VPN-Lösung unerwünscht: Apple blockiert Werbeblocker im App Store

Florian Matthey

Apple hat offenbar damit begonnen, Apps aus dem App Store zu entfernen, die mit Hilfe von VPN-Verbindungen Werbung in Safari und anderen Apps blockieren. Apple behauptet allerdings, dass diese ohnehin nie erlaubt gewesen seien.

VPN-Lösung unerwünscht: Apple blockiert Werbeblocker im App Store

Tomasz Koperski berichtet, dass Apple sich offenbar dazu entschieden hat, strenger gegen Apps vorzugehen, die Werbung sowohl in Safari als auch anderen Apps blockieren. Koperski ist CTO des Unternehmens Future Mind, das Apps wie AdBlock, Weblock und Atmosphere entwickelt. Diese leiten die Internet-Verbindungen des iPhone oder iPad über einen VPN-Server, der das Entfernen von Werbung aus allen Apps ermöglicht. Future Mind nutzt dieses Verfahren seit Jahren; die bekannteste App AdBlock ist mit dieser Funktionalität seit 2014 erhältlich.

Jüngst habe Future Mind aber ein Update für AdBlock eingereicht, das Apple abgelehnt habe. Das Unternehmen habe Koperski mitgeteilt, dass die Software gegen die App-Store-Regel 4.2 verstoße, der zufolge Apps „nützlich, singulär und ‚App-like‘“ sein müssten. Die Regel 4.2.1 schränkt die Nutzung von Programmierschnittstellen/APIs ein. Apple habe Future Mind erklärt, dass Apple Apps, die VPN-Profile und Root-Zertifikate für das Entfernen von Werbung verwenden, nicht mehr akzeptieren wolle. Die bestehenden Apps könnten im App Store bleiben, Entwickler dürften aber keine Updates mehr veröffentlichen, ohne diesen Teil der Funktionalität zu entfernen.

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Koperski meint, dass sein Unternehmen jetzt überlege, was zu tun ist: Entweder werde man einfach davon absehen, Updates zu veröffentlichen, damit Kunden, die für die bisherige Funktiontlität bezahlt haben, diese nicht wieder verlieren. Denkbar sei aber auch, Updates des Funktionsumfangs über den VPN-Server zu ermöglichen. Vielleicht werde man sich aber auch dazu entscheiden, auf den Werbeblocker für Drittanbieter-Apps zu verzichten und stattdessen ein Safari-Add-on zu entwickeln, das Apple weiterhin erlaubt.

Gegenüber 9to5Mac erklärt Apple wiederum, dasses keinerlei Änderung der App-Store-Praxis gebe. Entsprechende Apps seien nie erlaubt gewesen, da man die Möglichkeiten der App-Entwickler, über Werbung Geld zu verdienen, unterstützen wolle. Warum Apps wie AdBlock dann über Jahre erlaubt waren und jetzt auch nur die Updates und nicht die Apps selbst aus dem Store verbannt werden, bleibt allerdings Apples Geheimnis.

Quelle: via Mac Rumors, 9to5Mac

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