielsweise „Autor“, „Bewertung“, „Verlag“ erleichtern so die Kategorisierung des eigenen Bestandes. Besonders bei Büchern ist Booxter stark: Wie erwähnt, verlässt sich die Software im Gegensatz zu Delicious Library nicht nur auf die Amazon-Datenbasis, sondern befragt zusätzliche Quellen. Ein weiteres Plus ist der Export auf den iPod touch/iPhone, dank der kostenlosen Booxter App für iOS. Schlecht gelöst dagegen ist die Integration der „Verleihfunktion“. Einerseits ist es möglich Medien als verliehen zu kennzeichnen, andererseits eine Übersicht ergibt sich nur über die Listenfunktion – ein deutlicherer Hinweis wäre wünschenswert.

Fazit
Booxter richtet sich weniger an den schöngeistigen Anwender, eher an den Buchalter – erkennbar an der etwas nüchternen Aufmachung im Vergleich zu Delicious Library. Dennoch bietet es vor allem eine größere Quellenbasis für die Buchsuche und vielfältige Ordnungsfunktionen durch intelligente Listen.

Überblick: Booxter
Hersteller: Deep Prose Software
Version: 2.6
Sprachen: Deutsch, Niederländisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch und Spanisch
Preis: 31,99 Euro (Link Mac App Store)
macnews.de-Wertung: 3 von 5 Sternen

Demo-Version
Booxter Lite (gratis im Mac App Store; beschränkt auf 30 Objekte pro Bibliothek)

Vorteile:
+ viele Datenquellen
+ intelligente Listen
+ kostenlose Lite-Version erhältlich

Nachteile:
– Übersichtlichkeit durch getrennte Datenbasis eingeschränkt
– nur für Bücher, CDs, Filme und Comics geeignet
– schwache Verleihfunktion

Alternativen:
Delicious Library (Vorteile: Gemeinsame Datenbasis, schickes Design, mehr Objekte für die Ordnung / Nachteile: Nur Amazon als Datenbasis)
Bruji-Pedia (Vorteile: Viele Exportfunktionen, Statistikfunktionen / Nachteile: Einzelne Applikationen anstatt einer gemeinsamen Datenbasis)

Weitere Testberichte:
Maclife: 4 von 6 Punkten); Testbericht gratis online
Macwelt: Testnote 2,5 (gut) – 71 von 100 Punkten

Weitere Themen: Mac, AppKack der Woche: Die schlechtesten Mobile Games, Apple

Neue Artikel von GIGA APPLE

GIGA Marktplatz
}); });