Warnung! Top-10-App “Bildschirm Sperren” täuscht Käufer

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“Bildschirm Sperren” ist aktuell auf Platz 4 der meistgekauften Apps im App Store. Die Anwendung für iPhone und iPad täuscht allerdings die Käufer: Sie bietet nicht im geringsten das, was sie verspricht. Kunden sprechen von einem “unglaublichen Betrug”.

Warnung! Top-10-App “Bildschirm Sperren” täuscht Käufer

Im App Store klingt die deutsche Funktionsbeschreibung von “Bildschirm Sperren” wie folgt (inklusive Übersetzungsfehler): “Mit dieser Anwendung können Schnüffler nicht mehr Ihr iPhone stören. Nur Sie – Der Eigentümer kann entsperren und Ihr iPhone dank unserer fortschrittlichen Sicherheitsschloss benutzen.” Mehr als zwanzig Arten von Lock/Unlock verspricht die Beschreibung, darunter

  • einen Sperrbildschirm wie von Android-Geräten (“Patternlock”) bekannt,
  • der Scan von Fingerabdrücken sowie
  • Stimmerkennung zur Freischaltung des Sperrbildschirms.

Nichts davon bietet die App, sie ist vielmehr nur ein kleines Bildbearbeitungsprogramm. Käufer, die also so einen Zugangsschutz für ihr iPhone wollten, wurden getäuscht.

Vorsätzlicher Betrug im App Store?

Unseren Recherchen zufolge stand die App schon unter dem Namen “Magic Photo Effects” im App Store – eben als kleines Bildbearbeitungsprogramm. Wahrscheinlich seit der Version 2.0 vom 15. November läuft die Anwendung unter falschem Namen und Beschreibung.

Absicht oder Versehen?

Die Anzeichen sagen eindeutig: Absicht. Eine mehrwertlose Emoji-App des Entwicklers hat wahrscheinlich Apple aus dem App Store geworfen. Eine weitere Lockscreen-App täuscht ganz ähnlich die iPhone-Besitzer wie die Top-10-App.

Und die für “Bildschirm Sperren” versprochenen Funktionen können grundsätzlich nicht geboten werden: Eine App kann niemals einen alternativen Sperrbildschirm anstelle des originalen Schutzes auf dem iPhone bieten. Auch andere Apps, die so etwas versprechen, wollen potentielle Käufer täuschen. Wir haben Apple angefragt, wie das Unternehmen mit dieser und ähnlichen Apps umgehen wird. Über die Rückmeldung werden wir natürlich berichten.

Lediglich ein Datensafe kann Bilder und Dokumente mit einem eigenen Passwortschutz schützen. Die Dateien sind hierbei im App-Speicher abgelegt, der Zugang erfolgt zum Beispiel über einen Patternlock. Hierfür gibt es tatsächlich sinnvolle Apps, zum Beispiel . Dateien von anderen Apps, der Foto-App, des Adressbuchs oder gar das ganze iPhone können sie jedoch nicht schützen.

App-Betrug: Enttäuschte Nutzer, gefälschte Kommentare

Viele sprechen von “Abzocke”, “totale Geldverschwendung” und “Beschiss”. Neben 510 negativen Rezensionen existieren auch einige positive Bewertungen – wahrscheinlich vom Anbieter selbst erstellt. Denn die dazugehörigen Texte klingen nach der selben schlechten Übersetzungsroutine, wie der App-Beschreibungstext:

  • “Nizza gut gemacht, wie diese App so viel”
  • “Wurde für diese App sucht eine lange Zeit”

Reingefallen – was tun?

Käufer, die auf “Bildschirm Sperren” hereingefallen sind, können ihr Geld von Apple zurückfordern. In einem Tutorial erklären wir Schritt für Schritt, wie das funktioniert. Für das Feld “Ein Problem melden” schlägt GIGA folgenden Text vor:

“App-Name und Beschreibung im App Store suggerieren, dass “Bildschirm sperren” ein Sicherungssystem für das iPhone ist. Die versprochenen Funktionen sind jedoch nicht integriert. Auch die Screenshots entsprechen in keinster Weise der App. Bitte erstatten Sie mir deshalb den Kaufpreis.”

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